Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Der Woelki wählt

Bodyguard Jesus

Sie haben Post!

SOS – Flüchtlinge ertrinken in unserer Gleichgültigkeit!

Für die Lebenden und Verstorbenen beten

Guter Rat ist teuer

Die Trauernden trösten

Die Unwissenden belehren

Die Lästigen
geduldig ertragen

Erlittenes Unrecht verzeihen

Meine Leitkultur

Christliche Obergrenzen

"Wer bei Euch groß sein will, der soll der Diener aller sein!"

Nennt das Mittelmeer besser Totes Meer!


Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

verfolgte christen lyskirchen irak iran flüchtlinge

 

  • SANKT MARIA
    IN LYSKIRCHEN

    AN LYSKIRCHEN 12
    50676 KÖLN

 

  • Die Kirche ist täglich
    in der Zeit von
    9 Uhr bis 18 Uhr
    geöffnet.
  • SONNTAGSMESSE
    IN LYSKIRCHEN:

    WÄHREND DER SOMMERZEIT UM
    19 UHR UND WÄHREND DER
    WINTERZEIT UM
    18 UHR, JEWEILS SONNTAGSABENDS

  • Herzlich Willkommen
  • Pfarrbüro
    Marienplatz 17-19
    50676 Köln
    Tel.: 0221/214615
    Fax: 0221/2403432
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    9.00 bis 12.00 Uhr
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Konto der Pfarrgemeinde
Sankt Maria in Lyskirchen

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

Sonntag, den 04.08.2013
Der  04. August ist der 216. Tag des Gregorianischen Kalenders, somit verbleiben noch 149 Tage  bis zum Jahresende.

4. August 1953: der Deutsche Bundestag
schafft den Kanzelparagraphen ab.

Es ist der Startschuss für den Streit zwischen Otto von Bismarck und der katholischen Kirche: 1871 erlässt der Reichskanzler den "Kanzelparagraphen". Ab da gilt für Geistliche: Politische Äußerungen im Amt sind verboten. Und das ist erst der Anfang einer ganzen Reihe von antiklerikalen Maßnahmen.

 

Tatsächlich landeten immer wieder Priester im Gefängnis, von ihren Gemeinden als Märtyrer verehrt. Schlag auf Schlag folgten nun weitere Kulturkampf-Gesetze: Der Staat konnte bei der Besetzung von Pfarrstellen mitreden, die kirchliche Trauung büßte ihre Gesetzeskraft ein, die Bezahlung von Geistlichen wurde an ihr "Wohlverhalten" geknüpft, man verbot den Jesuitenorden und löste Klöster auf. Doch je mehr Druck Bismarck ausübte, desto enger rückten die Katholiken zusammen und desto stärker wurde die Zentrumspartei. Nach zehn Jahren Kulturkampf ruderte er zurück: Die meisten Gesetze wurden wieder abgeschafft. Der Kanzelparagraph allerdings blieb. Im Kaiserreich zwar nicht mehr angewendet, nutzten ihn die Nationalsozialisten als wirkungsvolles Instrument im Kirchenkampf. Sein vage formulierter Straftatbestand - die Störung der öffentlichen Ordnung - diente als Vorwand für die Verhaftung regimekritischer Geistlicher. Erst am 4. August 1953 schaffte der Deutsche Bundestag den Kanzelparagraphen ab.

Es sagte Martin Luther

(1483 - 1546), deutscher Theologe und Reformator

Die Arznei macht kranke,

die Mathematik traurige,

die Theologie sündhafte Menschen.

Papst grüßt Muslime zum Ramadan

Zitat der Woche:

Familien und Schulen sind aufgerufen, Kinder so zu erziehen, dass sie respektvoll über die anderen Religionen und deren Anhänger denken und sprechen, ohne deren Überzeugungen und deren Praxis lächerlich zu machen oder herabzusetzen»

 

Grußwort von Papst Franziskus zum Ende

des Ramadan am kommenden Donnerstag

 

Wem wird all das gehören, was du angehäuft hast?

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

 

In jener Zeit
bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

 

Lk 12, 13-21

Gegeben, um zu geben

(zu Lukas 12,13-21)

Mit der Erzählung vom reichen Kornbauern geht es recht lebenspraktisch zu. Die Gemeinde des Lukas kennt auch wohlhabende Menschen. Ihnen gibt Lukas konkrete Hinweise, wie sie mit ihrem Wohlstand umgehen mögen. Besitz an sich ist nicht zu verteufeln. Der Umgang damit will im Widerschein Gottes und im Widerschein des Handelns Jesu bedacht sein. So spricht Lukas das leidige Thema der Habgier an. Menschen, die besitzen, stehen in der je größeren Gefahr, habgierig zu sein. Aber die Habgier ist nicht nur eine Versuchung der Habenden. Die Habgier entspringt einer Haltung, auch unabhängig von der Menge der Güter dieser Welt.

 

Erzählt wird die Situation Jesu, der von einem Mann (nicht aus der Schar seiner Schüler) angesprochen wird. Er möge sich bitte als Schlichter oder Richter erweisen. Es geht um ein Erbe. Die Tora weiß hoch zu loben, dass man einen ererbten Besitz möglichst nicht aufteilt, sondern in bewahrt und mehrt (Num 36,6-9). Der hier auftretende Mann schlägt diese Weisung in den Wind und möchte das Erbe aufteilen, wenigstens seinen Pflichtteil bekommen. Jesus weigert sich, sich als Rechtssprecher gebrauchen zu lassen. Jesu Gerichtsbarkeit wird sich am Ende nicht messen nach den Streitfragen, die Menschen untereinander haben. Maß ist das, was er als Reich-Gottes-Wirklichkeit gelebt hat.

 

Die Szene mit dem Rat suchenden Mann wird zum Anlass einer Belehrung, wie sie im Interesse des Messias-Lehrers Jesus liegt. Es ist die Warnung vor der Habgier. Sie will immer mehr, gibt sich selten zufrieden, wird nie satt und lässt auch nicht zur Ruhe kommen. Die Habgier in ihren Spielarten ist nicht nur in der Antike immer wieder ein Thema der Weisheitslehrer. Die Habgier bleibt immer ein Thema, wo Menschen sind. Es ist eine Versuchung, immer mehr haben zu wollen. Die Habgier tut so, als können man in dieser Denkensart ‚irgendwann‘ einmal genug haben und sich dann voll genießend zur Ruhe setzen. ‚Man‘ weiß, dass das ein Selbstbetrug ist. Das Trügerische ist die Vorstellung, dass man mit diesem Besitz sich in einem sicheren, aufgehobenen Leben wähnt. Manche kennen den großen Schmerz, dass aller Besitz und alle Habgier nicht satter, sondern hungriger zurücklassen können; und dass der Lebenshunger nicht mehr weiß, woran er eigentlich zu stillen ist.

 

Das Lukasevangelium hat diese Beispielgeschichte aus der Überlieferung Jesu als Sondergut. Sondergut heißt, dass keiner der anderen kanonischen Evangelisten diese Überlieferung aufgenommen hat. Sondergut markiert auch, was den einzelnen Evangelisten besonders wichtig ist. Lukas kennen wir als einen, der sich bevorzugt mit lebenspraktischen Fragen der Gemeinde auseinandersetzt. Da geht es auch um die Frage des rechten Umgangs mit dem Besitz.

