Wort des Bischofs

Mach mal Pause...

Hungersnot im Jemen

Bitte, nicht wegschauen

Benjamin marx lyskirchen krippe jemen
Ein Helfer "misst" die Arme eines Kindes im Jemen um den Grad der Unterernährung festzustellen ...

Köln, am

heutiger Tag

Für die verfolgten Christen

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    WINTERZEIT UM
    18 UHR, JEWEILS SONNTAGSABENDS

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

In Zeiten der Krise

von Pfarrer Matthias Schnegg

M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)
M. Schnegg (Foto Anna C. Wagner)

Jetzt hören wir so viel, viel sich immer wieder Wandelndes. Allein durch die ständig neuen Informationen wird manchen der Boden unter den Füßen immer wackliger. Mir selbst geht es auch so, dass das Ausmaß der Herausforderung erst nach und nach in mein Bewusstsein sickert. Das geschieht nicht nur souverän. Gottlob gibt es auch bestärkende Zeichen der Solidarität, Zeichen des aneinander Denkens, Zeichen auch der geistlichen Verbundenheit.

Und die Armen bei uns

Besonders betroffen sind die Armen. Wir können unsere winterzeitliche Übernachtungsmöglichkeit für Obdachlose in Maria im Kapitol und in Gubbio nicht aufrechterhalten. Die Menschen, die auf der Straße leben, haben keine Einnahmequellen mehr, denn es sind (notwendig) deutlich weniger Menschen auf der Straße, die helfen können. Es sind keine spendablen Touristen da. Wärme gebende Geschäfte sind zu. Aus den Kirchen kommen nach den Gottesdiensten keine Menschen mehr, die etwas in den Becher werfen. Die Tafeln bekommen kaum noch Restwaren, die an die Bedürftigen ausgegeben werden können. Die Armenspeisung am Appellhofplatz musste ausgesetzt werden. Anders arm die jetzt schon eingetretenen Engpässe in der häuslichen Unterstützung – durch ambulante Pflegedienste, durch die vielen Kräfte, die aus dem Ausland in unseren Haushalten mitwirken. Die Folgen in das so weit verzweigte soziale Leben können wir auch nur nach und nach begreifen.

Und die Bedrängten jenseits unserer Stadt

Betroffen sind die Menschen in Flüchtlingslagern, in Kriegsgebieten, in Armutsländern. Das relativiert auch unsere (sehr berechtigte) Sorge wegen der Corona-Epidemie. Gerade für Menschen der Nachfolge Jesu darf das nicht aus dem Blick geraten, selbst wenn wir uns in dieser Wirklichkeit so ohnmächtig – hilflos erleben.

Verbunden mit unserer Gemeinde

Danke für die vielen Rückmeldungen auf meine Einladung im Newsletter des vergangenen Sonntags, Ideen zu benennen, wie wir uns trotz der Vereinzelung als communio, als Gemeindegemeinschaft, verbunden wissen dürfen. Wir sind ja eine Gemeinde, die sich nicht vom Territorium einer Pfarrei her bestimmt, sondern sich aus allen möglichen Wohnorten zum Gottesdienst, zur Diakonie und zur Glaubensbildung trifft.

 

Die Rückmeldungen dazu, wie wir als Gemeinde uns verbunden wissen dürfen, bilden ein breites Spektrum ab: Es gab die Anregung, uns mit Texten und Bildern auf unserer Homepage geistlich zu stärken. Es gab Hinweise auf mediale Möglichkeiten – von einem livestream-Gottesdienst im Internet bis zu Tonbeiträgen von den Lyskirchen-Gesängen oder den vorgetragenen Schriftlesungen. An eine Internetplattform als Möglichkeit wurde erinnert: Da könnten wir einander mitteilen, was uns bewegt, wie wir in dieser Krise geistlich leben, wie wir andere Krisen unseres Lebens durchgetragen haben. Es wurde von der Möglichkeit berichtet, in kleinen Gruppen sich draußen auf den Weg zu machen – zu Gebet, zu Schriftlesung. Oder auch, sich draußen vor der Kirche zu Gebet und Segen zusammenzufinden. Am häufigsten wurde gebeten, dass wir uns zu den üblichen Gottesdienstzeiten (freitags und sonntags 18 Uhr) verbunden wissen durch unser Gebet zuhause. Das muss nicht lange sein. Da ist gedacht an die Schriftlesungen, die ja im Newsletter abgedruckt sind. Manche mögen meine Gedanken zum Evangelium dazu lesen. Manche denken daran, eine Kerze zu entzünden, das Vater unser als identitätsstiftendes Gebet der Jesus-Zugehörigen zu sprechen. Manche sind erinnert an die Zeit, als man am Hl. Abend Kerzen in die Fenster stellte, um die Verbundenheit mit den Menschen im östlichen Teil Deutschlands (da hieß die DDR noch SBZ...) zu bekunden. Diese Lichter in den Fenstern sind später auch als Solidaritätszeichen bei anderen Ereignissen genutzt worden, bei denen Gemeinschaft als Stütze füreinander so wichtig empfunden wurde.

