Hungersnot im Jemen

Bitte, nicht wegschauen

Benjamin marx lyskirchen krippe jemen
Ein Helfer "misst" die Arme eines Kindes im Jemen um den Grad der Unterernährung festzustellen ...

Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Fressen und
gefressen werden

Für die verfolgten Christen

verfolgte christen lyskirchen irak iran flüchtlinge

 

  • SANKT MARIA
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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

17.02.2019

1. Lesung

Verflucht,
wer auf Menschen vertraut;

gesegnet,
wer auf den Herrn sich

verlässt

 

Lesung aus dem Buch Jeremia

 

So spricht der Herr: Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt, und dessen Herz sich abwendet vom Herrn. Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt. Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.

Jer 17, 5-8

 

 

2. Lesung

Wenn Christus nicht auferweckt worden ist,
dann ist euer Glaube nutzlos

 

Lesung aus dem ersten Brief

des Apostels Paulus an die Korinther

 

Brüder! Wenn verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht? Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, und ihr seid immer noch in euren Sünden; und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren. Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen. Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.

 

1 Kor 15,12.16-20

 

 

Evangelium vom 6. Sonntag im Jahreskreis

Selig, ihr Armen! - Weh euch, ihr Reichen!

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit stieg Jesus mit seinen Jüngern den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon strömten herbei. Jesus richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht. Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten. Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.

Lk 6, 17.20-26

 

 

Gedanken zum Evangelium

Selig und Wehe

zu Lukas 6,17.20-26

Der Erzähler des Lukasevangeliums gibt den Blick auf eine neue Szene frei. Jetzt sehen wir Jesus nicht allein im jüdischen Territorium. Jetzt tritt er im phönizischen Küstengebiet von Tyrus und Sidon auf. Jesus wird nun programmatisch sprechen. Der nichtjüdische Landstrich unterstreicht – für die jeweils aktuelle Zuhörerschaft des Evangelisten –, dass die jetzt zu verkündigende Botschaft allen gilt – Menschen aus dem Judentum und solchen aus dem Nichtjudentum; Menschen, die sich um Jesus versammeln, um die Botschaft vom Reich Gottes aufzunehmen.

 

In der dann folgenden ‚Feldrede‘ richtete Jesus seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig ...

 

Und dann setzen vier Seligpreisungen ein, denen im Kontrast vier Weherufe folgen. Die Seligpreisungen sind uns vertrauter in der erweiterten Form der Überlieferung des Matthäus. Lukas wie auch Matthäus haben diese Seligpreisungen aus der Spruchquelle (Logienquelle Q genannt) übernommen. In dieser Spruchquelle sind in der urkirchlichen Tradition Aussprüche Jesu überliefert worden. Bei diesen Sprüchen gehen die Fachleute davon aus, dass sie vermutlich den tatsächlichen Aussprüchen Jesu am nächsten kommen. Diese Sprüche sind von einer gewissen Radikalität in der Zielrichtung der Nachfolge; sie sind aber auch von einer radikalen Tröstungskraft, die ebenso gewichtig ist für das Leben in der Nachfolge.

 

Beide Evangelisten haben sich dieser Vorgabe der urchristlichen Tradition bedient, wobei wir annehmen dürfen, dass Lukas der ursprünglichen, kurzen Fassung am treuesten geblieben ist. Matthäus hat diese Überlieferung sehr stark redaktionell bearbeitet. Grund dafür sind die Belange der Gemeinde, für die der Evangelist Matthäus geschrieben hat. Wesentlich mitentscheidend für die redaktionelle Bearbeitung ist auch das Hauptthema, das den Matthäus bewegt: Das Tun der Gerechtigkeit als Erfahrungsraum der angebrochenen Gottesherrschaft.

 

Der Evangelist Lukas setzt einen anderen Schwerpunkt in seiner Verkündigung. Er betont (u. a.) die unverzichtbare Bedeutung der Barmherzigkeit, die sich auch in der Solidarität und Würdigung der Zukurzgekommenen äußert. Rein äußerlich hat Matthäus Jesus diese Worte als Lehrer vom Berg aus sprechen lassen (daher der Name Bergrede, Bergpredigt), während Lukas Jesus eher als Propheten sprechen lässt – unten, auf dem Feld (daher der Name Feldrede).