 

Der Kornbauer wird zur Beispielfigur. Er ist ein reich Beschenkter. Die Ernte ist nicht sein Verdienst. Er hat das Glück des reich Gesegneten. Eigentlich dürfte er sich in einem Dankgebet an JHWH wenden. Aber er zeigt sich als ganz und gar auf sich fixiert. Wir hören ein Selbstgespräch voller Eitelkeit, Selbstgenügsamkeit, ein Gespräch mit sich und seinen Plänen. Es reicht nicht, weitere Scheunen anzubauen. Er muss alles abreißen, alles neu haben, riesig, damit Vergangenes und Gegenwärtiges gut untergebracht sind. Alles kreist um ihn selbst, um sein Wohlergehen, um die Sicherung dieses seines Wohlstandes. So handelt er. So denkt er. Und er denkt weit über die Gegenwart und die nahe Zukunft hinaus. So, als sei ihm alle Zeit der Welt selbstverständlich zugestanden. Er spricht zu seiner ‚Seele‘. Die Seele ist seine Lebensfreude und seine Lebenskraft, aber auch sein unstillbares Verlangen nach mehr Leben. Und weil er sich seiner so sicher ist, spricht er trostvoll und gönnend zu seiner ‚Seele‘: Auf Jahre ist ausgesorgt. Nun heißt es, sich auszuruhen, zu essen und zu trinken und sich es wohl sein zu lassen – auf Jahre hin…

 

Bei Zuhörenden können sich schon Beklemmungen einstellen: Ob das denn gut gehen kann? Dem Selbstgefälligen ist diese Beängstigung fremd. Er ist das Leben. Er regelt, was er braucht. Und er hat, hat im Überfluss.

 

Wie trügerisch diese Selbstsucht sein kann, zeigt sich in der Reaktion Gottes. Die Beispielgeschichte zerschlägt jede Illusion: Des Menschen Leben kommt ohne allen Besitz in die Welt. Der Mensch verlässt so sicher wie nur etwas sein kann diese Welt ohne alles, was er besitzen konnte. Nach biblischem Verständnis ist das, was wir ‚Seele’, ‚Leben’ nennen, die Gabe der Lebenskraft Gottes. Das Leben ist nicht unser Verdienst. Unklug ist jede/r, die/der das übersieht. In der Reaktion Gottes heißt es dann auch: ‚Du Narr...!’ Ein Tor, wer leugnet, nicht der Geber des eigenen Lebens zu sein! Fast brutal hämisch-realistisch klingt der Nachsatz: „Wem wird dann alles gehören, was du angehäuft hast?“ Jede/r weiß, dass wem immer all das gehören wird, nicht aber dem Menschen, der in den Tod gegangen ist.

 

Die ‚Moral von der Geschichte’: Alles Streben nach immer mehr, alle Habgier läuft letztlich ins Leere. Die Gier wird nie gestillt. Das über diese Gier Angehäufte bleibt kein Besitz. Nackt tritt der Mensch ins Leben, nackt geht er wieder heraus – wissen menschheitsalte Weisheiten zu sagen. Eine solche Feststellung kann sehr ernüchternd, für manche auch bedrohlich sein. Wovon will dann das eigene Leben mit Sinn, mit Freude genährt sein?

 

Das Lukasevangelium endet diese Geschichte mit einem allgemeinen Satz: „So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist!“ (V 21) Reich sein vor Gott schließt nicht aus, dass Menschen über Besitz verfügen. Die lukanische Gemeinde lebt in der Wirklichkeit, dass die Wiederkunft des Messias Jesus nicht mehr unmittelbar zu erwarten ist. Daher ist es für den Evangelisten auch gewichtiger, auf lebenspraktische Zusammenhänge einzugehen. Eine der Wirklichkeiten ist der Besitz, den Menschen haben. Lukas lehnt diesen nicht als grundlegend schlecht ab. Besitz ist sehr oft auch Lohn ehrlicher Leistung. Der Evangelist setzt den Besitz in die Beziehung, ‚vor Gott reich’ zu sein.

 

Damit wird das Augenmerk auf die Grundhaltung gelegt. Besitz ist Lohn eigner Leistung, Besitz ist dennoch nichts, was einzig und ausschließlich für den Einzelnen gegeben ist. Wie viele Faktoren tragen dazu bei, dass Besitztümer zusammenkommen. Unser Nachkriegs-Friedensgeneration darf zurückgreifen auf Besitz der vor uns lebenden Generationen. Die Möglichkeit, Bildung zu erlangen und damit verantwortliche und gut bezahlte Arbeit ausführen zu dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit. In diesen Breitengraden der Erde geboren zu sein, in einem nicht von Krieg und Hunger zerfetzten Land leben zu dürfen, all das (und manches mehr) sind nicht unsere persönlichen Verdienste, sondern Geschenke an unser Leben. Alles, was aus diesen für uns glücklichen Umständen an Besitz zugewachsen ist, all das gilt es im Sinne des Lukasevangeliums ‚vor Gott’ zu bedenken.

 

Aus der Lebenspraxis Jesu können wir ableiten, dass er Wert darauf legt, dass Menschen das Ihrige miteinander teilen. Besitz ist gegeben, um sich daran dankbar zu erfreuen; ‚vor Gott’ gesehen ist er auch verbunden mit der inneren Verpflichtung, mit den Ärmeren zu teilen. Arme haben wir bei uns, Arme gibt es unendlich viele in der Welt. Das Ideal der jungen Christengemeinden war, dass niemand in der Gemeinde notleidend sein dürfe. Das ist ein großes Ideal. Das wird uns im Evangelium zugemutet, um uns daran messen zu lernen. Es ist uns gegönnt, was zu einem zufriedenen und schönen Leben möglich ist. Aber der Blick auf die Zukurzgekommenen auf der Erde (nah und fern) darf dabei nicht ausgeblendet werden. Und wenn jemand gebieterisch auf seinem Besitz hockt und alles für sich bewahren will, dann erinnert die Geschichte des reichen Kornbauern, dass solche Habgier nicht glücklich macht.

 

Mag sein, dass einigen von uns das Schicksal der Figur des Reichen sehr nahe geht: Wie viel Mühen wenden wir auf, um Besitzstände zu wahren. Und wie relativ wird alles, wenn das Leben bedroht oder gar beendet ist. Dann ist das ‚reich sein vor Gott’ durchaus ein Lebenstrost, ein Geschenk der Unabhängigkeit, eine Gabe der Gelassenheit.

 

Ihr Matthias Schnegg

 

Von der Habgier, der Avritia, spricht auch eine Figur im Portal von Maria Lyskirchen.
Von der Habgier, der Avritia, spricht auch eine Figur im Portal von Maria Lyskirchen. (Foto Lyskirchen)

Sonntag, den 04.08.2013

18. SONNTAG IM JAHRESKREIS

um 19.00 Uhr Heilige Messe der Gemeinde

 

Dienstag, den 06.08.2013
um 19 Uhr Heilige Messe
zum Fest Christi Verklärung

Freitag, den 09.08.2013

um 18.00 Uhr Heilige Messe in der Krypta,

anschl. Bibelgespräch

 

Sonntag, den 11.08.2013

19. SONNTAG IM JAHRESKREIS

um 16.00 Uhr Taufe des Kindes Laurenz Gerhardt

um 19.00 Uhr Heilige Messe der Gemeinde

 

Heilige Messe im Notel

Viktoriastrasse 12, Köln

Donnerstag, den 08.08.2013

um 18:45 Uhr Heilige Messe

 

Sie sind eingeladen.

Feste im August in St. Maria Lyskirchen

  • Am Dienstag, 6.8. feiern wir um 19 Uhr
    das Fest der Verklärung Christi.
  • Am Donnerstag, 15.8. feiern wir um 19 Uhr das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel – mit der Segnung von Blumen und Kräutern.

Beide Feste sind Ausdruck der spielerischen Weise, das Geheimnis unseres Glaubens in gutem Sinne in Szene zu bringen. Herzlich willkommen zur Mitfeier!