Das uns verbunden haltende Zeichen?

Mir scheint diese Verbundenheit zu den üblichen Gottesdienstzeiten für alle, die mögen, das geeignete Zeichen zu sein, das die meisten Rückmeldungen verbindet. Jede Art von Zusammentreffen scheidet durch die Entwicklung der staatlich angeordneten Maßnahmen aus. Wie wir diese Verbundenheit zu den Gottesdienstzeiten individuell gestalten mögen, das wird sich für uns je eigen herausstellen. Es soll ja kein Krampf werden. Es muss passen. Auch da dürfen wir uns darauf verlassen, dass der Hl. Geist uns spüren lässt, was wir angemessen tun werden.

 

Die Glocken unseres Kirchleins werden zu den Gottesdienstzeiten läuten. Sie läuten bis Gründonnerstag auf Anregung des Generalvikars auch jeden Abend um 19.30 Uhr – als Zeichen unserer Verbundenheit als Christen im Erzbistum Köln.

 

Während unserer üblichen Gottesdienstzeiten wird auch jemand aus dem hier beschäftigten Team in der Kirche sein – als Platzhalter, dass wir Gottesdienstgemeinde bleiben. Ich bitte, zu dieser Zeit nicht zur Kirche zu kommen, so sehr wir die Gemeinschaft ja eigentlich brauchten und suchten. Aber die Versuchung, sich dann wieder in Grüppchen zusammenzustellen, ist zu groß. Unser großes Zeichen der Verbundenheit besteht – paradoxer Weise – jetzt mal darin, dass wir uns im physischen Kontakt zurückhalten. Die Kirche ist zu den üblichen Öffnungszeiten zugängig – und es ist sehr, sehr schön, wenn sie auch besucht wird. Da können wir eine Kerze aufstellen, verweilen, beten.

Herausforderung der Leerstelle und der Dürre

Mag sein, dass manche sich spürbarere Zeichen der Verbundenheit wünschten – Bilder, Töne, Aufzeichnungen von Gottesdiensten. Ich lege Ihnen diese oben genannten eher schlichten Zeichen der Verbundenheit nahe, weil ich immer noch darauf vertraue, dass diese Situation uns etwas zu sagen hat – als Gesellschaft, als Menschen des Geistes, als Kirche. Jetzt gibt es schon manche Überlegung, welche Chance sich dafür auftut. Es ist sehr gut, dass nicht nur Angst und Verzweiflung sich lähmend ausbreiten. Wir müssen nicht hoffnungslos von Moment zu Moment weiterleben.

 

