Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Brötchen holen
für das Klima

Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

verfolgte christen lyskirchen irak iran flüchtlinge

 

  • SANKT MARIA
    IN LYSKIRCHEN

    AN LYSKIRCHEN 12
    50676 KÖLN

 

  • Die Kirche ist täglich
    in der Zeit von
    9 Uhr bis 18 Uhr
    geöffnet.
  • SONNTAGSMESSE
    IN LYSKIRCHEN:

    WÄHREND DER SOMMERZEIT UM
    19 UHR UND WÄHREND DER
    WINTERZEIT UM
    18 UHR, JEWEILS SONNTAGSABENDS

  • Herzlich Willkommen
  • Pfarrbüro
    Marienplatz 17-19
    50676 Köln
    Tel.: 0221/214615
    Fax: 0221/2403432
    email: PFARRBÜRO
    Öffungszeiten des Pfarrbüro:
    Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag:
    9.00 bis 12.00 Uhr
    und Donnerstag:
    15.00 bis 18.00 Uhr

Konto der Pfarrgemeinde
Sankt Maria in Lyskirchen

PAX-Bank, Köln

IBAN:
DE96 3706 0193 0027 1770 18

 

BIC: GENODED1PAX

 

 

Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

Sonntag, den 10.03.2013
LAETARE: 4. Fastensonntag 2013
Der 10. März ist der 69. Tag des Gregorianischen Kalenders, somit verbleiben noch 296 Tage  bis zum Jahresende.

Ab dem 12.03.2013 wird gewählt, der GEIST Gottes muss helfen ...

Kardinal Papst Lyskirchen Konklave

Bendedikt XVI:

  • ... Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen.

 

KARDINAL WOELKI:
... Benedikt XVI hat das Papstamt auf wunderbare Weise entzaubert ...


PIUS VI: Ein absolutistischer Herrscher,

der die Kirche fast zerstörte ... ER WAR 24 JAHRE PAPST!

Pius VI:

24 Jahre war er Papst: PIUS VI
24 Jahre war er Papst: PIUS VI

Der Inhalt der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte stieß bei Papst Pius VI. auf entschiedene Ablehnung. Sein Befremden über die Forderungen der Erklärung drückte er in einem Breve am 10. März 1791 aus:

 

„Kann man etwas Unsinnigeres ausdenken als eine derartige Gleichheit und Freiheit für alle zu dekretieren.“

 

Pius VI. (bürgerlich Giovanni Angelo Graf Braschi; * 27. Dezember 1717 in Cesena, Kirchenstaat; † 29. August 1799 in Valence) war Papst von 1775 bis 1799. Er war seit 1758 Priester und seit 1773 Kardinal. Sein Pontifikat gehört mit 24 Jahren zu den längsten der Kirchengeschichte. Zum Bischof wurde er erst geweiht, nach dem er zum Papst gewählt war.

 

Am Tag seiner Wahl zum Papst unterzeichnete Pius VI

die Bulle: Editto sopra gli Ebrei („Erlass über die Juden“)

 

In dieser Bulle fasste Pius VI zusammen, was seine Vorgänger bereits seit 1555 in verschiedenen Anordnungen zuvor über das Leben der Juden bestimmt hatten.

 

Der Präambel folgen sieben Paragraphen, die sich ausschließlich dem Besitz und dem Handel verbotener Bücher durch Juden widmen. Gemeint waren hiermit Schriften, denen „Irrtümer“, „Beleidigungen“ oder „gottlose Äußerungen und Lästerungen“ sowohl gegen die christliche Religion insgesamt als auch gegen die römisch-katholische Kirche angelastet wurden. Dem folgten zwei Paragraphen über Zauber- und Hexenwesen sowie zwei weitere Paragraphen, die restriktiv jüdische Friedhöfe und jüdische Begräbnisriten regelten. Ein weiterer Paragraph regelt die Ausübung des jüdischen Kultus auf dem Boden des Kirchenstaates.