 

Vorbereitung Lesenacht

Der Prophet der Heiden: BILEAM
Der Prophet der Heiden: BILEAM

Am 16. November wird die nächste Lesung ganzer biblischer Bücher in St. Maria Lyskirchen sein. Gelesen wird der 2. Teil des Buches Numeri. Am 27. August um 19 Uhr wird Dr. Gunther Fleischer, Leiter der Bibel- und Liturgieschule des Erzbistums, eine Einleitung in den 2. Teil des Buches Numeri geben. Interessierte sind in das Sälchen des Pfarrhauses, An Lyskirchen 12, eingeladen.

Erwachsenentaufe

Nach einer langen Zeit der Vorbereitung hat Frau Anja Hielcher aus Düsseldorf um die Taufe gebeten. Wir werden dieses Fest im Zusammenhang mit unserer Gemeindemesse am 18. August feiern. Die Gemeinde ist herzlich eingeladen, diesen Gottesdienst mit zu feiern. Im Anschluss sind Sie dann noch eingeladen zu einem Zusammensein bei einem Glas Wasser oder Wein – im Hof oder in der Unterkirche. Mit Frau Hielcher wird auch ihr Sohn Hendrik getauft – ein familiäres und gemeindliches Doppelfest.

Kult ist die Feier des Gottesdienstes. Diakonie ist die praktische Nächstenliebe. Im Laufe der Kirchengeschichte haben sich diese beiden Formen meisten voneinander weg entwickelt. Wir kennen das feierliche Hochamt. Und wir kennen die praktische Hilfe, die wir einander geben können. Oft ist ganz aus dem Bewusstsein verloren gegangen, dass Kult und Diakonie in ihrem Ursprung sehr eng zusammengehört haben. Von den jungen Christengemeinden wissen wir, dass sie eine selbstverständliche Verbindung von Gottesdienst und Diakonie kannten. Paulus mahnt in seinem 1. Korintherbrief, dass die Gemeinde sich das Gericht isst und trinkt, wenn sie die Diakonie in ihrem Gottesdienst vernachlässigen. Paulus findet da sehr klare Worte: ‚Verachtet ihr die Kirche Gottes? Wollt ihr jene demütigen, die nichts haben? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch etwa loben? In diesem Fall kann ich euch nicht loben!’(1 Kor 11,22) Und weiter: ‚Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.“(11,26) Paulus meint mit dem ‚schuldig’, dass die feiernde Gemeinde der Wohlhabenden beim Gottesdienst nicht an die Armen der Gemeinde dachte.

Agape am 7.6.2013 in Lyskirchen (Foto Robert Boecker)
Agape am 7.6.2013 in Lyskirchen (Foto Robert Boecker)

Im Laufe der Geschichte hat man diese untrennbare Verbindung zwischen Gottesdienstfeier und Liturgie aufgelöst. Bis auf den heutigen Tag ist es oft so, dass die Kirche sich mehr von der Liturgie und der Glaubensverkündigung definiert als von der Caritas, der Diakonie. Mit Papst Franziskus die Caritas als Mittelpunkt der Kirche wieder klarer in den Blick genommen – und zwar in handfesten Zeichen des Alltags.

 

Wir wissen von den jungen Gemeinden des Anfangs der Kirche, dass sie im Gottesdienst verschiedene Orte hatten, an denen die Diakonie sichtbar wurde. Einer dieser Orte ist die Kollekte. Für uns ist die Kollekte vielleicht mehr ein (manchmal eher verschämtes oder peinliches) Einsammeln von Geld. Die meisten Kollekten dienen der Finanzierung der Betriebskosten der Kirche und der Gottesdienstfeiern. Dazu sind sie auch nötig.

 

In ihrem Ursprung aber ist die Kollekte ein Zeichen, dass der Gottesdienst niemals ohne die Mitsorge für die Armen sein darf. Man hat in den Anfängen Naturalien mitgebracht, damit die Armen der Gemeinde hatten, was sie zum Leben brauchten. Aus dem mitgebrachten Brot wurde auch das Brot für die Eucharistie genommen.

 

Auch in Maria Lyskirchen ist uns das Geschenk gegeben, dass der Geist uns vielleicht immer tiefer in den gelebten Glauben führt. Als ich vor nun bald 13 Jahren hierher kam, war es mir immer ein Gedanke, wie denn Caritas und Kult an einem historisch so erhabenen Ort zusammenkommen könnten. Die Orte sind vordringlich Orte des Gottesdienstes, der Verkündigung und des kunsthistorischen Interesses. Diese Bedeutung soll nicht geschmälert werden.

 

Als Gemeinde haben wir uns davor bewahrt, dass wir etwas Caritas machten, damit wir selbst zufrieden sein könnten. Wir haben gewartet – und Obdachlose und die Drogenabhängige haben uns zu ihren Nächsten gemacht. Seit einigen Jahren helfen Mitglieder der Gemeinde mit in Gubbio, im Nachtcafé, im Sonn- und Feitagscafé für die obdachlosen Drogenabhängigen. Seit einigen Jahren bringen liebe Menschen Kuchen mit für die Gäste des Notels und des Notel-Kosmidions (der Krankenwohnung). Seit einigen Jahren bringen liebe Menschen Kaffee für das Notel mit. Und wenn Zahnbürsten oder sonst etwas Lebensnotwendiges gebraucht wird, tragen wir es zusammen. Zuletzt haben wir uns an der Schuhsammelaktion der Stiftung ‚Die gute Hand’ beteiligt. Die haben sich sehr gefreut über die vielen Schuhe und sagen von Herzen Dank!

 

In der Vorbereitung des Eucharistischen Kongresses habe ich ein exegetisches Buch über Eucharistie und soziales Handeln studiert. Darin war die Kollekte auch als Ort beschrieben, um sich bewusst in der Feier des Gottesdienstes mit den Armen zu solidarisieren. Seitdem gärt der Gedanke, dass wir dieses Zeichen in unserer Liturgie hier deutlicher machen könnten. Das könnte bedeuten, dass wir die mitgebrachten Kuchen und Sachspenden nicht mehr vor der Messfeier in der Sakristei hinterlegten, sondern am Westportal sammelten und Mitglieder der Gemeinde diese Gaben zur Gabenbereitung zum Altar bringen. Das wäre für diesen Sonntag dann unsere Kollekte. Wir wüssten auch, wohin unsere Gaben nach dem Gottesdienst gehen.

 

Über die Art, wie das gestaltet werden könnte, müssen wir (= alle Interessierte) uns noch Gedanken machen. Es wird immer noch Geldkollekten geben (müssen) – so die überörtlich verordneten Kollekten sowie unser LYSKIRCHENSonntag. Auch der Gedanke der nötigen Sammlung für die Betriebskosten ist nicht einfach außer Acht zu lassen. Ich möchte einladen, dass wir zusammen überlegen, abwägen, probieren, was dem Anliegen der Verbindung von Kult und Diakonie dient.

 

Die Art unserer Fürbitten sich ein weiterer Raum, in dem die Diakonie im Kult zum tragen kommt. In der Fachsprache der Liturgie heißen die Fürbitten ‚Das allgemeine Gebet der Gläubigen’ – im Unterschied zu den festgelegten ‚Präsidialgebeten’ – jenen Gebeten, die der Vorsteher der Liturgie im Namen der Gemeinde spricht. Seit wir die in der Kirche hinterlegten Fürbitten zu unserem gemeindlichen Gebet machen, spüren wir oft genug das Leben in seiner manchmal stumm machenden Dramatik. Auch dieses Gebet ist ein diakonisches Geschehen innerhalb des Kultes.

 

Dieser Artikel ist ein erstes Anteilgeben an Überlegungen, die weiter reifen mögen. Darum möchte ich im Herbst zu einem Treffen aller Interessierten einladen – an einem Sonntag, 3 Stunden vor Beginn der Messfeier. Dann bleibt genug Zeit zum Austausch und auch angemessene Zeit zum Übergang in die Gottesdienstfeier. Ein genauer Termin wird bald bekannt gegeben. Ich danke für die eigenen Überlegungen, die durch diese kurzen Gedanken bei Ihnen in Gang kommen mögen.

