Hungersnot im Jemen

Bitte, nicht wegschauen

Benjamin marx lyskirchen krippe jemen
Ein Helfer "misst" die Arme eines Kindes im Jemen um den Grad der Unterernährung festzustellen ...

Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Am Sonntag wird
nicht gefastet!

Für die verfolgten Christen

verfolgte christen lyskirchen irak iran flüchtlinge

 

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

10.02.2019

1. Lesung

Hier bin ich, sende mich

 

Lesung aus dem Buch Jesaja

 

Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. Serafim standen über ihm. Sie riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt. Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf, und der Tempel füllte sich mit Rauch. Da sagte ich: Weh mir, ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und lebe mitten in einem Volk mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den König, den Herrn der Heere, gesehen. Da flog einer der Serafim zu mir; er trug in seiner Hand eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. Er berührte damit meinen Mund und sagte: Das hier hat deine Lippen berührt: Deine Schuld ist getilgt, deine Sünde gesühnt. Danach hörte ich die Stimme des Herrn, der sagte: Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen? Ich antwortete: Hier bin ich, sende mich!

Jes 6, 1-2a.3-8

 

 

2. Lesung

Das ist unsere Botschaft,

und das ist der Glaube,

den ihr angenommen habt

 

Lesung aus dem ersten Brief

des Apostels Paulus an die Korinther

 

 

Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen? Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der „Missgeburt“. Denn ich bin der geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir. Ob nun ich verkündige oder die anderen: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

1 Kor 15, 1-11

 

 

Evangelium vom 5. Sonntag im Jahreskreis

Sie ließen alles zurück und folgten ihm nach

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit, als Jesus am Ufer des Sees Genesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

Lk 5, 1-11

 

 

Gedanken zum Evangelium

Wort

zu Lukas 5,1-11

Wir sind wieder Zuhörende/Zuschauende einer Erzählepisode des Lukasevangeliums. Inzwischen hätten wir Miterlebende von Heilungen sein und von den Verkündigungen Jesu an verschiedenen Orten hören können. Diese Begegnungen hat die Leseordnung ausgespart, so dass wir mit unserem Textabschnitt gleich einer großen Menge von Menschen begegnen, die ‚das Wort Gottes hören wollen‘. Aufmerksam mögen wir den Ort wahrnehmen: Bisher lehrte Jesus in den Synagogen Judäas, jetzt treffen wir ihn unter freiem Himmel am See Genezareth. Die Orte der Verkündigung werden erweitert: neben den kultischen Räumen tritt die Straße, der Ort des Alltagslebens in den Blick.

 

Wir hören, dass ‚die Volksmenge Jesus bedrängte und das Wort Gottes hören wollte‘. Das bezeugt die große Wirksamkeit des Wortes, das von Jesus ausgeht. Mit diesem Wort sind sowohl seine gesprochenen Worte als auch seine Person und vor allem auch seine wirkmächtigen Worte angesprochen. Die Heilungsgeschichten etwa sind Zeugnisse, dass Jesus nicht nur Worte macht, sondern sein Wort wirksam ist, weil in seinem Wort Gottes Wirkmacht direkt erlebt wird. In dieser Wirksamkeit wird die Person Jesu selbst zum lebendigen Wort, in dem Gott den Menschen begegnet.

 

Die Volksmenge, von der der Erzähler spricht, hat offensichtlich diese Kraft des Wortes erlebt und will mehr. Das wird nicht nur als sensationslüsterne Begierde abzutun sein. Wir kennen ja die Kraft, die einen packen kann, wenn damit eine heilende und heilsame Atmosphäre aufscheint.

 

Der Erzähler lässt Jesus in ein Boot steigen. Nicht zufällig ist es das des Simon, der am Ende wie von alleine den Beinamen Petrus trägt. Auf diese Weise führt das Lukasevangelium die Sonderstellung des Simon Petrus ein (anders als die anderen Evangelisten). Jesus und Simon fahren etwas vom Ufer weg, und Jesus lehrt die Volksmenge vom Boot aus – sitzend, als Lehrer.

 

Nach der Belehrung gleitet die Erzählung übergangslos in die Geschichte vom reichen Fischfang. Auch hier spielt das Wort eine gewichtige Rolle. Es gibt das Wort Jesu: ‚Fahr hinaus!‘, es gibt das Wort des Simon ‚Wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.‘, aber auch das Wort des Simon: ‚Doch auf dein Wort hin.‘ Im Folgenden erfahren wir, dass auf das Wort Jesu hin sich ein unendlich ergiebiger Fischfang zeigt: ‚Ihre Netze drohten zu zerreißen.‘ Ein Boot in der Nähe konnte mit bemüht werden – aber beide Boote waren so voll, dass sie nur mit Anstrengung sicher an Land kamen. Die starke Dramatisierung des Ereignisses verfehlt ihre Wirkung nicht: Alle Zuhörenden haben sofort erfasst, dass hier ein unendlich großes Geschenk sich ereignet hat – auf das Wort Jesu hin. Wieder keine leeren Worte, sondern Erfahrungen von sich erfüllenden Worten.

