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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

Stillstand? – oder wie es weiter gehen könnte…

Schreiben von Matthias Schnegg an die Gemeinde Lyskirchen (24.05.2020)

Verlust der ‚Normalität‘

M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)
M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)

Die ‚Normalität‘, die wir ‚früher‘ so selbstverständlich zu haben glaubten, ist absehbar nicht zu erwarten. Es bleibt die Frage, ob die Wiedergewinnung der alte ‚Normalität‘ erstrebenswert ist. Auf der anderen Seite scheint es im Menschen angelegt zu sein, möglichst schnell wieder im Gewohnten, im Vertrauten sich wiederzufinden. Das schafft verständlich mehr Sicherheit.

Verlust der ‚Normalität‘ unserer Messfeiern

Auch für unsere gemeinsamen Messfeiern wird es absehbar keine ‚Normalität‘ geben. Das liegt an den notwendigen und sinnvollen Schutzbestimmungen zur Vermeidung weiterer Verbreitung der Pandemie. Was ist das Gebot der Stunde für unsere Gottesdienstpraxis angesichts dieser Wirklichkeit?

Vielfältige Erfahrungen

Ich kann wiedergeben, was ich in Gesprächen mitgeteilt bekommen habe:

 

  • Jemand berichtet, dass die Kraft, ohne die Gemeinschaft ein religiöses Leben zu führen, spürbar nachlässt. Das ist keine Laxheit, das schleicht sich ‚einfach so‘ ein. Ein Sonntag wird zu einem Tag wie jeder andere. Die Beschäftigung mit der religiösen Sinndeutung wird schwächer. Das ist nicht nur ein Ruf nach gewohnter Gemeinschaft. Es fehlt die Glaubensgemeinschaft, die den eigenen Glauben im Alltag belebt und mitträgt. Wenn weiter nichts Gemeinschaftliches an gefeiertem Glaube kommt, wird diese Dürre ein Ausdörren des geistlichen Lebens zur Folge haben.

 

  • Jemand anderer sagt, dass eine Messfeier mit notwendiger Anmeldung so seinem Verständnis von Messfeier widerspricht, dass er dann lieber nicht kommt.

 

  • Andere heißen unseren epidemiologisch und theologisch begründeten Weg der Zurückhaltung in der Wiederaufnahme der Gottesdienste für sehr begründet - und sind doch froh, dass sie in anderen Gemeinden am Gottesdienst teilnehmen können.

 

  • Wieder andere ermutigen, auch eine noch lange andauernde Leerstelle auszuhalten, weil wir es dem Wesen von Gemeinde und von der Messfeier schuldig sind – und dass diese Leerstelle ja wirklich eine Chance biete, Neues (durch den Hl. Geist?) für unsere Glaubensreifung entdecken zu dürfen.

 

  • Und wieder andere teilen mit, dass es für die Zukunft der Menschheit und auch für die Rolle der Kirche und ihrer Botschaft dafür um mehr geht als die Frage nach der schnellen Wiederaufnahme der Messfeiern.

 

Das Dilemma der Abwägung

Diese verschiedenen Aspekte locken in mir keine Bewertung, was grundlegend falsch oder richtig ist. Sie sind Spiegel einer vermutlich sehr differenzierten Stimmungslage. Das macht es aber auch so schwer, eine Linie für unsere Gemeinde zu finden. Ich weiß, dass wir nichts finden können, was allen und allem gerecht wird – sowohl den Menschen wie dem Wesensverständnis von Gemeinde und Eucharistie nicht.

Ein Stimmungsbild erbeten

Ich bitte Sie um Rückmeldung, damit ein Stimmungsbild aus unserer Gemeinde zustande kommen kann. Eine einmal angedachte Gemeindeversammlung ist unrealistisch, weil die Schutzvorschriften einen großen Raum braucht und unsere Kirche (nach jüngster Erfahrung des Bibelgespräches) akustisch nicht geeignet ist.

 

Daher bitte ich um Ihre Gedanken zu den folgenden Punkten, die meines Erachtens zu erwägen sind:

 

1. Wir halten die Zeit weiter ohne Messfeier durch. Die bisherigen stellvertretenden Wortgottesdienste werden geöffnet für alle, damit die geistliche Gemeinschaft sich nähren kann.

 

Dieses Angebot geht davon aus, dass nicht mehr als 45 Personen daran teilnehmen wollten. So viele passen im Rahmen der Schutzmaßnahmen in unsere Kirche.

 

2. Wir feiern mit 45 Personen die Hl. Messe. Wir wissen aber nicht, wie viele kommen wollten. Schicken wir die/den 46. weg? Das widerspricht grundlegend unserem Verständnis von Gottesdienstgemeinde. (Es kamen aber sonntags zwischen 100 und 120 Menschen.) Wie wird sich das regulieren?

 

3. Wir könnten wissen, wie viele kommen, wenn wir vorher Anmeldungen erbitten. Nähmen Sie das in Kauf? Jedes Mal neu?

 

4. Wenn 45 Personen sich angemeldet haben, wird die 46. auf der Liste des kommenden Sonntags an oberer Stelle aufgeführt?

 

5. Wir feiern mit 45 Personen in der Kirche die hl. Messe, ab dem 46. nehmen im Hof über Audio-/ Videoübertragung (?) daran teil?

 

6. Wenn die Anmeldungen zeigten, dass es mehr als 45 Mitfeiernde werden, wäre dann ein Angebot einer zweiten Sonntagsmesse (12 Uhr z.B.) eine Hilfe? Das müsste bei den Anmeldungen berücksichtigt werden. Diese zusätzliche Messfeier wäre nur, wenn sich der Bedarf abzeichnet?

Unser Weg der nahen Zukunft?

Bei jeder der Lösungen bleibt etwas auf der Strecke, was uns vom Wesen kostbar ist: vom Wesen der Gemeinde, die niemanden ausschließt, vom Wesen der Eucharistie – mit all dem Aufwand. Es ist tragisch, dass wir überhaupt solche organisatorischen Fragen stellen müssen. Die Wirklichkeit der Pandemie ist tragisch – so auch die Auswirkungen.

 

Ich bin mir bewusst, dass nicht alle sehr berechtigten Aspekte berücksichtigt werden können. Wir müssen auf alle Fälle mit dem Verlust einer liebgewordenen ‚Normalität‘ umgehen.

 

Bis wir die Einsicht gewonnen haben, dass wir unter welchen Bedingungen wieder zusammen Messe feiern können, sind die Wortgottesdienste zu den üblichen Gottesdienstzeiten für alle offen – in der Vermutung, dass nicht mehr als 45 Mitfeiernde zu diesen Gottesdiensten kommen.

Wortgottesdienste

Diese Gottesdienste werden vorerst als Wortgottesdienste gefeiert, die bewusst von Mitgliedern der Gemeinde vorbereitet und geleitet werden. Wer Interesse hat, einen solchen Gottesdienst mit zu verantworten, kann sich sehr gerne bei mir melden.

Gestaltung einer Messfeier

Unter den gegebenen Umständen können wir die Liturgie nicht ‚wie früher‘ feiern – was z.B. die Gesänge und die Kommunion unter den Gestalten von Brot und Wein angeht. Da werden uns kreative Ideen kommen.

Wache Flexibilität

Die Pandemie hat uns auch erkennen lassen, dass wir uns ab und an auf schnelle Wechsel der Erkenntnisse einlassen müssen. Das gilt auch für unseren Weg, eine eigene Praxis neu zu finden. Ich bitte um und danke für mitgehende Geduld – und vielleicht auch spannende Neugierde, was sich entfalten wird. Alles, was wir bisher getragen haben, wird nicht ohne Mitwirkung des Geistes geschehen.