 

Matthias Schnegg

 

 

 

PS: Wenn es noch interessiert ...

Vatikangefluester Lyskirchen Koeln

Die fliegende Pressekonferenz des Papstes

Konsistorium, Frauenpriesterweihe, Vatileaks, Reform und der Inhalt der schwarzen Aktentasche: Eigentlich halte er ja nichts von Interviews, hatte Papst Franziskus auf seinem Flug nach Brasilien den mitreisenden Journalisten gesagt. Doch dann ließ er sich auf dem Rückflug doch zu einem Frage-Antwort-Spiel hinreißen, über eine Stunde lang. Die deutschsprachige Redaktion von Radio Vatikan macht diese Pressekonferenz anhand des Mitschnittes zugänglich, teils als Arbeitsübersetzung, teils aber auch zusammen gefasst.

 

„Guten Abend und vielen Dank! Ich bin zufrieden. Es war eine schöne Reise, sie hat mir im spirituellen Sinne sehr gut getan. Ich bin zwar müde, aber im Herzen sehr fröhlich und es geht mir gut, sehr gut: Das hat mir geistlich sehr gut getan. Leute zu treffen, tut gut, weil der Herr in jedem von uns arbeitet. Er arbeitet im Herzen der Menschen und das Reichtum des Herrn ist so großartig, dass wir immer von den anderen Mitmenschen viel zurückbekommen.“ So begann Papst Franziskus seine Pressekonferenz.

 

 

Juan de Lara von der spanischen Nachrichtenagentur efe wollte vom Papst wissen, welche Reformen er im Vatikan und in der Weltkirche anstoßen wolle: „Heiliger Vater, in diesen vier Monaten ihres Pontifikates haben wir gesehen, dass Sie verschiedene Kommissionen für die Kurienreform einberufen haben. Ich möchte Sie fragen: Welche Reform haben Sie im Sinn? Haben Sie vielleicht vor, die sogenannte Vatikanbank IOR aufzulösen?“

 

Die Antwort von Papst Franziskus:

 

„Eigentlich wollte ich mich um die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Vatikans im nächsten Jahr kümmern, doch die Aktualitäten, die der Öffentlichkeit bekannt sind, haben meine Agenda durcheinander gebracht und haben mich dazu bewogen, jene Kommission einzuberufen, die sich mit dem IOR auseinandersetzen wird. Es geht um Reformvorschläge aber auch um Verbesserungsmöglichkeiten usw.

Der Inhalt dessen, was alles zu tun ist, kommt von den Generalkongregationen der Kardinäle (vor dem Konklave). Es waren Dinge, um die wir Kardinäle denjenigen gebeten haben, der der neue Papst sein würde. Ich erinnere mich daran, dass ich viele Dinge erbeten habe, weil ich dachte, es würde ein anderer werden… Wir haben zum Beispiel um so eine Kommission wie die der acht Kardinäle gebeten, wir wissen ja, dass es wichtig ist, externe Beratung zu haben, nicht nur die schon bestehenden, sondern „Outsider“. Das liegt auch auf einer Linie mit dem Heranreifen der Beziehungen zwischen Synodalität und Primat. Das heißt, diese acht Kardinäle fördern auch die Synodalität, sie helfen nämlich den verschiedenen Bischofskonferenzen in der Welt, ihre Stimme in der Regierung der Kirche einzubringen. Es gibt viele Vorschläge, die aufgekommen und noch nicht in die Praxis umgesetzt sind, wie etwa die Reform des Staatssekretariats, in der Art und Weise des Arbeitens; oder den Vorschlag, der Postsynodalen Kommission einen permanenten Beratungs-Charakter zu geben; oder aber, dass die Kardinals-Konsistorien nicht so formelle Themenvorgaben bekommen wie etwa die Heiligsprechung, sondern auch andere Thematiken behandeln usw.

Ich weiß nicht, wie das enden wird mit dem IOR. Derzeit habe ich noch keine klare Option. Ich verlasse mich auf den Rat von Mitarbeitern des Geldinstituts und auf die eingesetzte Reformkommission. Kennzeichen der Vatikanbank müssen in jedem Fall Transparenz und Gewissenhaftigkeit sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Vatikanbank (der Deutsche Ernst von Freyberg; Anmerk d. Red.), bleibt weiterhin im Amt. Das ist schön, weil wir Lösungen suchen: das ist menschlich. Wir müssen immer versuchen, das Beste daraus zu machen.“

 

Papst Franziskus setzte im Juni eine Kommission ein, die Vorschläge für eine „bessere Harmonisierung“ der Aktivitäten der Vatikanbank mit dem kirchlichen Auftrag erarbeiten soll.

 

Der italienische Vatikanist Andrea Tornielli fragte den Papst, was er denn in seiner schwarzen Aktentasche habe:

 

„Heiliger Vater, ich habe vielleicht ein sehr indiskrete Frage: auf der ganzen Welt wurde das Foto gezeigt, als Sie nach Rio flogen. Man sieht Sie auf der Treppe zum Flugzeug und Sie tragen da eine schwarze Tasche. Weltweit wurde diese Neuheit kommentiert, also, dass der Papst mit dem Handgepäck ein Flugzeug betritt. Da gab es dann auch viele Spekulationen, was denn drin sein könnte. Deshalb möchte ich Sie fragen: erstens: weshalb haben Sie die schwarze Tasche getragen und nicht ein Begleiter, zweitens, könnten Sie uns sagen, was drin war?“

 

Und dazu antwortete der Papst:

 

„Es gab kein Schlüssel für die Atombombe! Nun, ich habe die Tasche getragen, weil ich das immer getan habe. Wenn ich reise, habe ich immer eine Tasche bei mir. Und was war drin? Nun, der Rasierer, ein Brevier, eine Agenda und ein Buch. Ich hatte eins über die Heilige Teresina, die ich sehr bewundere. Ich habe immer Handgepäck bei meinen Reisen mitgeführt. Das ist doch normal. Wir müssen doch normal sein… ich weiß nicht… das ist für mich ein bisschen komisch, was du mir sagst. Ein Bild wird weltweit kommentiert, weil ich eine Tasche trage. Wir müssen uns gewöhnen, normal zu sein, ich meine das alltägliche des Lebens. Ich weiß nicht, Andrea, ob ich dir antworten konnte…“

 

 

Die portugiesische Korrespondentin Aura Miguel von Radio Renascença fragte den Papst:

 

„Heiliger Vater, ich wollte Sie gerne fragen, weshalb Sie so oft darum bitten, dass man für Sie betet. Das ist doch nicht normal, ich meine üblich, einen Papst zu hören, der so oft darum bittet, dass man für ihn bete.“

 

Da sagte Franziskus:

 

„Das habe ich immer getan. Als ich Priester wurde, hatte ich darum gebeten, für mich zu beten. Vielleicht war es anfangs nicht so oft wie jetzt. Sicherlich als Bischof habe ich das sehr oft getan. Ich fühle, dass der Herr nicht unbedingt bei der Arbeit des Bischofsamtes mithilft, um das Volk Gottes voranzubringen, einer allein kann nicht… Nun, ich fühle mich wirklich als einer, der viele Limiten hat, der viele Probleme hat aber auch ein Sünder ist – aber das wisst ihr ja selber! – und deshalb muss ich darum bitten. Nun, das kommt von innen! Auch der Muttergottes bitte ich jeweils, dass sie beim Herrn für mich betet. Das ist eine Gewöhnungssache, aber sie kommt vom Herzen und auch aus der Notwendigkeit, die mein Amt mit sich bringt. Ich fühle, dass ich darum bitten muss… ich weiß nicht, aber es ist so…“

 

 

Der Journalist Philip Pullella von der Nachrichtenagentur Reuters erkundigte sich beim Papst, ob er bei seinen Aktivitäten im Vatikan auch auf Widerstand stoße – und ob er sich von den führenden Mitarbeitern in der Kurie einen ähnlich nüchternen Lebensstil wünsche, wie er ihn mit seinem Verbleib im Vatikan-Gästehaus Santa Marta unter Beweis stelle.