 

Einen inhaltlichen Schwerpunkt hat das Editto sopra gli Ebrei in der Regelung des Umgangs von Juden mit ihren jüdischen Mitbürgern, die sich zum Christentum bekennen wollten (sogenannten Katechumenen oder Taufbewerbern) oder bereits zum Christentum übergetretenen (sogenannten Neophyten oder „neu Aufgenommene“) Das Editto regelt dies in nicht weniger als sechs Paragraphen.

 

  • Zwei weitere Paragraphen regeln die Kennzeichnungspflicht von Juden, die sich nach diesem Editto durch das Tragen eines gelben Zeichens gegenüber Christen zu erkennen geben mussten.

 

Paragraph 22 bis Paragraph 34 des Editto regelten den Umgang zwischen Juden und Christen. So durften Juden an Christen keine Grundnahrungsmittel verkaufen beziehungsweise Christen diese nicht von Juden erwerben. Juden war insbesondere der Handel mit Katechumenen und Neophyten untersagt. Sie durften außerdem keine christlichen Dienstboten beschäftigen. Auch der Umgang zwischen Christen und Juden bei Unterhaltungen, Geselligkeiten oder Glücksspiel oder die gemeinsame Nutzung von Kutschen war geregelt.

 

Die darauf folgenden Paragraphen regelten die Wohn- und Bewegungsfreiheit der jüdischen Untertanen innerhalb des Kirchenstaates. Sie zwangen Juden unter anderem, christlichen Zwangspredigten beizuwohnen und regelten die Strafen bei Übertretung. Die Überwachungs- und Exekutivrechte wurden an die Inquisition übertragen.

 

PS: Nach dem Tod  Pius VI am 29.08.1799 schien die katholische Kirche am Ende. Erst im folgenden Winter konnten die Kardinäle unter österreichischem Schutz in Venedig zu einem Konklave zusammentreten, aus dem im März 1800, nach einem Konklave von 3 Monaten, Pius VII. hervorging.

Ettore Roesler Franz, Tiberüberschwemmung im jüdischen Ghetto in Rom
Ettore Roesler Franz, Tiberüberschwemmung im jüdischen Ghetto in Rom

Seit 1555 mußten Juden unter den Päpsten in Rom in einem Ghetto leben

 

Das römische Ghetto war ein besonderer Bereich in Rom, in dem die Juden der Stadt verpflichtet waren zu wohnen. Es wurde 1555 aufgrund des Ediktes Cum nimis absurdum von Papst Paul IV. eingerichtet. Hohe Mauern mit fünf Toren wurden um das Gebiet gezogen, in dem bereits seit vorchristlicher Zeit Juden siedelten. Es befand sich etwa zwischen dem Kapitol, Tiberinsel und Largo Argentina. Das römische Ghetto hatte Anfang des 19. Jahrhunderts ungefähr 10.000 Einwohner und war eines der größten Europas. Aufgelöst wurde das römische Ghetto im Jahre 1870 als gegen den Kirchenstaat kämpfende italienische Truppen Rom besetzen.

Zum Konklave ab dem 12.03.2013 gilt weiterhin:

Veni, Creator Spiritus,

mentes tuorum visita,

imple superna gratia,

quae tu creasti, pectora.

 

Per Te sciamus da Patrem,

noscamus atque Filium;

Tequ[e] utriusque Spiritum

credamus omni tempore.

Komm, Schöpfer Geist,

die Gesinnungen der Deinen besuche;

erfülle mit oberer Gnade

die Herzen, die Du geschaffen hast!

 

Gib, dass wir durch Dich den Vater verstehen

und auch den Sohn erkennen

und an Dich, beider Geist,

zu jeder Zeit glauben!


 

Es sagte Johannes XXIII. (1881 - 1963),
eigentlich Angelo Giuseppe Roncalli, Papst von 1958-1963

 

 

Bitte am Karfreitag:

 

Wir sind uns heut bewußt, daß wir die Schönheit deines auserwählten Volkes nicht mehr gesehen haben. Vergib uns den Fluch, den wir zu Unrecht an ihren Namen ›Jude‹ hefteten. Vergib uns, daß wir dich in ihrem Fleisch zum zweiten Mal ans Kreuz schlugen. Wir wußten nicht, was wir taten.