Bitte um Rückmeldung

Ich bin Ihnen dankbar für ein Stimmungsbild, das vielleicht helfen kann, einen akzeptablen Weg zu finden: schnegg@lyskirchen.de oder 0221 2570564. 

Zur nahen Zukunft in St. Maria Lyskirchen

Schreiben von Matthias Schnegg an die Gemeinde Lyskirchen (17.05.2020)

M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)
M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)

An vielen Orten sind Gottesdienste unter Auflagen wieder möglich gemacht. In Maria Lyskirchen noch nicht. Das ist nicht als Starrsinn und Arroganz zu verstehen, der beim Alten in der Art ‚Lyskirchen‘ verharren will. Ganz im Gegenteil: Es geht darum, eben nicht so schnell wie möglich wieder das Bekannte, wenn auch unter Einschränkungen, in Gang zu bringen. Es geht darum, die Chance aufzunehmen, dass der Geist uns Hilfe zur Weisung gibt. Aus meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Geist geht das nicht unbedingt auf Knopfdruck und binnen 2 Monaten. Der Geist spricht natürlich nicht selbstverständlich aus dem Pfarrer. Manchmal auch aus ihm, aber vor allem aus der Gemeinde. Das ist eine Erfahrung, die in Lyskirchen über die Jahre gemacht wurde. Daher ist es wichtig, im Austausch zu sein, was der richtige Weg sein kann. Vielleicht ist absehbar eine Gemeindeversammlung angezeigt, so das unter den gegebenen Schutzanordnungen – z.B. in der Kirche - sinnvoll durchführbar ist. Rückmeldungen sind daher sehr erwünscht: schnegg@lyskirchen.de und 0221 2570564.

Gesänge in der Liturgie

(Fortsetzung)

Selbst wenn im Moment in St. Maria Lyskirchen noch keine gemeinsame Messfeier stattfindet, selbst wenn derzeit der Gesang in liturgischen Feiern verboten ist, ist die inhaltliche Beschäftigung mit der Bedeutung des Gesangs nicht untersagt. Die folgenden Ausführungen möchten das Verständnis stärken für die Bedeutung des Gesangs in der gemeinsamen Gottesdienstfeier.

Messfeier und Gesänge

Natürlich ist klar, dass es eine Messfeier ohne Gesänge geben kann. Klar ist auch, dass die Messfeier ein heiliges Geschehen und ein Wert in sich ist. Meine Ausführungen zum Gesang möchten am Beispiel der über Jahre gehenden Entwicklung in Maria Lyskirchen in den Blick bringen, dass die Musik und vor allem der Gesang nicht nur ein schmückendes Accessoire ist, auf das man leicht verzichten kann. Wenn von Lyskirchen die Rede ist, geht es um eine Erfahrung, die exemplarisch mitgeteilt sein will – überwiegend für Menschen, denen Maria Lyskirchen ein Ort der eigenen Glaubenspraxis geworden ist.

 

  • Wie immer gilt auch hier: Man kann da ganz anderer Meinung sein.

 

Ich nutze diese Zeit, um einige Gedanken zur Bedeutung des Gesangs im Vollzug der Liturgie zu beschreiben.

 

Nachdem im ‚Blättchen‘ des vergangenen Sonntags die Bedeutung des Gesangs zur Eröffnung der Messfeier betrachtet wurde, geht es heute um die Gesänge im Wortgottesdienst.

Gesänge im Wortgottesdienst

Auch im Wortgottesdienst der Messfeier spielt der Gesang eine tragende Rolle. Nach der 1. Lesung singt die Gemeinde im Wechsel mit dem Kantor einen Abschnitt aus der alten Liedersammlung der Psalmen – als Gesang der Gemeinde, die damit auf das gehörte Wort der Lesung antwortet. Daher heißt dieser Teil der Messfeier Antwortgesang. Die Ordnung der Liturgie sieht aus gutem Grund Psalmen als Antwort vor, nicht irgendein Kirchenlied.

 

Nach der 2. Lesung wird das Halleluja angestimmt. Es ist der Gesang, der auf die Verkündigung des Evangeliums zugeht. In der Entwicklung der Liturgie in unserer Gemeinde war eine Anregung eines Mitfeiernden, dass die Verkündigung des Evangeliums einer Unterscheidung bedarf zu den beiden vorherigen Lesungen. So entstand die Idee, die Lesungen im Westen der Kirche vorzutragen und das Evangelienbuch in einer Prozession zum Ambo im Osten zu führen. Da wird das Halleluja zu einem Prozessionsgesang, an dessen Ende die Verkündigung des Evangeliums steht. So bekommt das Halleluja im Vollzug der Liturgie eine gewichtig wahrzunehmende Rolle. Der Gesang der Gemeinde begleitet und trägt diese Hinführung und lässt so das Evangelium zur Spitze der Wortverkündigung werden. Was da verkündet wird, steht somit in einer von der Gemeinde mit begleiteten, besonderen Aufmerksamkeit. Es ist eine mit Dank und Freude begleitete Wachsamkeit im Gesang des Hallelujas.

Das allgemeine Gebet – die Fürbitten

Bevor die Messfeier den Wortgottesdienst beendet, wird der Raum geöffnet, um die Gebetsanliegen der Gemeinde vor Gott zu tragen. Da hier keine vom Vorsteher vorgetragenen Gebete aus dem Messbuch (‚Präsidialgebete‘ genannt) gesprochen werden, heißen die Fürbitten ‚das allgemeine Gebet.‘ Alles, was vor allem aus der versammelten Gemeinde an gerade anstehenden Gebetsanliegen vorgetragen wird, hat hier seinen Platz. Ab und an halten wir die ‚freien Fürbitten‘. Da wird der Charakter des allgemeinen, offenen Gebetes der Versammelten besonders erkennbar.

 

In der Regel werden die Bitten zum allgemeinen Gebet verwendet, die im Laufe einer Woche in unser Fürbittbuch geschrieben worden sind. Oft sind wir stark berührt von dem existentiellen Gehalt dieser Bitten – wie Menschen in zum Teil heftiger Not ihr Gottvertrauen in diese Fürbitten legen.

 

Der mehrstimmig gesungene Antwortruf (z.B. Kyrie eleison oder Erhöre uns, Herr) bekräftigt, dass die Gemeinde die vorgetragenen Bitten zu ihrem Gebet macht. Seit vielen Jahren kommen ausschließlich die Fürbitten ins gemeinsame Gebet, die die Woche über in unser Fürbittbuch geschrieben worden sind.

Bitte und Dank im allgemeinen Gebet

Auf Anregung der Gemeinde wird es in Zukunft nicht nur Raum für das bittende Gebet sein, sondern auch für die Danksagung. Dazu wird ein eigener Antwortruf der Gemeinde gefunden werden – z.B. der Taizéliedruf misericordias domini, in aeternum cantabo (Das Erbarmen des Herrn will ich ewig preisen).

 

Die Fortsetzung zur Bedeutung des Gesangs in der Liturgie wird auf den Gemeindegesang in der Eucharistiefeier eingehen.

Warum wir – weiterhin - nicht...?

Schreiben von Matthias Schnegg an die Gemeinde Lyskirchen (10.05.2020)

M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)
M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)

Unter diesem Titel des ‚Warum wir nicht? habe ich am vergangenen Sonntag die Gründe dargelegt, warum wir in St. Maria Lyskirchen unsere gemeinsamen Gottesdienste noch nicht wieder aufnehmen können. Die Rückmeldungen, die mich erreichten, haben diese Haltung unterstrichen und bestärkt. Die Vorsicht in der Pandemie, das Verständnis von Gemeinde und von Messfeier lassen es derzeit nicht angemessen sein, hier bei uns gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Dieses volle Verständnis muss nicht verschweigen, dass es eine sich mehrende Sehnsucht gibt, sich wieder zur Messfeier versammeln zu dürfen. Nur ist die Zeit nicht reif.