 

Die Reaktion des Simon (jetzt auch mit Beinamen ‚Petrus‘ versehen) ist unerwartet: Er fiel ‚Jesus zu Füßen und sagte: Geh weg von mir; denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr!‘ Er und seine Gefährten sind ergriffen von dieser so beschenkenden Erfahrung mit Jesus. Es ist nicht ihrem professionellen Können verdankt, sie sind Mittler eines Geschehens, das seinen Ausgang in Jesus und seinem Wort hat. Das ‚sündiger Mensch‘ hat dann weniger eine moralische Note als das Eingeständnis zu sein, hinter der Wirkmacht des Göttlichen hintan zu stehen.

 

Der Evangelist erweitert die Schar der Berufenen mit einem Nebensatz (wieder anders als die anderen Evangelisten), um neben Simon Petrus auch die Zebedäussöhne Jakobus und Johannes einzuführen. Auch sie sind voller Schrecken und Staunen über das, was an Wirkung des Wortes Jesu wahrzunehmen war.

 

Das Ende dieser Berufungsgeschichte bündelt sich wieder in der Person des Petrus. Er wird gezielt angesprochen, was die Vorrangstellung der Autorität des Petrus in der frühen Christenheit erkennen lässt. Jesus ermutigt Simon: ‚Fürchte dich nicht!‘ – obwohl es menschlich gesehen angemessen ist, vor so einer Erfahrung des göttlichen Wirkens außer Fassung zu geraten. Der Zuspruch Jesu erweitert sich in dem Hinweis: ‚Von jetzt an wirst du Menschen fangen.‘ Und als Zuhörende/Zuschauende bleiben wir vielleicht etwas verwirrt zurück, wenn Lukas die Geschichte abschließt mit einer ungeheuren Unbedingtheit der Nachfolge: ‚Und sie zogen die Boote an Land, verließen alles und folgten ihm nach.‘ Bei uns regt sich vermutlich gleich wieder so ein Bedenken: Kann man das einfach so, alles stehen und liegen lassen? Wie ist es mit der Verantwortung für Familie, für andere soziale Bezüge … Aber all diese Bedenken spielen in der Erzählung keine Rolle. Die Erzählung hat ein eigenes Ziel. Das ist die Kraft und die Wirksamkeit des Wortes. Dass diese Elemente bei Jesus wirksam sind, ist die eine Spitze der Erzählung; dass diese Elemente aber auch durch die wirksam sind, die von Jesus gerufen werden, das erweitert die Verkündigung des Evangelisten.

 

Vorhang wieder zu – wenn wir denn diese Darstellung des Lukas uns als ein Bühnenstück vorstellen wollten. Zurück bleiben wir, die wir das Stück gesehen haben. Mag sein, dass es gerade gar keines unserer Themen berührt, mag sein, dass es uns doch etwas an Nachdenklichkeit oder an Inspiration oder an Erkenntnis eröffnet. Je nachdem, wie es für uns stimmt, öffnet sich im Mitgehen des Ablaufs der Erzählung die eine oder andere Einsicht.

 

Ja, es wird für viele von uns stimmen, dass das Wort Jesu uns nicht kalt gelassen hat. Manche werden sehr bewusst sich mit dem Wort auseinandersetzen, es immer wieder zur Hand nehmen, es befragen in eigenen Lebensdeutungen, es auch wirken lassen, ohne sich intellektuell damit auseinanderzusetzen. Manchmal sind es ein Wort oder ein Satz, die durch bestimmte Lebenssituationen tragen können.

 

Ja, auch das können viele unterstreichen: Hilfreich ist es, sich nicht nur so nebenbei mit dem Wort zu befassen, sondern immer wieder mal – sei es durch täglichen Impuls, sei es dann, wenn es in der Liturgie vorgetragen wird. Das Wort muss sich immer wieder erneuern dürfen – daher – wie bei der Volksmenge: Sie wollen das Wort Gottes hören, nicht zuletzt aufgrund der vorher gemachten Erfahrungen.

 

Und dann kommt die Geschichte mit dem Fischfang. Da werden wir unterschiedliche Zugänge haben, weil unsere Lebenssituationen so unterschiedlich sind. Hier einmal herausgenommen, was diese Worte bei den von berufswegen mit dem Wort Befassten bedeuten: Wir Seelsorgende, wir Prediger mögen manche Idee haben, mögen manche Klugheit im Mitleben mit Menschen und vielleicht gar Raffinesse in der medialen Präsenz haben – oft genug klagen Seelsorgende, dass ihr ganzes Können und ihre ganzen Bemühungen wenig Erfolg einbringen. Und dann gilt es dennoch, immer wieder neu anzusetzen.