 

Dein Bruder war tot und lebt wieder

 

+ Aus dem heiligen

Evangelium nach Lukas

 

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern. Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden.


Lk 15, 1-3.11-32

 

Freude

(zu Lukas 15, 1-3.11-32)

Die Geschichte vom verlorenen Sohn – bzw. richtiger: vom barmherzigen Vater – ist in unseren Breitengraden kulturelles Allgemeingut. Eine Geschichte großer Dramatik und bewundernswerter Barmherzigkeit, eine Geschichte des offenen Ausgangs. In der Figur des älteren Sohnes werden – vor allem die ordnungstreuen Frommen – zur Stellungnahme herausgerufen. Es gibt den Konflikt zwischen Treue und Untreue, es gibt die Frage nach der Gerechtigkeit, die einer verlässlichen Ordnung folgen will und muss. In all dem steht die Zumutung, die Freude zu an jemandem, der verloren war, der aber wieder zurückgekehrt ist. Es ist eine Geschichte zu Tod und Auferweckung.

 

Die Geschichte böte genügend Stoff, losgelöst vom Kontext einer Evangeliumsbotschaft Lehren zu erteilen. Das Lukasevangelium hat als einziges dieses Sondergut aus der Überlieferung Jesu aufgenommen. Lukas folgt damit seiner markierenden Verkündigungsabsicht: Gottes Barmherzigkeit und die Freude Gottes an der Wiederverbindung mit dem Totgeglaubten. Das Verhalten Jesu hat offenbar sehr deutlich – und teils provozierend – diese Barmherzigkeit und die Freude Gottes bekundet.

 

Im Zusammenhang der Gesamterzählung des Evangeliums hat das 14. Kapitel düster geendet. Wer kann diesem kantigen Maß der Nachfolge Jesu gerecht werden: Alle menschlichen Bindungen gering achten um der Beziehung zu Jesus willen; dem gesamten Besitz entsagen, um der Nachfolge willen...? Die Hörerschaft des Evangeliums wird verschreckt sein. Jede und jeder weiß, wie begrenzt die Fähigkeit zur totalen Hingabe ist. Vielen wird deutlich, wie wacklig ihr Vertrauen auf Gott ist, wie sehr wir zurückbleiben vor dem, was gelingende Beziehung mit Gott betrifft.

 

Auf diese Verunsicherung lässt das Lukasevangelium nun die Geschichten der Freude über die Wiedergefundenen anschließen. Keine Bedrückung mehr, eher verunsicherte Verschüchterung, wie das denn lebbar ist: Verstoß gegen die (begründet sinnvolle) Ordnung und Barmherzigkeit und Freude als Gegenpol. Lukas führt in die Überlieferung der (an sich drei) Geschichten von der Freude über das Wiedergefundene ein. Er schildert die Situation der nach bestem Wissen Frommen, der Pharisäer und Schriftgelehrten. Die nehmen Anstoß daran, dass Jesus mit Unreinen, mit ‚allen’ Zöllnern und Sündern, Tischgemeinschaft hält. Jeder fromme Jude weiß, dass er solche Genossenschaften zu meiden hat.

 

In der Gemeinde des Lukas kann in dieser Szene die Konfrontation mit den traditionell jüdischen Gemeinden und den aus dem Heidentum kommenden Christen abgebildet sein. Die konkrete Situation verblasst aber angesichts der grundlegenden Botschaft. Sie ist auf viele Erfahrungsebenen zu übertragen – auch in unsere Lebenswirklichkeit hinein.

 

Die Geschichte erzählt von einem Familienverbund eines wohlhabenden Bauern, der abseits der Stadt sein Anwesen hat. Sklaven gehören ebenso dazu wie Tagelöhner, die je nach anstehender Arbeit gebraucht und entlohnt werden. Frauen kommen nicht mit ins Bild – später nur die Dirnen. Es gilt, dass die Söhne in Gemeinschaft mit dem Vater den Hof bewirtschaften. Das Buch der Weisheit lehrt, der Vater möge nicht vorzeitig sein Erbe aus der Hand geben, um nicht von den Kindern abhängig zu werden.