Rückmeldungen

Die Rückmeldungen berichten von eigenen Formen des Gottesdienstes zuhause, von Überlegungen, wie wir es eventuell doch in der Kirche bewerkstelligen könnten – aber wir kommen durch den zu kleinen Raum, durch die große Einschränkung eines würdigen Kommunionempfangs und u.a. auch am Verbot des Gesangs an Grenzen. Ganz abgesehen davon, dass die Gefahr der Pandemie sich ja nicht einfach aufgelöst hat.

 

In den Rückmeldungen gehen Gedanken bis dahin, dass diese Praxis uns vielleicht unabsehbar genommen sein kann – wir aber dann immer noch nicht gottverlassen und verwaist dastehen. Da melden Gemeindemitglieder auch ein Zutrauen, dass die Glaubenden andere Formen ihrer Gottverbindung finden werden.

 

Mich haben an diesen Rückmeldungen die Geduld und das Vertrauen in ein bleibendes Wirken Gottes sehr beeindruckt und angerührt. Wir müssen gar nicht verzagen, so sehr auf der anderen Seite diese Zeit der Dürre schon zunehmend drückender wird.

 

Wir versuchen weiterhin zu verstehen, was die Eingabe des Geistes in unsere Gemeinschaft sein wird. Daher sind die Rückmeldungen so kostbar, um all die Gedanken und Einsichten zusammenzuführen. Sie erreichen mich unter schnegg@lyskirchen.de oder 0221 2570564.

Die Bedeutung der Gesänge in Lyskirchen

Einer der Gründe, hier noch nicht gemeinsam Gottesdienst feiern zu können, ist die verordnete Weisung, nicht gemeinsam zu singen. Die Gesänge sind nicht nur schmückendes Beiwerk einer Liturgie. Sie haben die Möglichkeit, Ausdruck der Zelebration der Gemeinde, Ausdruck des Vollzugs der Gemeinde zu sein. In der Liturgie der kath. Kirche ist der Priester der Vorsteher der Feier. Wie öfter betont, ist die Gemeinde aber nicht die Zuschauerin, sondern aktiv mitwirkend.

 

Diese aktive Beteiligung ist umfassend. Daher ist die Gemeinde immer wieder gegenwärtig, um den Vorgang des liturgischen Vollzugs zu bestätigen, zu bekräftigen und damit zu ihrem Mitvollzug zu machen.

Gesänge als Zusammenführung

In unseren Gottesdiensten ist diese Beteiligung am dichtesten durch die Gesänge gewährleistet. Schon der Einzug bekräftigt den Charakter der Gemeindeversammlung – indem die Gemeinde singt und mit diesem Gesang einen Akzent in die Feier legt: Es geschieht Gemeinsames und es geschieht in einem Geist und in einer Stimmungslage. Daher sind Gesänge zu Beginn einer Trauerfeier andere als die eines Gottesdienstes zu Ostern oder Weihnachten. Spürbar war das zuletzt z.B. in dem sich wiederholenden Einzugsgesang der Fastenzeit – im Hagios ho theos. Da füllt der Gesang den Feier-Raum mit der Tonlage der Fastenzeit. Klassisch heißt dieser Gesang ‚Introitus‘, Eingang – und öffnet den Grundton, in dem sich die Gemeinde versammelt.

Die Mehrstimmigkeit

Bei uns in Maria Lyskirchen kommt die Mehrstimmigkeit dazu. Auch sie ist nicht nur ein schönes Beiwerk, weil es dann anheimelnder klingt. Die Mehrstimmigkeit symbolisiert die Vielgestimmtheit der Menschen, die sich da versammeln. Es ist nicht das Ziel der Versammlung, sich zu vereinheitlichen. Es geschieht vielmehr die Sammlung der Verschiedenen – in dem einen Anliegen, den Gottesdienst als Antwort auf den Dienst Gottes an uns zu feiern. So manche gebrochenen Biographien finden sich da zusammen – und dürfen so sein, weil die Annahme Gottes eine Liebe ist, die unsere menschlichen Möglichkeiten oft genug übersteigt. Daher tritt die Qualität der Reinheit des Gesangs hinter der Bedeutung der Gemeinschaftsbildung zurück – was Musikerohren manchmal Demut abverlangt. Darum darf auf der Brummer mitsingen, weil es um das Zusammenfügen teils unterschiedlichster Persönlichkeiten geht.

Kyrie-Gloria-Tagesgebet

Nach einer längeren Stille zu Beginn der Feier, in der sich die ganz individuelle Gestimmtheit zusammenfügen kann, bindet sich die Gemeinde mit dem Gesang des Kyrie zu der einen Feiergemeinde zusammen. Das Kyrie eleison – Herr, erbarme dich – ist ein Huldigungsruf an den, dem wir unser aktuelles Leben in der Gottesdienstfeier anvertrauen mögen.

 

Das mehrstimmige Gloria lässt die versammelte Gemeinde sich einfinden im Gotteslob. Mit dem Tagesgebet wird die Sammlung der Gemeinde aus den so unterschiedlichen Menschen abgeschlossen. Der Gesang hat bis hierher die Gemeinde in aller Vielfältigkeit langsam zusammenwachsen lassen, um dann im Gotteslob des Glorias zu bekunden, nun angekommen zu sein, um sich dem Wort Gottes zu stellen.

 

Mit dieser Praxis des Gottesdienstes befinden wir uns ganz auf der Linie dessen, was die römische Liturgie als Sinn der Messfeier versteht. Aus diesen Beweggründen kann der Gesang nicht durch Solisten übernommen werden. Die Musik ist kein Bestandteil einer Darbietung, sondern gemeindlich getragener Vollzug des gottesdienstlichen Geschehens. In späterer Fortsetzung mehr zur Bedeutung der Gesänge im weiteren Verlauf der Messfeier

Ausharren in Geduld

Mir ist bewusst, dass unter den gegebenen Umständen einer Seuche nicht nur der Idealfall eingefordert werden kann. Mir scheint es zu früh, diese Praxis zugunsten einer wieder eher nur aus Zuschauerpersepktive gefeierten Liturgie aufzugeben. Wiederum kann ich nur wiederholen: Es kann als sehr naiv angesehen werden, hier auf eine Lösung durch die Eingebung des Geistes zu hoffen. Wer weiß, was aus geistlicher Sicht die Antwort auf die Erfahrung der Naturgewalt einer Pandemie ist?

 

Danke allen, die mit Geduld und Vertrauen diesen Weg mitgehen mögen – gerade auch im Wissen, dass diese Zeit des Verzichtes allmählich unerträglich lang zu werden scheint. Es gilt, wach zu bleiben für das, was wir geistlich begreifen. Das kann kein stures Beharren sein auf dem, was uns vertraut geworden ist, mag es noch so sehr dem Wesen der Liturgie nahekommen. Es kann aber wohl möglich auch nicht die Wiederherstellung des ganz Alten sein.

 

Ihr Matthias Schnegg

Warum wir nicht?