 

Unser Textabschnitt bringt uns vier Seligpreisungen und vier Weherufe zu Gehör. Gleich fällt uns der Spannungszwischenraum innerhalb der einzelnen Aussprüche auf: Jetzt – ihr werdet aber ... Die Seligpreisungen bringen Notlagen in den Blick, in denen sich die Angesprochenen wiederfinden. (Zur Zeit des Lukas werden die meisten Gemeindemitglieder zu den Bedürftigen gezählt haben.)

Die erste Seligpreisung thematisiert die Armut: ‚Selig, ihr Armen!‘ Lukas denkt nicht an die Armen im Geiste, wie Matthäus es markiert; Lukas denkt an die, die in existentiellen, vor allem materiellen Notlagen sich befinden. Für diese Menschen hat der Evangelist eine besondere Wahrnehmung, weil er in ihnen die von Gott Bevorzugten weiß. Diese besondere Liebe Gottes zu den Armen eröffnet auch die Möglichkeit, die mit ‚selig‘ anzusprechen, die in den Augen der Menschen ja gar nicht die zu Beglückwünschenden sind. Das ist kein Zynismus; hier spricht die tiefe Glaubensüberzeugung, dass Gott ganz bestimmt an der Seite der Bettelarmen steht. Den an Liebe oft zu kurz Gekommenen gilt besonders die Fülle der Liebe Gottes.

 

Aus dieser Gewissheit kann der Evangelist dann auch die Jesusworte fortführen: ‚..., denn euch gehört das Reich Gottes.‘ Die Gewissheit unterstreicht, dass der Platz in der Gegenwart Gottes ihnen gewiss ist.

 

Wir mögen uns daran gewöhnt haben, eine solche Feststellung zu treffen: Gott an der Seite der Armen, die Armen als die Lieblinge Gottes. Nachdenklich kann uns stimmen, wo und wie der Platz Gottes an der Seite der Habenden ist. Die Weherufe werden dazu Hinweise geben – nicht in der endgültigen Verdammnis, sondern in einer Mahnung zur Umkehr. Da zeigt sich, wie sehr Menschen Gott verstanden haben, dass sie die Gemeinschaft mit ihm auch im Teilen des Lebens mit den Armen verwirklichen.

 

Die folgenden Seligpreisungen sind wieder sehr konkret, nicht verspiritualisiert. Konkret geht es um die Hungernden und die Weinenden. Es mag für uns wie Vertröstung klingen, wenn es heißt: ... denn ihr werdet gesättigt werden; ...ihr werdet lachen.‘ Wieder aber bezeugt der Evangelist die Gewissheit, dass in einer Welt der aufgenommenen Gottesgegenwart die Verhältnisse des Leidens umgekehrt werden. Der Evangelist betont das ‚Jetzt‘ und beschreibt die Notlage. Mit dem ‚Denn‘ eröffnet er eine Perspektive, die aber nicht nur und unbedingt in das Jenseits verweist. Es mögen Menschen lernen, in der Nachfolge Jesu auf das zu schauen, was Gottes vorzüglichste Lebensäußerung ist: seine Barmherzigkeit. Aus diesem Blickwinkel kann Wandlung und Verwandlung von Lebensumständen möglich sein. Das Lukasevangelium lässt daher den Zeitpunkt der Veränderung offen.

 

Die letzte Seligpreisung bedenkt, dass Menschen in der entschiedenen Nachfolge Jesu anecken, dass sie gehasst, ausgestoßen, geschmäht und in Verruf gebracht werden ‚um des Menschensohnes willen.‘ Da weist das Evangelium auf in der Geschichte erlittene und in der Zukunft denkbare Verfolgung hin. Dass dieser Hinweis über die Jahrhunderte hin Wirklichkeit geblieben ist und in unserer derzeitigen Weltsituation sich auch bedrückend akut zeigt, müssen wir hier mit bedenken. Jesus hat offensichtlich in einem so großen Vertrauen auf die Erfüllung des Vertrauens auf Gott gelebt, dass er von der Freude, vom Jauchzen, vom Freudentanz reden kann, den der ‚Lohn im Himmel‘ auslösen wird. Dieser Lohn ist die unzertrennliche Einheit mit Gott, dem Schöpfer, das endgültige Ankommen des Lebens in der Wiederverbindung mit Gott.