 

Die Geschichte erzählt: ‚Ein Mann hatte zwei Söhne.’ Gleich wissen die Leser, dass der eine gut, der andere böse sein wird. Der Jüngere tritt auf den Plan, will ins Ausland, will sich der Autorität des Vaters entziehen, will auf eigene Füße, will sein Leben selbstbestimmt meistern. Das Erbrecht sieht die Möglichkeit vor, dass ein Erbe frühzeitig ausgezahlt wird. Im Fall der zwei Söhne steht dem Jüngeren ein Drittel des Erbes zu. Der Hoferbe, der Älteste, bekommt immer das Doppelte von dem, was andere Geschwister erhalten. Die Geschichte lässt uns die Gefühle des Vaters nicht erkennen. Er gibt den Erbanteil aus. Rechtlich hat der Sohn sich damit aus der Familie gelöst – grundsätzlich. Daher kann bei der Wiederkehr der Vater auch davon sprechen, dass der Sohn ‚tot’ war.

 

Das Experiment der reifen Selbstverwirklichung misslingt. Das Ausland erweist sich zuerst als Freudenpfuhl, in dem viel Geld verschlungen wird. Dann kommt Hungersnot über das Land. Das Geld ist weg. Die Ausländer sind die ersten, die nicht mehr in Lohn und Brot stehen. Dem Draufgänger hätte gewiss eine jüdische Gemeinde in der Nähe zur Verfügung gestanden. Aber die Geschichte will, dass der jüngere Sohn in seiner Hoffart immer weiter abrutscht. Er landet bei den unreinen Tieren. Der Gipfel seiner Trostlosigkeit ist die bodengründige Armut: Er muss mit den Schweinen die Schoten des Johannesbrotbaumes essen. Alle Juden wissen, dass es kein deutlicheres Zeichen der Armut gibt, als auf Johannesbrotbaumschoten angewiesen zu sein.

 

Dann kommen Einsicht und Umkehr. Der sündige Sohn weiß, dass er alles verspielt hat. Er denkt mit Wehmut an den relativen Wohlstand, den die Tagelöhner seines Vaters haben – obwohl diese doch auch Tag für Tag sehen müssen, ob es Arbeit für sie gibt. In diesem Status vom Arbeitgeber des Hofes (nicht vom Vater) anerkannt zu werden, das hilft zu überleben. Der Sohn ist gereift. Er nimmt Verantwortung auf. Im Sprachgebrauch seines jüdischen Glaubens bekennt er seine Schuld gegen den Himmel und vor seinem Vater.

 

Dann das anrührend Unerwartete: Der Vater scheint über das Scheitern seines Sohnes informiert zu sein, scheint in Sehnsucht zu warten, dass er heimkehre. Und als er ihn tatsächlich kommen sieht, verlässt er alle Etikette des würdigen Vaters. Er rennt (kein edler Orientale rennt!) dem Sohn entgegen. Und er umarmt und küsst ihn – ein zu Herzen gehendes Zeichen der bedingungslosen Versöhnung. Welche Größe! Wie das Menschliche oft übersteigend! Der Sohn spricht dann sein Bekenntnis. Er fragt nicht, ob er als Tagelöhner eingesetzt werden kann. Er hat begriffen, dass ihn in unbegreiflicher Weise Liebe empfangen hat. Im Zuhören und im Ausmalen des Bildes dieser Begegnung wird uns Hörenden spürbar, was da an menschlich-göttlich Tiefem geschieht.

 

Dann überschlägt sich alles: Der Wiedergekehrte wird ganz offiziell in die Würde des Sohnes zurückgehoben: Gewand der Sohnesautorität, Siegelring als Teilhabe an der Autorität des Vaters, Schuhe als Zeichen des freien Mannes. Die Barmherzigkeit und offenkundige Liebe hat alle Rechtsordnungen außer Kraft gesetzt. Für den Vater gibt es darauf keine andere Ausdrucksform als die Freude, das freudig-dankbare Mahl.