Schreiben von Matthias Schnegg an die Gemeinde Lyskirchen (01.05.2020)

M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)
M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)

 

  • St. Maria Lyskirchen öffnet
    nicht für gemeinsame Gottesdienste

 

Seit dem 1. Mai dürfen wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden – unter Auflagen. Da liegt es nahe, dass der Wunsch drängt, dass wir uns auch in Maria Lyskirchen wieder zusammenfinden. Aber: Es wird zur jetzigen Zeit keine gemeinsamen Gottesdienste bei uns geben können. Ich bin dankbar, dass diese Haltung von denen, die sich auf meine Gedanken der letzten beiden Sonntage zurückgemeldet haben, geteilt wird. In allen Rückmeldungen ist auch benannt, dass wir uns sehr freuten, wenn wir wieder zusammen sein dürften. Aber es gibt gewichtige Gründe, es weiterhin mit Geduld auszuhalten.

 

  • Aspekt des Infektionsschutzes

 

Es gibt epidemiologische Gründe. Die meisten Fachleute warnen davor, sich zu sehr in Sicherheit zu wiegen, weil es eine Öffnung der starken Einschränkungen gibt. Die Auflagen, unter denen ein Gottesdienst öffentlich gefeiert werden dürfte, bestätigen die sehr große Vorsicht, die eingehalten werden muss: z.B.: 2 m Abstand ringsum jede Person; vorherige Anmeldung der durch die Örtlichkeit begrenzten Teilnehmerzahl; namentliche Erfassung derer, die in die Kirche kommen, damit eine mögliche Infektionskette nachvollzogen werden kann; Kontrolle an der Türe, wer berechtigt ist, einzutreten; geschlossene Türen während der Feier; keine Toilettennutzung; kein Gesang wegen erhöhter Ansteckungsmöglichkeit; hygienisch saubere Kommunionausteilung muss gewährleistet sein – u.a. z.B. mittels einer Zange zur Vermeidung physischer Kontakte; Menschen der Risikogruppen sollten zuhause bleiben – was aber in ihrer eigenen Entscheidung und Verantwortung liegt. Selbst die rechtliche Haftung ist überprüft: Wenn sich jemand anstecken sollte, ist die Kirchengemeinde frei von Haftung.

 

Die Auflagen bezeugen die Gefahr,
die von einer solchen Versammlung ausgehen kann.

 

  • Möglichkeiten des Gottesdienstbesuches in Köln

 

Es wird so sein, dass in vielen Kirchen diese Auflagen umgesetzt werden. Wenn Sie wissen wollen, in welchen Kirchen Gottesdienste wieder öffentlich gefeiert werden, können Sie sich unter www.katholisches.koeln.de informieren.

 

  • Aspekt des Gemeindeverständnisses

 

Es gibt Gründe des Verständnisses von Gemeinde, die es für Lyskirchen nicht angezeigt sein lassen, zu diesem Zeitpunkt öffentliche Gottesdienste miteinander zu feiern. Von Gemeindemitgliedern höre ich, dass auch sie nicht hinnehmen wollen, dass wir eine Gemeinde sind, die andere Gemeindemitglieder ausschließen muss, selbst wenn es für den Ausschluss nachvollziehbare Gründe gibt. Den ‚Risikogruppen‘ wird – wiederum aus nachvollziehbaren Gründen – nahegelegt, zuhause zu bleiben. Unterstützen wir damit – ungewollt – die Bewertung von stark und schwach, von gesund und krank? Und wer entscheidet, wer teilnimmt und wer nicht? Ist ein Platzreservierungssystem, wie es angeboten wird, für eine Gemeindeversammlung angemessen? Es ist klar, dass es so etwas als Unterstützung geben muss, wenn man nur begrenzten Einlass erlauben kann. Aber ist das vereinbar mit der Gemeinde der Glaubenden?

 

  • Aspekte des Eucharistieverständnisses

 

Es gibt auch Gründe des Eucharistieverständnisses, die uns in Lyskirchen zur Zurückhaltung der jetzigen Wiederaufnahme bewegen. Das, was jetzt unter den nötigen Einschränkungen an öffentlicher Feier geht, erinnert uns Alten an die früheren Maßgaben: „Es gibt einen Zelebranten, der die Messe liest, und die Gläubigen wohnen der Feier bei und sind angehalten, die Messe mit Andacht zu hören“.

 

Gerade das ist ja ein großer geistlicher Gewinn des II. Vatikanischen Konzils, die Liturgie als Feier der Gemeinde wiederbelebt zu haben. Die Gemeinde ist die Zelebrantin, der entscheidende Mitwirkung an der Liturgie zusteht. Es ist nicht der Priester, der ohne Gemeinde die Hl. Messe liest. Es ist die feiernde Gemeinde, die ihre Antwort auf den Dienst Gottes an uns mit Gottesdienst feiert.

 

Wir können uns Lyskirchen ohne Gesang – und der ist derzeit untersagt – nicht vorstellen. Der Gesang ist nicht nur ein schönes Element des Gemeinschaftserlebens. Gerade die Musik ist wesentliche Trägerin des Anteils der Zelebration der Gemeinde. Die Gesänge unterstützen und bestätigen durch die Gemeinde, was der Vorsteher der Liturgie mit der Gemeinde vollzieht. Denken wir an den Kyrie-Gesang, in dem sich die Gemeinde in aller Unterschiedlichkeit findet. Denken wir an den Gesang zur Bereitung der Gaben. Denken wir an das bestätigende Amen der Gemeinde im Hochgebet. Denken wir an den Begleitgesang während des Brotbrechens. Da wirkt die Gemeinde mit im Vollzug der Handlung des Vorstehers.

 

Ich empfinde es als Geschenk, in Lyskirchen diese Erfahrung machen zu dürfen, dass die Vorstellung der Liturgie der Kirche eine so eindrückliche Ausdruckskraft hat. Die kommt nicht daher, dass Extravagantes ausprobiert wird. Wir feiern ganz nach Vorgabe des Messbuches die Liturgie der Kirche. Es tut gut, diese Kraft des Gottesdienstes erleben zu dürfen.

 

  • Es fehlt Entscheidendes

 

Die Zeit der Dürre ohne gemeinsame Gottesdienste wird vielen allmählich zu lang. Bei allem Neuentdecken der eigenen Möglichkeiten der Hausgottesdienste, bei aller Zuwendung zur Hl. Schrift als Gegenwart des auferstandenen Herrn – es fehlt vielen das gemeinschaftliche Feiern des Gottesdienstes. Das ist ja auch ein gutes Zeichen – wenn es nicht zunehmend belastend wäre. Vor allem die Menschen, die alleine leben, erfahren diese Belastung besonders. Und vielen wäre die Gemeinschaft des Gebets und des Singens eine große Tröstung. Das verbindet uns in einer schmerzlichen Erfahrung des Verzichtes. Auch unser Wissen, dass der auferweckte Herr uneingeschränkt mit uns unterwegs ist, fühlte sich kräftiger, wenn es gemeinschaftlich bezeugt werden könnte.

 

  • Wie lange trägt die Bindungskraft?

 

All das teilen sehr viele aus unserer Gemeinde. Es ist ja auch die Frage, wie lange wir die bisher noch gehaltene Verbindung untereinander aufrecht erhalten können? Was wird bleiben, wenn die Zeit des Verzichtes unabsehbar wird? Verlieren wir uns aus den Augen? Verliert die Bindung an unseren Gottesdienst an Kraft? Wir wissen es nicht. Wir werden es sehen. Jede und jeder wird nach eigener Kraft beitragen, unsere Verbindung zu halten, auch über die lange Zeit hin.