 

Unter den Zuhörenden – neben seinen Jüngern ebenso ‚viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon‘ – sind auch ‚die Reichen‘. Sie werden mit prophetischen Gerichtsrufen ‚Wehe euch!‘ angesprochen. Ihnen wird die Umkehrung der Verhältnisse vor Augen geführt: ‚Jetzt: satt, lachen, von Menschen gelobt – dann: hungern, klagen und weinen, auf falsche Propheten hereingefallen.‘

 

Da die meisten von uns nicht zu den Armen gehören, erreichen uns die Weherufe noch einmal heftiger, selbst wenn wir uns auch nicht zu den wirklich Reichen zählen mögen. Die Weherufe besiegeln nicht unausweichlich eine Verdammnis, ein Verpassen der Erfüllung und der Vollendung des Lebens. Die Weherufe sind wie Weckrufe, die zur Besinnung und dann zur Umkehr bewegen wollen. In aller Drastigkeit wollen sie Neuorientierung, Umkehr und Wandlung eröffnen.

 

Die Lösung aus der Verkrampfung in den Reichtum liegt im Blick auf die Armen. Dieser Blick ermöglicht das materielle Teilen dessen, was der Reichtum besitzt und teilen kann. Neben dem materiellen Teilen ist auch an ein Teilen von Leben oder wenigstens an ein Teilen von Lebensausschnitten zu denken. Damit ist mehr eine Haltung gemeint: Geschieht das Teilen aus der gönnerhaften Haltung, aus dem Wissen, besser, erhabener und mehr zu sein – oder geschieht das Teilen aus der Haltung der Solidarität. Solidarität bedeutet, sich in seinem Menschsein auf einer Ebene zu wissen. Weil wir Menschen sind, teilen wir Leben miteinander. Derzeit hat sich der Begriff des ‚Begegnens auf Augenhöhe‘ eingespielt. Mir scheint, dass es vielleicht um noch etwas anderes geht: Um das Teilen von Leben, selbst wenn die jeweiligen Lebensverhältnisse sehr unterschiedlich sind. Das Teilen von Leben miteinander ermöglicht diese Erfahrung, gleich zu sein, Mensch unter und mit Menschen.

 

Der Evangelist möchte zu dieser Haltung der Zuwendung ermutigen. Der Haltung Jesu entspricht es offenbar, es nicht darauf ankommen lassen zu wollen, dass die Reichen den Nachteil und den Schmerz der Umwandlung erfahren müssen. Ihm liegt daran, frühzeitig sich zu ändern. Lukas hat in diesem Sinne später die so beeindruckende Geschichte vom Reichen und dem armen Lazarus erzählt. Da wird die Unumkehrbarkeit der Verhältnisse so drastisch vor Augen geführt, dass jeder Zuhörende sich angesprochen fühlen möge, dann lieber zu Lebzeiten die Haltung zu wandeln. Denn das Ende bedeutete die Erfahrung der Nichtverbindung mit Gott. Und wer von den Glaubenden wollte das?

 

Ihr Matthias Schnegg

 

Termine in Lyskirchen

17.02.2019 - 24.02.2019


6. Sonntag im Jahreskreis
18.00 Uhr Heilige Messe der Gemeinde

 

 

Donnerstag:

15.00 Uhr Rosenkranzgebet für den Frieden und die Verständigung der Kulturen

 

Freitag:

18.00 Uhr Heilige Messe in der Krypta

Anschließend Bibelgespräch im Pfarrsälchen

 

7. Sonntag im Jahreskreis
18.00 Uhr Heilige Messe der Gemeinde

 

NOTEL

Victoriastr. 12

50668 Köln

Heilige Messe im NOTEL
jeweils dienstags

und donnerstags 
um 18.45 Uhr

 

‚nachterfahrung‘,
die nächste Lesenacht
in Lyskirchen

DIE APOSTELGESCHICHTE

18. Mai 2019 ab 19 Uhr

Einleitung in die ‚nachterfahrung‘ zur Apostelgeschichte

 

Dr. Gunther Fleischer ist ein ausgewiesen besonderer Erklärer der biblischen Bücher. So wird er am Donnerstag, 14. März, 19 Uhr im Pfarrsaal zum Verständnis der Apostelgeschichte sprechen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

 


Aus der Gemeinde

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In der vergangenen Woche haben sich zwei Mal Gruppen der Gemeinde getroffen, die sich über ihre Tätigkeiten ausgetauscht haben. Manche Überlegung interessiert evtl. ein größerer Kreis.