 

Für den Vater gab es keine andere Ausdrucksform. Die Geschichte erzählt uns die Reaktion des treuen Erbsohnes. Der kommt von der Verrichtung der ordnungsgemäßen Arbeit. Er hört die Feierfreude. Er fragt einen Sklaven. Der sagt, was man von außen sehen konnte: Dein Bruder ist gesund zurückgekommen, das begründet die Freude des Vaters. Kein Wort von Reifung, von Bereitschaft, als Tagelöhner zu gelten, kein Wort der Sehnsucht, der Liebe, der Freude des Vaters. Die veräußerlichte Wahrnehmung sieht das Wesentliche nicht.

 

Der Vater tritt wieder auf den Plan, jetzt, um sich zu erklären. Er weist den Älteren darauf hin, dass er nicht ein dumpfer Pflichterfüller war – einem Sklaven gleich. Die vorbildliche Pflichterfüllung verliert in der Wertung des Vaters nichts an Bedeutung. Alles, was sein war, war auch das des Hoferbens. Aber es geht nicht um die Abwägung einer Gerechtigkeitsfrage. Es geht darum, die unerfassliche Größe der Liebe da sein zu lassen. Der Ältere tut sich schwer, spricht nicht vom Bruder, sondern ‚diesem, deinem Sohn’. Die Entgegnung des Vaters wirbt bewusst für ‚diesen, deinen Bruder’. Die Erfahrung, dass der ausgeschiedene, ‚tote’ Sohn wieder zum Leben kam, wieder ‚Sohn’ geworden ist, sollte den Bruder nicht unberührt lassen – denn auch für ihn war der Bruder ‚tot’, auch für ihn lebt er wieder.

 

Die Geschichte lässt uns als Leserschaft mit einem offenen Ende zurück. Wie der ältere Sohn reagiert, bleibt offen. Wie so oft, wenn wir die Güte, die Größe, die Liebe, die Freude anderer persönlich nicht verkraften. Manchmal ist schon viel gewonnen, nicht aufzubegehren. Der Vater der Geschichte will nichts anderes als dass respektiert wird: Er kann nicht anders, als sich über diese Rückkehr zu freuen – und dieser Freude angemessenen Ausdruck zu verleihen.

 

Lukas lässt diese Geschichte den skeptischen Pharisäern und Schriftgelehrten erzählt sein. Wir werden für uns bald den Platz (oder die Plätze) in der Geschichte gefunden haben, in denen wir uns wiedererkennen. Manche haben diese unsägliche Freude schon erlebt, diese Liebe und Freude Gottes am eigenen Leben ermessen zu haben.

 

Ihr Matthias Schnegg

 

 

 

 

 

LAETARE, JERUSALEM

„Freue dich, Jerusalem“

Sonntag, 10.03.2013, 4. Fastensonntag 2013

um 18 Uhr Heilige Messe zum Fastensonntag

 

Donnerstag, den 14.03.2013 um 18 Uhr Rosenkranz

für den Frieden und für die Verständigung der Kulturen

 

Freitag, den 15.03.2013 um 6 Uhr Frühschicht

mit anschließendem Frühstück

 

JUDICA ME, DEUS

„Richte mich, o Gott“

Passionssonntag

Sonntag, 17.03.2013, 5. Fastensonntag 2013

um 11.30 Uhr Taufe des Kindes Maximilian Breuer

um 18.00 Uhr Heilige Messe der Gemeinde

als Jahrgedächtnis für Robert Schnegg und Sohn Anton

Kollekte: MISEREOR

 

  • Heilige Messe im Notel
    Victoriastrasse 12, Köln
    Dienstag, den 12.03. 2013, um 18:45 Uhr Heilige Messe
    Donnerstag, den 14.03.2013, um 18:45 Uhr Heilige Messe

 

Sie sind eingeladen

 