 

  • Geistliche Herausforderung

 

Das alles ist eine sehr große soziale, aber auch geistliche Herausforderung. Da liegt die Versuchung nahe, die erste sich bietende Gelegenheit aufzugreifen, um in einen halbwegs alten Rhythmus zurückzukehren. Das ist menschlich sehr nachvollziehbar. Der Preis, der dafür zu zahlen ist, erscheint mir persönlich – aber auch allen, die sich bisher zurückgemeldet haben – aus den beschriebenen Gründen zu hoch. Dabei geht es nicht um einen Beharrungsstolz, Liebgewonnenes und Vertrautes festzuhalten. Die geistliche Herausforderung umfasst auch die Bereitschaft, unsere Erfahrungen auf den Prüfstand des Geistes zu stellen. Ignatius spricht vom ‚Geist der Unterscheidung‘. Der ist gerade in Situationen wie jetzt sehr notwendig.

 

  • Geistesgabe

 

Ich selber halte mich jeden Tag in der Kirche auf, um um die Gabe dieses Geistes zu bitten. Diese Bitte gilt nicht mir alleine, sondern allen, die am Kirche-Sein in Maria Lyskirchen mitwirken mögen. Die Erkenntnis, wie es für uns weitergehen wird, muss nicht durch mich gegeben werden. Ich bitte, dass Sie mir Ihre geistlichen Erfahrungen mitteilen. Aus dem, was zurückgemeldet wird, wird sich vielleicht die Erkenntnis des Geistes finden lassen. Das kann ein langer Prozess werden. Ich weiß das Ergebnis auch noch nicht. Ich habe das (naive?) Vertrauen, dass der Geist uns leiten wird!

 

Danke für alle Rückmeldungen, alle Gespräche, die auch mir helfen, die Gedanken der Gemeinde zusammenzuführen und hier allen zur Verfügung zu stellen.

 

  • Solidarität

 

All diese Überlegungen gelingen uns leichter, wenn wir nicht gesundheitlich oder wirtschaftlich beeinträchtigt sind. Darum gilt die Solidarität all denen, die in Bedrängnis leben müssen – hier bei uns und in der Welt.

 

  • Eine Denkbarkeit

 

Auch diese Überlegungen beschließe ich mit dem Hinweis, dass man all das theologisch und pastoral ganz anders bewerten kann. Es ist ein Beitrag, der unser Überlegen begleiten mag. Für Rückmeldungen bin ich dankbar, auf dass wir erkennen lernen, wie unser Weg in Maria Lyskirchen jetzt zu gehen hat. Danke.

 

Ihr Matthias Schnegg

Gottesdienstfeier

Schreiben von Matthias Schnegg an die Gemeinde Lyskirchen (26.04.2020)

M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)
M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)

Noch ist nicht absehbar, wann und wie wir in Maria Lyskirchen wieder zusammen Gottesdienst feiern werden. Ich danke sehr für viel Verständnis und Mittragen dessen, was ich am vergangenen Sonntag im Newsletter bzw. im unseren Sonntagsblättchen zur Wiederaufnahme der Gottesdienstpraxis geschrieben habe. Die Fachleute warnen vor einer zu schnellen Rückkehr in eine vermeintliche Normalität. Da schleicht sich schnell der Wunsch nach ‚fast alles wie vorher‘ ein und lässt einen unvorsichtiger werden im nötigen Verhalten. Keiner mag sich vorstellen, welche Folgen es hat, wenn wir unsere leichte Öffnung wieder zurückfahren müssten.

 

Neben diesen epidemiologischen Gründen habe ich theologische Gründe für ein Warten auf gemeinsame Gottesdienstfeiern erläutert. Dabei mag ich unterstreichen, dass ich nicht den Anspruch erhebe, die einzig denkbare theologische Sichtweise darzustellen. So vielfältig die Größe Gottes ist, so vielfältig sind die Zugangswege, auch in der Annahme und Gestaltung der Krisensituation. Es ist gut, dass die Vielfalt der Erwartungen auch vielfältige Antworten finden können. Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Es gilt schließlich die Redlichkeit der eigenen Erkenntnisse, der es gilt in eigener Verantwortung zu folgen.

 

Es scheint mir wichtig, sich nicht nur als zum Verzicht Verurteilte zu sehen, sondern auch aus der Glaubensüberzeugung heraus diese Zeit des Verzichtes mitzutragen. Wir sind ja nicht gottverlassen! Ich bin sehr dankbar, dass es so viel Ermutigung gab, diesen Weg der Geduld auch im Vertrauen auf die Gegenwart des auferweckten Herrn zu gehen.

 

Viele vermissen die Gemeinschaft derer, die sich zum Gottesdienst zusammenfinden - bei aller Einsicht in den nötigen Verzicht. Das darf auch schmerzen, weil es u.a. bezeugt, wie wichtig man füreinander sein kann. Ermutigend höre ich, dass sich ein feines Netz zu knüpfen scheint, wo Menschen aus der Gemeinde zueinander Kontakt halten. Ich bin immer wieder sehr dankbar, dass das ohne jede Organisation durch die Gemeindeleitung geht. Ich vermute, dass das auch eine Frucht der Art ist, wie wir über die Jahre hin gelernt haben, Gottesdienst miteinander zu feiern.

 

Es gilt nach wie vor die Verabredung, dass zu den üblichen Gottesdienstzeiten in unserer Kirche die Glocken läuten. Manche nutzen diese Gottesdienstzeit für ihren privaten Gottesdienst zuhause. Wir hatten am Anfang der Einschränkungssituation verabredet, dass zu jeder der Gottesdienstzeiten zwei Vertreter*innen der Gemeinde in der Kirche sind. Dazu kommt einer, der als Küster mit dabei ist. Ich selbst habe mich unter die Reihe derer begeben, die den Küsterdienst zur Gottesdienstfeier übernehmen. Wenn ich nicht in dieser Funktion tätig bin, sitze ich auch zuhause und lese während der Gottesdienstzeit die Lesungen des Tages und bete im Wissen um die an verschiedenen Orten lebende Gemeinde das Vater unser. Es ist das identitätsstiftende Gebet, das Jesus seiner Schülerschaft mitgegeben hat. Es ist auch für mich heilsam, diese Erfahrung zu machen und nicht selbstverständlich als Gemeindeleiter mit in der Kirche zu sein.

 

Manchen wären am liebsten immer mit bei diesen Stellvertretern der Gemeinde, selbst wenn wir dort keine hl. Messe feiern. Das gemeinsame Beten in unserem Kirchenraum ist schon eine Stärkung. Wenn alle zu diesem kleinen Gottesdienst da wären, die gerne wollten, sprengten wir das Versammlungsverbot. Daher ist die Zahl der stellvertretenden Gemeindemitglieder auf 3 begrenzt. Sie können sich gerne bei mir melden, wenn Sie einmal eine solche Gemeindevertretung zu einer der Gottesdienstzeiten übernehmen möchten.

 

Erfreulicher Weise übernimmt immer jemand aus dieser kleinen Stellvertretergruppe die Leitung des kleinen Wortgottesdienstes. Eine Anleitung zum Ablauf kommen Sie gerne von mir.

 

Die Kirche ist aber wie immer an jedem Tag von 9 – 18 Uhr geöffnet. Sie lädt ein, sich zum persönlichen Gebet, zum Verweilen in Stille hier einzufinden. Diese Öffnungszeit wird immer wieder genutzt.