 

 

„Die Änderungen … die Änderungen haben zwei Ursachen: Zum einen in dem, was wir Kardinäle wollten und zum anderen aus meinem eigenen Charakter.

Sie haben von der Tatsache gesprochen, dass ich in Santa Marta geblieben bin – aber ich könnte gar nicht alleine im Apostolischen Palast leben! Auch wenn das Päpstliche Appartement dort nicht besonders luxuriös ist. Es ist zwar groß, aber nicht sehr luxuriös. Aber ich kann nicht allein oder nur mit einem kleinen Grüppchen leben, ich brauche Leute um mich herum, mit denen ich reden kann… einfach aus psychiatrischen Gründen, weil ich das psychologisch nicht kann. Jeder muss sein eigenes Leben führen, seinen eigenen Lebensstil weiterführen. Die Kardinäle, die an der Kurie arbeiten, leben nicht in Reichtum und Luxus, sie leben in kleinen Appartements und sind bescheiden. Ich kenne diese Appartements, die die APSA (die vatikanische Güterverwaltung, Anm. d. Übs.) den Kardinälen gibt. Jeder sollte leben, wie es der Herr von ihm verlangt. Aber eine allgemeine Austerität scheint mir nötig für uns alle, die wir im Dienst der Kirche arbeiten. Allerdings hat Austerität viele Schattierungen, jeder muss seinen eigenen Weg suchen.“

 

Er sei davon überzeugt, dass es im Vatikan einige Heilige gebe, so Franziskus: „Kardinäle, Priester, Bischöfe, Schwestern, Laien, Menschen die beten, viel arbeiten und im Verborgenen zu den Armen gehen. Ich kenne einige, die den Armen zu essen geben und in ihrer Freizeit Dienst in einer Kirche leisten… Es gibt Heilige in der Kurie. Und es gibt auch einige, die nicht so heilig sind, und das sind die, die am meisten von sich reden machen. Ihr wisst ja: Ein Baum, der umfällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst. Es schmerzt mich, wenn es diese Dinge gibt: Einige sorgen für Skandale. Wir haben etwa diesen Monsignore, der im Gefängnis sitzt; er sitzt dort nicht etwa, weil er der seligen Imelda gleichen würde, er war kein Heiliger. Diese Skandale richten Schaden an. Ich glaube, dass die Kurie ein wenig von dem Niveau verloren hat, das sie einmal hatte; diesen Typus des alten, treuen Kurienmitarbeiters, der seine Arbeit tut, gibt es zwar noch, aber es sind nicht mehr so viele wie früher. Wir brauchen wieder mehr davon.“

 

Und ob er auf Widerstand stoße? „Na ja“, sinnierte der Papst, er habe bisher jedenfalls noch nichts von Widerstand bemerkt. „Es stimmt zwar, dass ich noch nicht viel gemacht habe, aber ich habe Menschen getroffen, die mir helfen, loyale Menschen. Mir gefällt es, wenn mir jemand sagt: Ich bin nicht einverstanden!, das ist mir schon passiert, und so jemand ist ein echter Mitarbeiter, solche Leute habe ich in der Kurie getroffen. Das ist gut so! Aber wenn einige sagen: Oh wie schön, wie schön!, und dann hintenrum das Gegenteil sagen… So etwas habe ich bisher noch nicht bemerkt. Vielleicht gibt es einige, die das so machen, aber ich habe es noch nicht bemerkt.“

 

 

Zu Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehe fragte die brasilianische Journalistin von REDE TV Patricia Zorzan:

 

„Die Gesellschaft hat sich verändert, die Jugendlichen haben sich verändert und in Brasilien gibt es viele Jugendliche. Sie haben nicht über die Abtreibung, über die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Personen gesprochen. In Brasilien wurde ein Gesetz beschlossen, mit dem das Recht auf Abtreibung erweitert und die gleichgeschlechtliche Ehe zugelassen wurde. Warum haben Sie nicht darüber gesprochen?“

 

Papst Franziskus: „Die Kirche hat sich dazu bereits sehr klar geäußert. Es war nicht notwendig darauf zurückzukommen, so wie ich auch nicht über Betrug, Lüge oder andere Dinge gesprochen habe, zu denen die Kirche eine klare Lehre hat!“

 

Patricia Zorzan: „Aber es ist ein Argument, das die Jugendlichen interessiert…“

 

Papst Franziskus: „Ja, doch es bestand keine Notwendigkeit darüber zu sprechen, sondern über positive Dinge, die den Weg für die Jugendlichen öffnen. Nicht wahr? Zudem wissen die Jugendlichen genau, was die Position der Kirche ist!“

 

Patricia Zorzan: „Was ist die Position Ihrer Heiligkeit? Können Sie uns dazu etwas sagen?“

 

Papst Franziskus: „Die der Kirche. Ich bin ein Sohn der Kirche!“

 

Der französische Reporter Antoine-Marie Izoard fragte Papst Franziskus, warum dieser sich unmittelbar nach seiner Wahl am 13. März zunächst als „Bischof von Rom“ vorgestellt habe. „Was ist der tiefere Sinn davon, dass Sie so darauf bestehen? Geht es um Kollegialität oder gar um Ökumene, um ein primus inter pares-Sein in der Kirche?“ Aber Papst Franziskus riet dazu, in seine Worte nicht zuviel hinein zu interpretieren.

 

 

„Der Papst ist Bischof, Bischof von Rom, und deshalb ist er Nachfolger des Petrus und Stellvertreter Christi. Das sind weitere Titel, aber der erste Titel ist „Bischof von Rom“, und von dort kommt alles her. Zu sagen oder zu denken, dass das so etwas wie primus inter pares bedeuten solle… nein, das ist keine Folge davon. Es ist einfach der erste Titel des Papstes: Bischof von Rom. Und dann kommen die anderen Titel… Ich glaube zwar, dass das ein bisschen die Ökumene fördert, aber das ist auch das Einzige…“

 

Wie man sich denn so fühle als Papst, wollte der Spanier Dario Menor von La Razón wissen. Franziskus versetzte, Bischof zu sein sei etwas sehr Schönes, ein Problem sei es allerdings, wenn ein Priester alles tue, um Bischof zu werden. „Aber wenn der Herr einen Priester dazu beruft, Bischof zu werden, dann ist das schön! Es besteht immer die Gefahr, sich anderen etwas überlegen zu fühlen, sich besser als andere zu fühlen, ein bisschen wie ein Prinz. Das sind Gefahren und Sünden. Aber die Arbeit eines Bischofs ist schön: den Brüdern dabei helfen, vorwärts zu gehen. Der Bischof steht vor den Gläubigen, um den Weg zu zeigen; er steht unter den Gläubigen, um der Gemeinschaft zu dienen; und er steht hinter ihnen, weil sie oft instinktiv den richtigen Weg finden. So muss ein Bischof sein! Mir gefällt es, Bischof zu sein – in Buenos Aires war ich so glücklich! Schon als Priester war ich glücklich, und als Bischof auch, in diesem Sinn gefällt es mir… Auch Papst bin ich gerne. Wenn der Herr dich an diese Stelle stellt, wenn du tust, was er von dir will, dann bist du glücklich. Das ist das, was ich fühle.“

 

Salvatore Mazza von der italienischen katholischen Tageszeitung „Avvenire“ fragte Papst Franziskus, welche Reisen er plane. Asien, Jerusalem, Argentinien seien doch im Gespräch.