Ich glaube weiterhin – Sie müssen meine ganz persönliche Einschätzung nicht teilen!!- , dass daher diese Herausforderung dieses Gottesdienstfastens als eine gewisse Leerstelle auszuhalten ist. Daher keine zu große Füllung dessen, was wegfällt. Die Leerstelle scheint mir den Raum zu ermöglichen, in dem der Geist sich äußern kann. Es mag naiv klingen, aber ich vertraue fest, dass der Geist sich uns mitteilen wird – sowohl in der gesellschaftlichen als auch in der geistlichen und der kirchlichen Sphäre. Manche kennen das Phänomen, dass eine Krise uns bis zur Kapitulation unserer eigenen Heilungsvorstellung getrieben hat, ehe dann etwas Neues, etwas Geistgeschenktes, eine Gabe der Neuorientierung, der Umkehr geschehen konnte. Das ist ein höchst sensibler Prozess, der auf keinen Fall ideologisch eingesetzt werden kann – so nach dem Motto: Ich sage mir, dass ich kapituliere, damit eine Krise schnell verschwindet. Und dann soll es möglichst ähnlich weitergehen wie bisher. Kapitulation kann man nicht machen. Sie wird sich als solche melden. Und dann gilt es, sie zu anzunehmen. Geistlich gesprochen ist das der Ort, an dem wir uns dem Geschehen des Hl. Geistes anvertrauen. Ich wünschte sehr, dass uns die Gesundheit weiterhin geschenkt ist – auf welchen Wegen und Umwegen auch immer. Ich wünschte, dass wir die Kraft haben, den Prozess der Krise aushalten zu können ohne besetzende Angst und Verzweiflung. Ich wünschte, dass wir wahrnehmen, was der Geist uns mitteilen mag.

Hinderung der Ausbreitung der Infektion

Zu all dem gehört die dringlichste Pflicht, sich an das zu halten, was uns angewiesen wird, zur Vermeidung der Ausbreitung der Infektion zu tun bzw. zu unterlassen. Oft ist schon hingewiesen worden, dass es für uns als Christen eine Pflicht ist, dieses Gebot der Nächstenliebe zu praktizieren, ohne Wenn und Aber. Geistlich kann das Geschehen da werden, wo wir alles tun, was uns aufgetragen ist, um die Gesundheit der Vielen erhalten zu helfen.

Unsere Leben mit Gott

Wir beten, dass Gott das Elend der Seinen sieht. Wir versuchen, aus dem Glauben zu deuten, was geschieht. Da ist die Spannbreite sehr weit: An dem einen Pol sind Gedanken, dass diese Epidemie eine Strafe Gottes sein könnte, am anderen Pol die nüchterne Einschätzung eines Naturereignisses, dem wir uns aus der Haltung des Glaubens an Gott stellen müssen. Auf der einen Seite rufen Menschen danach, dass die Priester privat alleine (mit Küster als ‚Gemeinde‘) stellvertretend Gottesdienste feiern sollen; auf der anderen Seite Priester, die mit der Gemeinde die Dürre der fehlenden Gottesdienstmöglichen leben wollen und daher selbst keine privaten Gottesdienste feiern. Wer kennt die einzig richtige Verhaltensweise? Es geht hier nicht um Bewertung. Es sind verschiedene Zugänge, mit denen wir uns geistlich dem annähern wollen, was uns den Ruf des Geistes verstehen und anzunehmen lehren kann?

Alles hat seine Zeit

Es ist eine krisenhafte Zeit. Es ist eine Zeit der Entschleunigung. Eine Zeit der Möglichkeit auf Besinnung. Eine Zeit, die in aller todbedrohlichen Krise eine Zeit der Erneuerung sein kann. In einer der Präfationen der Fastenzeit wagt man gar zu beten, dass die Fastenzeit eine Zeit der Gnade sei. Unsere diesjährige Fastenzeit eine Zeit der Gnade? Manche werden dies annehmen könnnen, manchen kommt es vielleicht gar zynisch vor. Ehe wir das ausdiskutieren wollten, ist vor allem die Zeit der nüchternen und wachen Sorge um das Leben aufgetragen.

Im Dunkel dieser Nacht

Am 2. Fastensonntag, dem bisher letzten gemeinsamen Gottesdienst in unserer Kirche, haben wir ein neues Lied für die Osternachtfeier einstudiert: Im Dunkel dieser Nacht entzünde das Feuer, das niemals erlischt.(GL 766) Unser Vertrauen, auch jetzt ‚geborgen in seinen Händen‘ zu sein, brennt in unserer Kirche den Tag über unsere Osterkerze 2019 zu Ende. Es wird bald die Kerze des Jahres 2020 entzündet sein.

 

Bei aller geistlichen Deutemöglichkeit: Es ist zwingend nötig, dass wir alles tun, was der Gesundheit und der Zukunft unseres Gemeinwesens Welt dient.

 

Ihr Matthias Schnegg