 

Wie und wann es bei uns mit gemeinsamen Messfeiern weitergehen wird, das können wir heute nicht sagen. Es ist zu erwarten, dass im Erzbistum bald die Möglichkeit zur gottesdienstlichen Feier wieder gegeben sein wird – unter sehr klaren, deutlich einschränkenden Auflagen, die vermutlich an die Auflagen vor Geschäften erinnern werden. Aus den am vergangenen Sonntag beschriebenen, vor allem theologischen und spirituellen Gründen ist das für Lyskirchen nicht machbar. Müssen wir uns dann auf eine unabsehbare Zeit einstellen? Wie werden wir diese Zeit dann als Gemeinde gestalten? Krisenzeiten lehren, dass man nicht alles im Griff hat. Das heißt auch, dass wir heute nicht wissen müssen, wie es in der absehbaren oder fernen Zukunft weitergehen kann. Es mag recht naiv klingen: Ich versuche in der Stille den Hl. Geist wirken zu lassen, dass wir (nicht der Pfarrer allein) mitbekommen werden, was zu tun ist. In der Erfahrung unseres Gemeindelebens hat sich immer wieder erwiesen, dass der Hl. Geist sich in den Gemeindemitgliedern äußert. Wir werden zur gegebenen Zeit finden und wissen, was wir dann zu tun haben. Danke für das Mitbedenken, Mitbeten, Mittragen, Mitsein. Wir sind ja wirklich nicht gottverlassen!

 

Die Kommunikation untereinander ist dazu wichtig. Danke für jede Anregung oder jeden Gedanken, die/der Sie in diesen Zusammenhängen bewegt. So Sie mögen, schreiben Sie mir oder rufen Sie an: schnegg@lyskirchen.de und 0221 2570564.

 

Herzlich verbunden

Ihr Matthias Schnegg

Wann geht es weiter?

Schreiben von Matthias Schnegg an die Gemeinde Lyskirchen (17.04.2020)

M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)
M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)

In den letzten Tagen hat sich die Diskussion erhitzt, wann endlich auch die Religionsgemeinschaften wieder ihre Gottesdienstversammlungen abhalten können. Es wird auf das hohe Gut der freien Ausübung des Glaubens verwiesen. Es wird der Vergleich bemüht, dass Frisöre und Baumärkte offen sein dürfen – warum nicht die Kirchen zu ihren Gottesdienstversammlungen? Es ist ja auch nicht zu bestreiten, dass es vielen Glaubenden wirklich ein großes Anliegen ist, wieder Gottesdienst feiern zu dürfen.

Politische Verantwortung

Die politisch Verantwortlichen weisen auf die dringende Notwendigkeit, dass der Infektionsschutz unbedingt Vorrang haben muss. Kaum auszumalen, wie tief die Erschütterung eines Rückfalls in die Verbreitung des Virus auslöste, wenn wir die Geduld nicht aufbrächten, zu warten. Nun werden Möglichkeiten überlegt, wie man unter Wahrung des Infektionsschutzes dennoch eine gottesdienstliche Versammlung halten kann – bis hin zu den Vorschlägen, man könne ja einer Messfeier beiwohnen und auf lautes Gebet und gemeinsamen Gesang verzichten. Selbst die Reichung der Hl. Kommunion an Einzelne mittels einer Zange außerhalb des Gottesdienstes wird angedacht...

Gemeinde als Zelebrantin

Spätestens hier scheint es mir dringend, die Wiederaufnahme der gottesdienstlichen Versammlung nicht eng zu führen in eine Auseinandersetzung mit politischen Maßgaben, sondern auch theologisch zu bedenken, was eine Gottesdienstfeier ist. Seit dem II. Vatikanischen Konzil ist uns noch einmal ins Bewusstsein gebracht worden, dass der Gottesdienst nicht von einem Zelebranten gehalten wird, dem das gläubige Volk andächtig folgt. Die Gottesdienstversammlung ist wesentlich getragen von der ‚aktiven Teilnahme‘ (participatio actuosa) der Gläubigen. Gerade durch die Entwicklung der Gottesdienstfeiern in Lyskirchen habe ich dankbar erkennen gelernt, dass diese aktive Teilnahme nicht in der Beteiligung verschiedener Rollen während der Messfeier liegt. Die versammelte Gemeinde ist als Gemeinde die Zelebrantin. Sie antwortet auf den Dienst Gottes an uns mit der Feier ihres Glaubens, mit dem Gottesdienst. Für mich persönlich ist es ein sehr großes Geschenk, am Ende meiner Berufsausübung diese Erfahrung machen zu dürfen. Ein solcher Gottesdienst ohne gemeinschaftliches Gebet, ohne gemeinschaftlichen Gesang, nur von einem Priester mehr oder weniger vorzelebriert, das ist mir undenkbar.

Die eine Gemeinde

St. Maria Lyskirchen ist viel zu klein, um sich dort angemessen auseinander zu setzen. Bestenfalls ließen sich 20-30 Menschen in der Kirche so verteilen, dass die Bestimmungen des Infektionsschutzes eingehalten werden könnten. Die Lösung kann nicht sein, dass am Wochenende etwa 5 Messfeiern gehalten werden, denn sonntags sind fast immer über 100 Mitfeiernde da. Bei der letzten Zählung am derzeit letzten gemeinsamen Sonntagsgottesdienst waren wir über 130 Feiernde.

 

Selbst wenn statt einer Sonntagsmesse zwei gehalten würden: Auch das ist eine besondere Erfahrung der Entwicklung in Maria Lyskirchen, dass es ein Ideal ist, dass Gemeinde sich in der einen gemeinsamen Messfeier findet. Da hat sich über die Jahre hin ein gemeindlicher Zusammenhalt entwickelt, der ohne irgendeine Maßnahme der Gemeindeleitung zustande gekommen ist. Manchmal habe ich staunend wahrgenommen, wie Menschen in Kontakt zueinander getreten sind, wie Menschen umeinander wissen, sich umeinander kümmern – und all das ohne irgendeine Form der Organisation durch die Gemeinde. Gerade jetzt erweist sich diese Vernetzung als ein mittragender Segen. Hinzu kommt, dass die meisten, die sich hier zum Gottesdienst versammeln, gar nicht im Umfeld der Kirche wohnen. Unser Vorteil: Wir sind eine noch überschaubare Gemeinde und sind daher eine Sonderwirklichkeit in der gesamtkirchlichen Entwicklung. 

Formen der Realpräsenz

Und noch ein Gedanke: Wir haben gelernt, dass die Feier der Eucharistie die durch nichts zu überbietende Form der Gegenwart des auferstandenen Herrn ist. Unbezweifelbar ist sie ein großes Geschenk Gottes in unseren Glauben. Was den meisten – nicht zuletzt durch die Unterweisung in früheren Jahren bedingt – nicht bewusst ist: Die Realpräsenz, die von uns geglaubte Gegenwart des auferstandenen Herrn, ist uns ebenso (und nicht zweitrangig) im Wort der Hl. Schrift zugesagt und auch in der Begegnung mit den Armen, im diakonischen Handeln.

 

Gerade in der Zeit, in der wir uns zur gemeinschaftlichen Gottesdienstfeier nicht versammeln können, entdecken wir die Kostbarkeit dieser Realpräsenz im Wort und in der helfenden Tat. Die Öffnung des Priesterseminars für die Obdachlosen (täglich ca. 140 warme Essen) ist ein sichtbares Zeichen der Realpräsenz des Herrn. Viele aus unserer Gemeinde sind zu den sonst üblichen Gottesdienstzeiten mit uns verbunden, indem sie die Hl. Schrift lesen. Zu Unterstreichung der Bedeutung der Hl. Schrift steht seit der Osternacht das Lektionar, das Buch mit den Lesungen des Tages, in der Mitte der Kirche. Wir sind nicht ohne, wir haben das Wort und die helfende Tat. 

Ist der Herr in unserer Mitte?