 

„Definitiv – definitiv ist noch nichts. Entschuldigung, definitiv ist natürlich meine Reise am 22. September nach Cagliari, danach am 4. Oktober nach Assisi.“

 

Ihm schwebe auch vor, mal für einen Tag nach Norditalien zu fliegen, um Verwandte zu besuchen; die Familie Bergoglio, aus der der Papst stammt, hat ihre Wurzeln im norditalienischen Piemont. „Die Armen, sie rufen mich an, und wir haben eine gute Beziehung“, so Franziskus. Dann äußerte er sich zu möglichen Reisen außerhalb Italiens.

 

„Patriarch Bartholomaios I. wünscht sich ein Treffen in Jerusalem, um an die Begegnung von Athenagoras und Paul VI. dort vor fünfzig Jahren zu erinnern. Auch die israelische Regierung hat mir eine besondere Einladung nach Jerusalem zukommen lassen. Ich glaube, für die Regierung der Palästinensischen Autonomiebehörde gilt dasselbe. Also, darüber wird nachgedacht, noch ist da nichts entschieden. Was Lateinamerika betrifft, glaube ich, dass ich dort nicht so schnell wieder hinkommen kann, denn meine erste Reise hat mich ja schon nach Lateinamerika geführt, also müssen wir da noch ein bisschen abwarten. Auch eine Reise nach Argentinien wird, glaube ich, noch etwas warten müssen. Eine Asienreise ist möglich, aber das steht alles noch in den Sternen. Ich bin nach Sri Lanka eingeladen und auch auf die Philippinen; nach Asien wird man gehen müssen, Papst Benedikt hatte keine Zeit für eine Asienreise, und das ist wichtig. Er war in Australien, in Europa und Amerika, aber (nicht in) Asien… Ich hatte ursprünglich auch vorgehabt, Bartholomaios I. Ende November, zum Andreasfest, in Istanbul zu besuchen, aber leider geht das aus Termingründen nicht. Wenn wir uns treffen, dann in Jerusalem!“

 

Auf eine ihm zugerufene Frage, die nicht aufgezeichnet ist weil sie nicht ins Mikrophon gesprochen wurde, antwortete der Papst;

 

„Fatima, ja, es gibt auch eine Einladung nach Fatime, das stimmt. Es gibt eine Einladung, nach Fatima zu reisen.“

 

Noch eine zugerufene Frage: 30. September oder 30. November?

 

„November, November: Das Andreasfest“, womit er wohl auf das Treffen mit Bartholomaios Bezug nimmt, nicht auf Fatima.

 

 

Ada Messia von CNN wollte vom Papst wissen, warum er in Rio zu argentinischen Jugendlichen gesagt habe, er fühle sich manchmal „eingesperrt“.

 

„Sie wissen, wir oft ich durch die Straßen Roms gehen wollte, mir hat das immer gefallen, durch die Straßen von Buenos Aires zu gehen, das hat mir sehr gefallen! In diesem Sinn fühle ich mich ein bisschen eingesperrt.“ Aber er habe Verständnis für die vatikanische Gendarmerie und ihre Sicherheitsforderungen, „und jetzt lassen sie mich ein bisschen mehr machen“.

 

 

Der brasilianischer Journalist Marcio Campos sprach den Papst dann auf den Rückgang der Zahl der Katholiken in Brasilien an. Ob man nicht mehr auf die neuen charismatischen Bewegungen in der Kirche setzen solle, um das Abwandern von Katholiken zu Freikirchen zu verhindern?

 

 

„Es stimmt, was Sie über den Rückgang an Gläubigen sagen, die Statistiken zeigen das. Wir haben mit den brasilianischen Bischöfen über dieses Problem gesprochen. Was die charismatischen Bewegungen betrifft, da muss ich gestehen: So gegen Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre konnte ich die nicht ertragen. Einmal habe ich über sie gesagt: Die verwechseln eine Liturgiefeier mit einer Sambaschule! Das habe ich gesagt – und ich bereue es. Mit der Zeit lernte ich sie besser kennen, und die Bewegung ist auch auf einem guten Weg vorangegangen. Jetzt glaube ich, dass solche Bewegungen der Kirche im Allgemeinen sehr gut tun. In Buenos Aires habe ich sie oft getroffen, und einmal im Jahr feierte ich mit ihnen eine Messe in der Kathedrale. Ich habe sie immer gefördert, seit ich mich sozusagen bekehrt und gesehen habe, wie viel Gutes sie tun. Ich glaube, dass die Bewegungen in diesem Moment der Kirche nötig sind. Sie sind ein Geschenk des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist weht, wo er will. Diese Bewegungen, die den Geist der Kirche haben, sind eine Gnade. Darum denke ich, dass die charismatische Bewegung nicht nur dazu dient, einige vom Abwandern zu Pfingstkirchen abzuhalten, nein! Sie dient der Kirche selbst! Sie erneuert uns. Jeder suche seine eigene Bewegung, dem eigene Charisma entsprechend, wohin der Geist ihn trägt.“

 

 

Dann kam das Thema „Frauen in der Kirche“ zur Sprache. Die Frage stellte Jean-Marie Guénois von der französischen Tageszeitung „Le Figaro“:

 

„Sie haben gesagt, dass die Kirche ohne Frauen unfruchtbar wird. Welchen konkreten Maßnahmen möchten Sie stellen? Werden Sie beispielsweise das Frauendiakonat einführen oder die Leitung eines römischen Dikasteriums einer Frau anvertrauen?“

 

Der Papst: „Die Kirche ohne Frauen ist wie das Apostolische Kollegium ohne Maria. Die Rolle der Frau in der Kirche beschränkt sich nicht nur auf die Mutterschaft, also Mutter einer Familie zu sein. Das ist viel mehr: es ist doch gerade die Ikone der Jungfrau, der Muttergottes, die der Kirche hilft, zu wachsen! Schaut, die Muttergottes ist doch viel wichtiger als die Apostel! Sie ist viel bedeutender! Die Kirche ist weiblich: die Kirche ist die Braut und sie ist die Mutter. Doch die Frau in der Kirche muss nicht nur… ich weiß nicht, wie man das auf Italienisch sagt… die Rolle der Frau in der Kirche darf sich nicht nur auf die Mutterrolle beschränken oder als Haushälterin, also etwas Eingeschränktes… Nein! Das ist etwas anderes! Denken wir an die Päpste… Paul VI. hat etwas ganz Schönes über Frauen geschrieben, doch ich denke wir müssen noch weiter gehen in der Erklärung, was diese Rolle und Charisma sein soll. Man kann die Kirche ohne Frauen nicht verstehen, also aktive Frauen in der Kirche, mit ihrem Profil, das sie voranbringt. Ich denke beispielsweise an etwas, was gar nichts mit der Kirche zu tun hat, aber es ist ein Beispiel aus der Geschichte: Das war in Lateinamerika, in Paraguay. Für mich ist die Frau aus Paraguay die glorreichste Frau Lateinamerikas. Kommst du aus Paraguay? Nach dem Krieg gab es ein demographisches Verhältnis von acht Frauen auf jeweils einen Mann. Diese Frauen haben eine sehr schwere Entscheidung getroffen: Sie haben beschlossen Kinder zu bekommen, um ihr Vaterland, ihre Kultur, ihr Glaube und Sprache zu retten. In der Kirche müssen wir in dieser Perspektive denken: risikoreiche Entscheidungen treffen. Das muss genauer erläutert werden. Ich denke, wir haben noch keine tiefe Theologie der Frau in der Kirche gemacht. Heute kann sie ja nur Messdiener oder die Lesungen lesen oder sie ist Präsidentin der Caritas. Na ja, es gibt mehr! Wir brauchen eine tiefgründige Theologie der Frau. Das ist, was ich denke.“