1. Jahrestreffen der in der Liturgie Rollen Tragenden

Am vergangenen Sonntag trafen sich die Lektor*innen, Kantor*innen, Kommunionhelfer*innen zu ihrem alljährlichen Austausch. Zum einen dient diese Begegnung des Dankes für diese Dienste; zum anderen ist hier ein Forum, aus den Erfahrungen auf die jeweiligen Dienste zu berichten und zu diskutieren.

 

In diesem Jahr ging der Schwerpunkt des Austausches zur Frage, wie weit die Erfahrungen der Gottesdienstfeier in Maria Lyskirchen übertragbar seien auf andere Gemeinden. Übereinstimmung war gleich gegeben, dass es nicht um eine Kopie in andere Gemeinden gehen kann und auch nicht will. In der Reflexion war auch ein dankbarer Rückblick, wie über die fast 20 Jahre hin sich die heute gelebte Form der Liturgie entwickelt hat. Diese Entwicklung war möglich, weil sich Menschen mit ihrem Gespür für den Hl. Geist und auch mit ihrem Verständnis und Wissen zur Liturgie eingebracht haben. Da ist eine Erfahrung gewachsen, was ‚Partizipation‘ bedeutet, Teilhabe und Teilgabe an dem, was uns als Zusage des Geistes verfügbar geworden ist. Viele Impulse zum Gestaltwerden der Liturgie sind immer wieder aus dem Kreis der Mitfeiernden gekommen. Es galt, diese miteinander ins Gespräch zu bringen, etwas zu entscheiden und diese Entscheidung aber unter den Titel zu stellen: ‚Wir müssen wahrnehmen, ob dies oder das ‚des Geistes‘ ist.‘ Aus der Entwicklungsgeschichte wissen wir, dass wir Einsichten und Entscheidungen auch zurückgenommen und neu aufgenommen haben, weil wir spürten, dass es noch nicht ‚des Geistes‘ ist - soweit wir das nach menschlichem Ermessen erfassen können.

 

Als ein Geschenk ist auch wahrzunehmen, dass diese Gestalt der Liturgie nicht alleine auf die Feier in der Kirche begrenzt bleibt. Offenbar hat die Liturgie Auswirkungen auf das diakonische Handeln und Denken der Gemeinde und auch auf das Zusammenwachsen als Gemeinde. Es ist ja eine Gemeinde, die in der Woche keinen nachbarschaftlichen oder Veedels-Kontakt hat, weil die meisten von irgendwoher kommen. Dennoch aufeinander zu achten, wenn z.B. jemand krank ist, hat sich von selbst ergeben. Es gibt kein Konzept z.B. der Organisation einer Nachbarschaftshilfe.

 

Am Ende des konstruktiven Austausches steht die Erkenntnis, dass es nicht darum gehen kann, Lyskirchen zu kopieren. Jeder Ort mit seinen sich versammelnden Menschen hat sein Charisma und seinen Kairos. Was bedenkenswert sein kann ist die Haltung, aus der wir versuchen, unsere Nachfolge lebendig sein zu lassen. Es ist eine Haltung der Offenheit, dass der Geist spricht, dass er durch alle sich mitteilen kann - und dass es eine respektvolle Lernbereitschaft gibt.

 

Danke allen, die mit ihren Lebens- und Glaubenserfahrungen Mitfeiernde der Liturgie sind - in allen Ausstrahlungen auf die Diakonie und die Glaubensverkündigung.

 

2. Jahrestreffen der Mitwirkenden an den ‚nachterfahrungen‘

Derzeit sind es 21 Mitmenschen, die die ‚nachterfahrung wort-tanz+musik‘, die Lesenacht ganzer biblischer Bücher, mittragen. Da sind verschiedenste Aufgaben, die die Gesamtveranstaltung ermöglichen - von Auf- und Abbau über das Lesen bis zur angemessenen Beleuchtung. Dank all denen, die teils von Anbeginn der Lesenacht mitwirken. Die ‚nachterfahrung‘ begann im November 2001 und wird seit dem jedes Jahr mit zwei Lesungen fortgeführt. Im Mai lesen wir in der Regel neutestamentliche Texte, im November solche aus dem Alten Testament.