Natürlich freuen wir uns, wenn es verantwortbar wieder geht, dass wir als Gemeinde Zelebrantin des Gottesdienstes sein können. Im Moment geht es aus sehr nachvollziehbaren Schutzgründen noch nicht. Und wir sind ja nicht alleingelassen, sind auch nicht ohne sichtbare Zeichen der Gegenwart des auferstandenen Herrn. Daher können wir vielleicht Geduld haben und müssen nicht buhlen, dass wir wie Baumärkte oder Frisöre ‚auf haben‘ dürfen. Es gibt auch theologische Gründe, sich in Geduld zu üben. Für mich ist auch das eine Form des zu erlernenden Gottvertrauens. Und: Haben wir von Gott aus gesehen ein ‚Recht‘ auf Messfeier? Ist der Herr nicht in unserer Mitte, wenn wir vorübergehend keine Eucharistie feiern?

 

Ich bin seit des Wegfalls der Gottesdienste immer wieder mal an die Situation der Juden erinnert, als ihnen 70 n. Chr. der Tempel zerstört wurde und sie seitdem (!) keinen Opferkult mehr haben. Was sie haben und was sie trägt, ist das Wort. Wir sind wohl in der sehr komfortablen Lage, dass wir keine 2000 Jahr auf unsere Gottesdienstfeier der Eucharistie werden verzichten müssen. 

Man kann es auch anders verstehen

Ich weiß, dass es durchaus andere theologische Ansätze gibt, die zu einem ganz anderen Ergebnis kommen. Wie sagte mir Kardinal Höffner einmal, als wir unsere theologisch unterschiedliche Meinung austauschten: ‚Ich hoffe, dass ich mit meiner Überlegung vor dem Gericht Gottes bestehen kann.‘ Das ist die Frage nach der Wahrheit, die sich erst im Angesichte Gottes erklären wird.

 

Bleibt, uns weiter wach zu halten,

was der Geist uns sagt.

 

Ihr Matthias Schnegg

Gesänge aus Lyskirchen

Eine besondere Ausdrucksform unseres gemeinsamen Gottesdienste sind die mehrstimmigen Gesänge. Auf mehrfache Anregung aus der Gemeinde hat unser Kantor ein Quartett mit Lyskirchen verbundener Sängerinnen und Sänger zusammengerufen und eine zu Herzen gehende Aufnahme für unseren häuslichen gottesdienstlichen Gebrauch erstellt. Von Herzen Dank den Musikern, die sich spontan bereitgefunden haben, ihre Verbundenheit mit Lyskirchen auch auf diese Weise (ehrenamtlich) auszudrücken. Herzlichen Dank auch unserem Kantor, der sich es zur Aufgabe gemacht hat, eine sehr hilfreiche Sammlung zur Verfügung zu stellen. Zu hören sind: Hagios ho theos (Gotteslob 300), Qadosch, Vater unser, Du lässt den Tag (Gotteslob 96). Man kann auch gerne mitsingen...

 

 

 

Die Gesänge können Sie hier abrufen. Vielleicht sind sie auch eine willkommene Stütze zu Ihrem häuslichen Gottesdienst zu unserer Sonntagsmesszeit.

Hagios ho theos
(Gotteslob 300)
Chor Hagios Master.WAV
Wave Audio Datei 11.5 MB
Qadosch
Chor Quadosch master.WAV
Wave Audio Datei 13.6 MB

Vater unser
Chor Vaterunser Master extreme Variante.
Wave Audio Datei 29.9 MB
Du lässt den Tag
(Gotteslob 96)
Langversion master c.WAV
Wave Audio Datei 41.1 MB

URBI ET ORBI, der Petersplatz am vergangen Freitag (Bildschirmfoto B.M.)
URBI ET ORBI, der Petersplatz am vergangen Freitag (Bildschirmfoto B.M.)

Zeit des Übergangs   (29.03.2020)

Schreiben von Matthias Schnegg an die Gemeinde Lyskirchen

M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)
M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)

Jetzt haben wir schon eine gewisse Erfahrung, was diese Zeit mit uns macht. Vor allem stehen die Menschen im Blick, die viel Leid erfahren, wenn weil? sie vom Corona-Virus betroffen sind. Viel Einsatz und Anstrengung wird denen abverlangt, die in den Gesundheitsberufen helfen. Auch die, die unsere Versorgung aufrechterhalten, leisten uns einen unschätzbar kostbaren Dienst. All denen gilt unsere besondere Aufmerksamkeit und unser besonderes Gedenken.

 

Im Blick bleiben ebenso die Armen – bei uns und über den Horizont unserer Stadt, Deutschlands und Europas hinaus. Die Kollektenaufrufe (s.u.) führen dazu konkret aus. Es ist anrührend, wie auch Fragen an mich gestellt werden, wie den Armen, den Obdachlosen, den Alleingelassenen, den in Einrichtungen Isolierten geholfen werden kann. Dazu sind gerade Bewegungen in der Stadt zugange, an denen sich die Kirchengemeinden natürlich beteiligen. Genaueres dazu wird bekanntgegeben.

 

Viele kennen das Spannungsverhältnis, einerseits in einer inneren Unruhe sich zu finden, andererseits an die Chance zu denken, die diese fundamentale Infragestellung unserer Lebensgewohnheiten betreffen. Das bezieht sich auf die persönliche Lebenshaltung – was da Priorität hat, was da meint, uns unbedingt zuzustehen; das bezieht sich auf die gesellschaftlichen Anfragen, zu denen es jetzt vielfältige, auch Mut und Hoffnung gebende Ausführungen gibt; das bezieht sich auch auf die geistliche Entwicklung und auf das, was für die Kirche anstehen könnte.

 

In unserem Deuterahmen kann diese Zeit der Dürre auch eine Einladung sein, sich vom Geist Gottes neu beleben zu lassen. Das ist nicht schöngeistig gemeint! Solche Überlegungen erlauben sich nur mit dem Wissen um das, was ich eingangs in den Blick gestellt sehe: Die Leidenden, die Helfenden, die Armen. Sie mit zu bedenken, ist m.E. die erste und vornehmste Lenkung des Geistes.

 

Darüber hinaus dürfen wir versuchen, die Eingabe des Geistes zu begreifen. Mir werden dazu erste Empfindungen und Erkenntnisse mitgeteilt. All das ist nicht die letzte und für alle gültige Erkenntnis. All das sind Einsichten, die dauerhaft unter der Maßgabe unserer eigenen Reflexion stehen, ob das Erkannte wirklich ‚des Geistes‘ ist. Man vertut sich schnell, die eigenen Vorstellungen für die Gabe des Geistes zu halten.

 

Im Ringen um diese Erkenntnisse der Gaben des Geistes sind wir – wie all die Jahre vorher auch - als Gemeinde gefragt. Wir können jetzt keine Gemeindeversammlung halten, die dem Nachspüren dessen dienten, was wohl ‚des Geistes‘ für uns sein könnte. Aber auch jetzt gilt, dass wir als Gemeinschaft der Glaubenden Trägerin und Träger des Geistes sind. Was in unserer Mitte als Erkenntnis wächst, das müssen wir zusammentragen und auf den besagten Prüfstand stellen – immer wieder. Aus unseren Erfahrungen in Lyskirchen wissen wir, dass es ein ziemlich sicheres Empfinden gibt, wenn etwas nicht oder noch nicht stimmt – sprich: nicht ‚des Geistes‘ ist.

 

Ich sammle, was an Erkenntnissen Einzelner
mir mitgeteilt wird. Dazu dann bald mehr.