 

 

Pablo Ordas von der spanischen Zeitung „El País“ fragte Franziskus nach seiner Beziehung zu seinem Vorgänger Benedikt XVI. Franziskus antwortete, er fühle große Zuneigung zu ihm, immer schon. „Für mich ist er ein Mann Gottes, ein einfacher Mann, ein Betender. Ich war so glücklich, als er zum Papst gewählt wurde! Und auch, als er zurücktrat, war das für mich ein Zeugnis der Größe. Nur ein großer Mann tut dergleichen! Ein Mann Gottes und ein Mann des Gebets. Jetzt, wo er im Vatikan wohnt, sagen mir einige: Wie kann man denn so etwas machen? Zwei Päpste im Vatikan! Stört dich das denn nicht? Macht er nicht eine Art Gegenrevolution? Was man alles so sagt, nicht wahr? Ich habe darauf eine Antwort gefunden: Es ist, wie wenn man einen Opa im Haus hat, einen weisen Opa. Wenn in einer Familie ein Opa zuhause wohnt, dann wird er verehrt, geliebt, man hört ihm zu. Benedikt ist ein Mann großer Vorsicht! Ich habe ihm so oft gesagt: Heiligkeit, empfangen Sie Gäste, leben Sie Ihr Leben, kommen Sie mit uns! Einmal ist er gekommen – zur Einweihung und Segnung der Statue des heiligen Michael (in den Vatikanischen Gärten)… Für mich ist das wirklich, als hätte ich einen Opa im Haus: meinen Papa. Wenn ich ein Problem hätte oder irgendetwas nicht verstünde, dann würde ich ihn anrufen: Sagen Sie mal, kann ich dies und das tun? Und als ich mit ihm über dieses große Problem Vatileaks gesprochen habe, da hat er mir alles gesagt, mit einer Einfachheit des Dienens.“

 

 

Eine anschließende Frage, noch einmal zur Beteiligung von Frauen in der Kirche stammte von der brasilianischen Journalistin Ana Fereira:

 

„Uns Journalisten gefällt es sehr, Fragen zu stellen: Ich will von Ihnen gerne wissen, weshalb Sie gestern zu den brasilianischen Bischöfen über die Beteiligung der Frauen in der Kirche gesprochen haben. Ich möchte genauer wissen, wie Sie diese Beteiligung von uns Frauen in der Kirche verstehen. Was halten Sie eigentlich von der Frauenordination? Welche Stellung sollten wir in der Kirche haben?“

 

Dazu antwortete der Papst:

 

Ich möchte ein bisschen das erläutern, was ich über die Beteiligung der Frauen in der Kirche gesagt habe: man kann die Frau nicht auf die Rolle der Messdienerin oder der Caritas-Präsidentin oder Katechetin beschränken… Nein! Es braucht mehr, aber vertieft mehr, auch auf mystischer Ebene mehr. Das ist das, was ich über die Theologie der Frau gesagt habe. Zur Frauenordination hat sich die Kirche bereits geäußert und sagt: „Nein“. Das hat Johannes Paul II. gesagt und zwar mit einer abschließenden Erklärung. Dieses Thema ist beendet, also jene Tür ist zu. Doch dazu möchte ich dir etwas sagen: das habe ich bereits gesagt und ich wiederhole es nochmals: Die Muttergottes, Maria, war viel wichtiger als die Apostel oder als die Bischöfe und Diakonen oder Priester. Die Frau ist in der Kirche viel wichtiger als Bischöfe und Priester. Die Frage ist aber, wie können wir das besser hervorheben. Ich glaube, da fehlt es an einer expliziten theologischen Antwort. Danke.“

 

 

Ein Korrespondent der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ sprach den Papst dann auf den Zugang wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten an: „Besteht die Möglichkeit, dass sich in der Disziplin da etwas ändert?“

 

 

„Das ist ein Thema, nach dem immer gefragt wird. Die Barmherzigkeit ist größer als dieser Fall, den Sie ansprechen. Ich glaube, dass das die Zeit der Barmherzigkeit ist! Viele Probleme der Kirche – etwa das schlechte Zeugnis einiger Priester, Korruption, Klerikalismus – haben so viele Wunden geschlagen! Und die Kirche ist Mutter: Sie muss herausgehen und die Verletzten mit Barmherzigkeit heilen.“

 

Die Kirche müsse „immer auf dem Weg der Barmherzigkeit gehen“, so der Papst. Dann erinnerte er daran, dass Geschiedene durchaus zur Kommunion gehen könnten, „da gibt es gar kein Problem“; nur wenn sie wieder verheiratet seien, könnten sie dies nicht. Er wolle das Problem „im Rahmen der ganzen Ehepastoral“ angehen, sagte Franziskus. „Eines der Themen, über das ich mich mit diesen acht Kardinälen in den ersten Oktobertagen beraten will, ist, wie wir weitergehen in der Ehepastoral, und da wird dieses Problem auftauchen. Zweitens: Vor zwei Wochen habe ich mit dem Sekretär der Bischofssynoden über das Thema der nächsten Synode gesprochen, und das Ergebnis ist, dass es auch um Familie und Ehepastoral gehen wird. Wir sind auf dem Weg zu einer etwas vertieften Ehepastoral. Und das geht alle an! Ein Beispiel: Mein Vorgänger in Buenos Aires, Kardinal Quarracino, sagte immer, aus seiner Sicht sei die Hälfte aller kirchlichen Eheschließungen ungültig, weil die Leute ohne Reife heirateten, ihnen sei gar nicht klar, dass das für das ganze Leben sei, oder sie heiraten, weil man das aus sozialen Gründen eben tut. Und in diesen Rahmen gehört die Ehepastoral, und auch die Urteile über eine Annullierung von Ehen – auch das muss überprüft werden, denn die kirchlichen Gerichtshöfe reichen dafür nicht aus. Das Problem der Ehepastoral ist komplex.“

 

Carolina Pigozzi von „Paris Match“ wollte vom Papst wissen, ob er sich noch als Jesuit fühle, und Franziskus bejahte das: „Ich fühle mich in meiner Spiritualität als Jesuit; in der Spiritualität der geistlichen Exerzitien, das habe ich im Herzen. Ich habe meine Spiritualität nicht geändert, ich bin auch kein Franziskaner: Ich fühle mich als Jesuit, und ich denke als Jesuit.“

 

 

Nicole Winfield von Associated Press fragte nach einer „kleinen Bilanz“ der ersten Monates des Pontifikates: Was sei das Beste daran, Papst zu sein, und was das Schlimmste, und was ihn in dieser Zeit überrascht habe.

 

 

In seinen ersten Monaten in Rom hätten ihn am meisten „die Menschen“ überrascht, so der Papst: „Ich habe im Vatikan so viele gute Personen gefunden, wirklich! So viele wirklich gute Personen!“ Buenos Aires fehle ihm allerdings, das vertraute er seinem Landsmann und Biographen Sergio Rubin an: „Doch das ist sozusagen ein ruhiges Fehlen.“

 

 

Auf Vatileaks sprach ihn die argentinische Journalistin Elisabetta Piqué an: Ob er erschrocken sei, als er die Einzelheiten zu der Geschichte erfahren habe.