AGAPE an Grünndonnerstag in Lyskirchen
AGAPE an Grünndonnerstag in Lyskirchen

Hilfen für Gründonnerstag gesucht: Seit einigen Jahren feiern wir die Gründonnerstagsliturgie mit einer Agapefeier. Für diese Feier brauchen wir viele helfende Menschen:

 

1. für den Aufbau am Gründonnerstag um 14 Uhr (2-3 Personen)


2. für den Tischdienst während der Feier (12 – 16 Personen)


3. für den Spüldienst nach der Feier (für 3 Spülstellen )

 

 

Herzlichen Dank für Ihr Mitwirken!

 

Schriftgespräche: Am 2.3. haben wieder Frauen und Männer zusammengesessen, um in der Heiligen Schrift zu lesen. Wir haben exemplarisch für jeden der großen Tage der Heiligen Woche einen der biblischen Texte besprochen. In der Runde ist der Wunsch wieder einmal angesprochen worden, möglichst regelmäßig eine solche Runde anzubieten. Seit Jahren sind Schriftgespräche an den Freitagen vor den Adventssonntagen.

 

Nach Ostern – beginnend mit Freitag, 19. April, werden wir (wie vor Jahren) freitags um 18 Uhr Hl. Messe in der Krypta feiern und anschließend Interessierte zu einem Bibelgespräch zu einem der Schrifttexte des dann folgenden Sonntags einladen.

 

St. Kyrill – Damaskus: Aus unseren regelmäßigen Kontakten mit Pater Josef und Pater Georges wissen wir, dass die Lage dort bedrängend ist. Die Patres habe lange Zeit geschrieben, dass es ihnen zusammen mit der Pfarrei ‚ordentlich‘ ginge. Die Nachrichten lassen aber immer mehr erkennen, dass die Lage auch für das eigene Leben immer bedrohlicher wird. Auch Gemeindemitglieder sind Opfer der Anschläge geworden. Die Gemeinde versammelt sich intensiv und sehr zahlreich zu den Gottesdiensten, um für den Frieden für ihr Land inständig zu beten. Mit unserem Gebet hier versuchen wir, sie zu unterstützen.

 

Aus dem Kontakt mit den Patres wissen wir auch, dass für die Gemeinde dort die Versorgungsengpässe immer spürbarer werden. Wenn es etwas zu kaufen gibt, so sind die Preise deutlich gestiegen. Ich versuche mir vorzustellen, ich selber sei in einer solchen Lage und wäre auf die Mithilfe anderer angewiesen, die derzeit in Frieden leben können.

 

  • Daher der Hinweis: Wer aus unserer Gemeinde die Gemeinde in Damaskus finanziell unterstützen möchte, kann das über die das Konto der Kirchengemeinde tun: Konto 27177018 bei der Pax-Bank (BLZ 37060193).

Fastenaktion 2013 am 17. März in Lyskirchen:

Wir haben den Hunger satt!

 

Das sagen wir bei MISEREOR gemeinsam mit unseren Partnern. Das sagen auch Sie, die Sie für mehr Gerechtigkeit beten und kämpfen. Das rufen knapp eine Milliarde Menschen laut heraus, die dauerhaft unterernährt sind. So wie Bauern im afrikanischen Niger, die mit Hilfe von Bewässerung und dem entsprechenden Saatgut in der Trockenzeit Gemüse anbauen, um die unsicheren Ernteerträge aus der Regenzeit auszugleichen. Auch Familien in Bangladesch versuchen sich durch nachhaltige Landwirtschaft aus der Spirale von Abhängigkeit und Hunger zu befreien, in die sie durch die Agroindustrie geraten sind. Oder Kleinbauern und indigene Gemeinschaften in Paraguay, die ihr Land und ihre Selbstversorgung gegen die endlosen Monokulturen der Großgrundbesitzer behaupten wollen, um ihre Existenzgrundlage zu sichern. Lernen Sie diese mutigen Menschen kennen und stellen Sie sich an ihre Seite. weiter lesen >>>