 

Wir durchleben diese Zeit mit sehr individuellen Bedürfnissen. Manche suchen die Kargheit der Dürre, die Erfahrung der Leerstelle. Andere suchen nach Ausdrucksformen des Gemeinsamen. Wieder andere möchten die ganze Breite medialer Kommunikationsmöglichkeiten nutzen, auch um sich der Verbundenheit als Gemeinde versichern zu können. Es gibt da kein Richtig oder Falsch. Wir Menschen sind unterschiedlich, so auch unterschiedlich in dem, was uns hilft, die Anfrage der Krise aufzunehmen und zu gestalten. Gottlob gib es in Köln so viele Möglichkeiten der Auswahl dessen, was je eigen hilfreich ist.

 

In den Anregungen, die von mir aus Lyskirchen kommen, die auch von vielen laut Rückmeldungen mitgetragen sind, ist die Suchen nach der Leerstelle betont, der Erfahrung der Dürre, um auf diesem Weg evtl. mehr von der Bedeutung und Chance der Krise zu erfassen. Ich bin mir bewusst, dass das nicht allen aus der Gemeinde Lyskirchen hilft. Da bitte ich, sich an die vielen anderen Möglichkeiten zu halten – und auch in dieser Vielfalt sich in Lyskirchen verbunden zu wissen. Wenn es uns geschenkt ist, dass wir wieder körperlich sichtbar zusammenkommen dürfen, wird die Vielfalt unserer Art, die Krise zu leben, ein Bestandteil unseres gemeinsamen Glaubens sein.

 

Sie wissen: Wenn Sie Kontakt mit mir persönlich halten mögen, dann sind Sie herzlich willkommen: schnegg@lyskirchen.de oder 0221 2570564.

 

Ihr Matthias Schnegg

weiterhin aktuell:

Leerer Kirchenraum (Foto Anna C. Wagner)
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Gedanken von Matthias Schnegg aufgrund der Anordnung der Gottesdienstabsagen (Stand 15.03.2020) 

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Worte wie Aussatz, Pest, Aids, Krebs und jetzt Corona lassen uns den Schrecken spüren, der die Menschheit immer wieder befällt. Krankheit bedroht das Leben, macht einsam, abhängig und hilflos. 

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unser Gott und Heiland,in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt kommen wir zu Dir und bitten Dich  ...

 

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Wegen der Corona-Krise lassen immer mehr Bistümer in Nordrhein-Westfalen die Glocken läuten. Zuerst hatte das Erzbistum Köln am Dienstag eine entsprechende Aktion gestartet. Nun ziehen die Diözesen Aachen un Münster mit.

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Der deutsch-amerikanische Prof. Yascha Mounk, von der Havard Universität in Boston, hat intensiv die Ausbreitung der Spanischen Grippe 1918 in den USA aufgrund angeordneter oder unterlassenen Kontakteinschränkungen erforscht.
Der deutsch-amerikanische Prof. Yascha Mounk, von der Havard Universität in Boston, hat intensiv die Ausbreitung der Spanischen Grippe 1918 in den USA aufgrund angeordneter oder unterlassenen Kontakteinschränkungen erforscht.

In Zeiten der Krise (22.03.2020)

Schreiben von Matthias Schnegg an die Gemeinde Lyskirchen

Jetzt hören wir so viel, viel sich immer wieder Wandelndes. Allein durch die ständig neuen Informationen wird manchen der Boden unter den Füßen immer wackliger. Mir selbst geht es auch so, dass das Ausmaß der Herausforderung erst nach und nach in mein Bewusstsein sickert. Das geschieht nicht nur souverän. Gottlob gibt es auch bestärkende Zeichen der Solidarität, Zeichen des aneinander Denkens, Zeichen auch der geistlichen Verbundenheit.

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Schreiben von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki an alle Pfarrgemeinden des Erzbistums Köln

Liebe Schwester und Brüder! Auch für uns Christen ist die Coronakrise eine besondere Herausforderung. Selbst in Kriegszeiten sind die Gottesdienste nicht ausgefallen ….

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Wort des Bischofs:

Not sehen und handeln


Und die Armen – Zeichen der Solidarität Kollekten ans Herz gelegt:

In die Zeit der Abstinenz von gemeinschaftlichen Gottesdiensten fallen auch große Kollekten, die denen zugutekommen, die sowieso am Rand der gesellschaftlichen Sicherungen stehen. MISEREOR wäre am 29. März. Am GRÜNDONNERSTAG halten wir seit einigen Jahren als ‚nachhaltiges‘ Zeichen der Fußwaschung die Kollekte, mit der wir eine ganze Winterzeit über das Sonn- und Feiertagscafé für obdachlose Drogenabhängige im Notel finanziell ermöglichen. Mir liegt sehr daran, dass wir trotz der ausfallenden Gottesdienste diese Armen nicht aus dem Blick lassen. Daher die Bitte, dass Sie die Gelder, die Sie ansonsten dafür in das Kollekten-Körbchen geworfen hätten, entweder der Kirchengemeinde überweisen – mit den Stichworten ‚Misereor 2020‘ und/ oder ‚Gründonnerstag‘ – oder mir in einem Umschlag mit Ihrer Anschrift und dem Betrag und der Zweckbestimmung übergeben.

  • Die Bankverbindung: KKGem. St. Maria Lyskirchen, Pax- Bank Konto,
  • IBAN: DE96 3706 0193 0027 1770 18
  • BIC: GENODED1PAX.

Bei einer Überweisung für verschiedene Kollekten bitte die Aufteilung hinzufügen, damit jedes Anliegen bekommt, was Sie zuteilen mögen.

Urbi et orbi am Freitag: Kopf des Pestkreuz aus San Marcello, das für dieses Ereignis zum Petersdom gebracht wurde. (Bildschirmfoto: B. Marx)
Urbi et orbi am Freitag: Kopf des Pestkreuz aus San Marcello, das für dieses Ereignis zum Petersdom gebracht wurde. (Bildschirmfoto: B. Marx)

Gottesdienstverbundenheit (22.03.2020)

Viele haben die Idee aufgegriffen, zu den Gottesdienstzeiten freitags und sonntags um 18 Uhr (ab nächsten Sonntag bitte auf 19 Uhr umsteigen) zuhause in einer eigenen Art des Gottesdienstes mit der Gottesdienstgemeinde Lyskirchen verbunden zu sein. Das ist eine spürbare Verbindung, wie mir zurückgemeldet wird. Und was geschieht in der Kirche zu dieser Zeit? Wir sind zu zweit oder dritt, wir im Dienstverhältnis der Gemeinde, halten den räumlichen Abstand. Diese stellvertretende Versammlung beginnt mit einem längeren Schweigen. Das ist der Raum der Stille, den wir vom Beginn unserer Messfeiern kennen: Da mögen sich alle versammeln, mit ihrer eigenen Gestimmtheit, ihren eigenen Anliegen. Dann hören wir die Lesungen, beten oder singen den Antwortgesang. Nach dem Evangelium ist wieder Stille. Die wird beendet mit dem lauten Vorlesen der Fürbitten, die im Fürbittbuch stehen. Das Vater unser und die Segensbitte beenden die uns alle verbindende Feier. Mit dem Lied Nr. 96 vertrauen wir den Tag und den Übergang unseres Lebens Gott an, der uns irgendwann ‚heimholt in sein Licht.

 

 

Fürbitten

Nun haben die meisten, da sie nicht in der Nähe wohnen, keinen Zugang zum Fürbittbuch, so auch nicht zum Gebet der Gemeinde. Sehen Sie sich eingeladen, Ihre Gebetsanliegen per Mail an mich zu schicken. Wir nehmen diese Gebete mit in den stellvertretenden Gottesdienst unserer Verbundenheit. (schnegg@lyksirchen.de )