 

„Nein! Ich möchte aber eine Anekdote zur Angelegenheit Vatileaks erzählen. Als ich Papst Benedikt besucht habe, haben wir zuerst gemeinsam gebetet und dann sind wir in sein Arbeitszimmer gegangen. Dort stand eine große Kiste, darauf ein Umschlag. Benedikt sagte mir, „In der Kiste sind alle Aussagen, alles was die Zeugen gesagt haben, das ist alles hier. Die Zusammenfassung und die Abschlussbewertung ist in diesem Umschlag. Und dort steht … .“ Er hatte alles im Kopf! Was für eine Intelligenz! Alles im Kopf, alles! Nein, ich bin nicht erschrocken, nein. Aber es ist ein schweres Problem.“

 

 

Der russische Reporter Alexey Bukalov bat den Papst um ein Wort zu den 1.025-Jahrfeiern der Christianisierung der Russen; es gebe Feiern dazu in vielen Städten, etwa in Kiew. Papst Franziskus:

 

„In den orthodoxen Kirchen ist diese schöne, ursprüngliche Liturgie erhalten geblieben; wir haben ein bisschen den Sinn für die Anbetung verloren. Sie haben ihn behalten, sie loben Gott und beten ihn an, sie singen, und die Zeit spielt keine Rolle. Mittelpunkt ist Gott, und das ist ein Reichtum… Ich habe einmal den Spruch gehört: Lux ex oriente, ex occidente luxus (aus dem Osten kommt das Licht, aus dem Westen der Luxus). Der Konsumismus, der Wohlstand, haben uns sehr geschadet. Ihr dagegen bewahrt diese Schönheit Gottes im Zentrum. Wenn man Dostojewskij liest, dann spürt man die russische, die östliche Seele. Das ist etwas, was uns sehr gut tun wird. Wir brauchen diese Erneuerung, diesen frischen Wind aus dem Osten, dieses Licht aus dem Osten… Manchmal lässt uns der Luxus des Westens den Horizont aus den Augen verlieren.“

 

Die mexikanische Journalistin Valentina Alazraki fragte Papst Franziskus schließlich nach der angekündigten Heiligsprechung seiner Vorgänger Johannes XXIII. und Johannes Paul II. Der Papst bestätigte, die beiden würden gemeinsam heilig gesprochen. Johannes sei eine Art Landpfarrer gewesen, „ein Priester, der alle Gläubigen liebt“. Für seinen Mut spreche, dass er in seiner Zeit in der Türkei vielen verfolgten Juden falsche Taufscheine ausgestellt habe. Vor allem sei Johannes XXIII. der Papst des Konzils: „Auch Pius XII. dachte über ein Konzil nach, aber die Umstände waren dafür noch nicht reif. Johannes hingegen hat sich um die Umstände überhaupt nicht gekümmert: Er hat das gespürt, und darum hat er es gemacht. Ein Mann, der sich vom Herrn leiten ließ.“

 

Johannes Paul den Zweiten nannte Franziskus schließlich „den großen Missionar der Kirche“: „Er ist ein Missionar, ein Mann, der das Evangelium überallhin getragen hat, auf vielen, vielen reisen. Er spürte in sich ein Feuer, das Wort des Herrn hinauszutragen. Er ist ein heiliger Paulus, ein Mann wie Paulus. Und ich glaube, ihre gemeinsame Heiligsprechung ist eine Botschaft an die Kirche: Beide sind mutige Leute! Im Gang ist allerdings auch noch ein Seligsprechungsverfahren für Paul VI. und für Papst Luciani (Johannes Paul I., Anm. d. Übs.). Was das Datum der Heiligsprechung betrifft, da hatte man ursprünglich an den 8. Dezember gedacht. Aber das warf viele Probleme auf; Pilger aus Polen, die sich nicht erlauben können, mit dem Flugzeug anzureisen, kommen dann mit dem Bus, aber im Dezember sind schon viele Straßen vereist, darum glaube ich, dass über das Datum noch nachgedacht werden muss. Ich habe mit Kardinal Dziwisz (von Krakau, dem früheren Privatsekretär von Johannes Paul II., Anm. d. Übs.) gesprochen, und er hat mir zwei Vorschläge gemacht: entweder den Christkönigstag in diesem Jahr oder den Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit nächstes Jahr. Ich glaube, bis Christkönig ist wenig Zeit, weil am 30. September das Konsistorium zusammentritt, und bis Ende Oktober bleibt dann nicht mehr viel Zeit – aber ich weiß nicht, ich muss darüber noch mit Kardinal Amato (Präfekt der Heiligenkongregation, Anm. d. Übs.) sprechen. Aber ich glaube, am 8. Dezember wird es nicht sein.”

 

Aber werden die beiden denn gemeinsam heiliggesprochen?

 

„Ja, die beiden gemeinsam.“

 

 

Die letzte Antwort von Papst Franziskus bei der improvisierten Pressekonferenz, bei der es um eine homosexuelle Lobby im Vatikan und die Gerüchte um den von ihm zum Beauftragten für das IOR ernannten Prälaten Battista Ricca ging, ist von Nachrichtenagenturen in allen Sprachen verbreitet worden.

 

„Was Prälat Ricca angeht, habe ich das getan, was das Kirchenrecht vorsieht, eine vorläufige Untersuchung. Und in dieser Untersuchung ist nichts von dem, wessen er angeklagt wird, wir haben nichts gefunden. Das ist die Antwort.“

 

Bei den Vorwürfen des italienischen Vatikanisten Sando Magister war es um angebliches sexuelles Vehlverhalten Riccas während seiner Zeit in der Nuntiatur in Uruguay gegangen.

 

„Mir fällt – jenseits dieses Falles aber auch bei diesem Fall – in der Kirche auf, dass man nach Jugendsünden sucht. Und die werden dann veröffentlicht. Es geht nicht um Straftaten, oder? Eine Straftat ist etwas anderes, der Missbrauch an Minderjährigen, das ist eine Straftat. Nein, es geht um Sünden. Wenn eine Person, Laie oder Priester oder Schwester gesündigt hat und umkehrt, dann vergibt der Herr und wenn der Herr vergibt, dann vergisst er und das ist auch für unser Leben wichtig. .. Wir haben nicht das Recht, nicht zu vergessen, weil wir das Risiko gehen, dass der Herr dann unsere eigenen Sünden nicht vergessen wird, nicht wahr?“

 

Papst Franziskus ging auch auf die „Lobby Gay“ ein, angebliche Seilschaften Homosexueller im Vatikan.

 

„Man schreibt sehr viel über diese Lobby Gay. Ich selber habe noch keinen Ordner mit ‚homosexuell’ darauf gefunden. Man sagt, dass es welche gibt. Ucg denke, dass man wenn man einem solchen Menschen begegnet, unterscheiden muss zwischen der Tatsache der Homosexualität und der eines Netzwerkes, denn kein Netzwerk ist gut. Das ist das Schlechte. Wenn jemand homosexuell ist und Gott sucht und guten Willen hat, wer bin ich, ihn zu verurteilen?“

 

Die katholische Lehre verbiete eine Diskriminierung von Homosexuellen und fordere deren Integration, betonte Franziskus unter Verweis auf den Katechismus der katholischen Kirche.

 

 

Der Papst verabschiedete sich von den Journalisten mit den Worten „Danke, gute Nacht, gute Reise und gute Erholung“.

 

(Quelle RADIO VATIKAN)

" ... der Papst ist wesentlich kürzer geraten als ich ..."

KNA: Bischof Overbeck, der Papst macht es vor: Ab wann sehen wir Sie im Kleinwagen auf Dienstreise?

 

Overbeck: Jedem das Seine, würde ich sagen. Und der Papst ist wesentlich kürzer geraten als ich mit meinen langen Beinen. Von daher würde ich schon gerne bei einem Auto bleiben, in dem auch ich noch gut sitzen kann.

 

Der Bischof von Essen diese Woche in einem Interview mit der KATHOLISCHEN NACHRICHTENAGENTUR

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Bistum Essen) steigt aus seinem Volkswagen Phaeton, Baujahr 2012. (Listenpreis ab 80.000 .- €)
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Ohne Gewähr lyskirchen