 

Was so viele Jahre besteht, kommt irgendwann auch an die berechtigte Frage, ob es noch angemessen ist - oder ob es nur noch um des Erhalts seiner selbst willen fortgeführt wird. Zu dieser Frage tauschten sich die Mitwirkenden beim diesjährigen Jahrestreffen aus. Die Zahl der Zuhörenden hat sich im Laufe der Jahre verringert - ist das ein Grund, ein schleichender Hinweis, diesem ‚Format‘ ein Ende zu setzen?

Das Ergebnis des lebendigen Austausches in der Gruppe: Das Anliegen dieser Lesungen ist uns weiter wichtig und soll erhalten bleiben. Von Anfang an stand im Mittelpunkt, in unserer Gemeinde dem Wort der Heiligen Schrift einen lebendigen Platz zu geben. In der Regel hören wir nur Ausschnitte aus biblischen Büchern. In den Lesungen soll das WORT zum Zuge kommen. Damit verbunden auch die Entscheidung, das WORT aus sich wirken zu lassen - ohne religionspädagogische Akzente, ohne szenische Aufbereitung. Das WORT in seiner Nüchternheit, aber auch in seiner Kraft.

 

Musik und Tanz sind begleitende Akzente zur Wahrnehmung des WORTES. Die Lesungen verstehen sich als ein geistliches Geschehen, das gewiss die Entwicklung in Maria Lyskirchen mitträgt.

 

Wichtig war und bleibt uns, wenigstens mit kurzen Passagen daran zu erinnern - und hör- und erlebbar zu machen -, dass diese Urtexte unseres Glaubens in hebräischer bzw. griechischer Sprache verfasst sind.

 

Weil es den Mitwirkenden persönlich so wichtig ist, sich auf diese Weise dem WORT zu stellen, wäre es schön, wenn Menschen vermehrt auf diese Möglichkeit des geistlichen Lebens aufmerksam gemacht werden könnten. Es ist ein anderes Erleben, mit spürbar mehreren so etwas zu durchleben. Um mehr Menschen auf diese Lesungen aufmerksam zu machen, hat der Kreis einige Ideen entwickelt, die wir umzusetzen uns mühen. Selbst wenn keine Mehrung der Zuhörerschaft möglich sein sollte, so bleibt die Überzeugung, dass die Lesung des WORTES der Wert an sich ist. Was einem persönlich wertvoll ist, das teilt man gerne. Und wenn es in einem nicht nur verstreuten Kreis miteinander erlebt wird, erhebt es auch das geistliche Gemüt.

 

Auch inhaltlich gab es Überlegungen beim Jahrestreffen: Das Neue Testament haben wir ganz gelesen, einige Bücher (z.B. die Evangelien) schon mehrfach. Ist es angezeigt, die ntl. Bücher jetzt einfach zu wiederholen? Der Kreis entschied sich, einmal Literatur aus den sogenannten apokryphen Schriften mit aufzunehmen. Für 2020 ist an die Kindheitsgeschichten des Thomasevangeliums und an das Thomasevangelium gedacht.

 

Die nächste ‚nachterfahrung‘ wird am 18. Mai sein. Dann lesen wir die Apostelgeschichte des Lukas. Die Einladung, das einmal mitzuerleben, geht natürlich auch an uns als Gemeinde. Gut zu wissen, dass die Lesung offen ist - man darf auch kommen und gehen, wie man es will.

 

Einleitung in die ‚nachterfahrung‘ zur Apostelgeschichte

Auch das wurde beim Treffen der Mitwirkenden an den Lesungen betont, wie kostbar und hilfreich (und vielleicht auch werbend) die Einleitungen sind. Dr. Gunther Fleischer ist ein ausgewiesen besonderer Erklärer der biblischen Bücher. So wird er am Donnerstag, 14. März, 19 Uhr im Pfarrsaal zum Verständnis der Apostelgeschichte sprechen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

ENDE