 

Die Empfehlung des Evangelisten heißt: Es auf sein Wort hin zu tun, nicht, weil es eine neue externe Beratung gab oder neue Marketingmethoden Erfolg versprechen könnten. Das ist eine enorme Provokation, in unseren medialen Zeiten auf eine solche Reduktion wie das Hören auf das Wort Gottes sich einzulassen. (Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir uns der Möglichkeiten der Erreichbarkeit der Menschen bedienen müssen, sowohl in der Sprache, in den Bildern, in den Methoden unserer Zeit – so, wie es Paulus in seiner Zeit offensichtlich mit Erfolg auf die Bahn gebracht hat.) Es bedarf einer großen Wachsamkeit auf die Eingebung des Geistes, wie das Wort aufgenommen und weitergegeben sein will. Erst einmal bleibt die Aufforderung, den Mut zu haben, auf sein Wort hin es neu anzugehen. Da braucht es auch den Mut, der Wirkmacht des Geistes zu trauen – in allen, die sich um das Wort versammeln.

 

Die Geschichte erzählt vom Erfolg dieses Mutes. Das lässt sich auch heute als Erfahrung machen. Vielleicht ist es besonders da zu erkennen, wo es eben wirklich um die Wirkmacht des Wortes geht – und z. B. nicht darum, dass ‚die Kirche‘ präsent ist.

 

Und wo diese Wirkmacht des Wortes bei den Menschen ankommt, obwohl der Verkünder selbst ringen muss um das Begreifen dieses Wortes, da ist die Haltung des Simon Petrus so angemessen: Wer bin ich, dass das Wort Gottes durch mich wirkt?

 

Ihr Matthias Schnegg

 

Termine in Lyskirchen

10.02.2019 - 17.02.2019


5. Sonntag im Jahreskreis
18.00 Uhr Heilige Messe der Gemeinde

 

 

Donnerstag:

15.00 Uhr Rosenkranzgebet für den Frieden und die Verständigung der Kulturen

 

Freitag:

18.00 Uhr Heilige Messe in der Krypta

Anschließend Bibelgespräch im Pfarrsälchen

 

6. Sonntag im Jahreskreis
18.00 Uhr Heilige Messe der Gemeinde

 

NOTEL

Victoriastr. 12

50668 Köln

Heilige Messe im NOTEL
jeweils dienstags

und donnerstags 
um 18.45 Uhr


Aus der Gemeinde

Gemeindeversammlung

 

Am vergangenen Sonntag (03.02.) haben sich Interessierte aus der Gemeinde zusammengefunden, um sich über zwei Themen zur Liturgie in St. Maria in Lyskirchen auszutauschen: das Glaubensbekenntnis (Credo) und die Fürbitten. Es war - wie bei anderen Gemeindeversammlungen auch - wieder ein respektvoller Austausch teils verschiedener Meinungen, Erfahrungen und Erkenntnissen. Dies in dieser offenen, respektierenden Weise einander zusprechen zu können, ist mir immer wieder eine dankbar angenommene Erfahrung und ein Zeichen der gelebten Würdigung der Andersartigkeiten.

 

Zum Credo:

 

Ausgangspunkt zu dieser Thematisierung waren Aussagen von Menschen, die sich bei dem ein oder anderen Artikel des Glaubensbekenntnisses schwertun. Sie sprechen etwas, was sie inhaltlich so nicht ‚glauben‘. Für manche war diese Erfahrung noch einmal aktualisiert durch die Offenlegung der sexuellen Gewaltausübung einzelner Amtsträger und des Umgangs der Kirche damit, so dass es schwerfiele, von der ‚heiligen, katholischen Kirche‘ zu sprechen. Allen ist klar, dass mit dieser Formulierung theologisch nicht die Institution Kirche gemeint ist, sondern die Gemeinschaft der Glaubenden, die von Paulus z.B. als ‚die Heiligen‘ benannt werden. Dennoch ist nicht wegzuwischen, dass wir eben nicht nur diese theologisch gemeinten ‚Heiligen‘ hören, sondern auch die konkrete Kirche als Institution. Manche können nicht ausblenden, dass die Worte das bezeichnen, was sie sagen. Das eigentlich dahinter Gemeinte wird erst nach der bewussten Reflexion mitgedacht.

 

In der Gemeindeversammlung wurden die unterschiedlichen Anmutungen beim Sprechen des Glaubensbekenntnisses teils sehr persönlich ausgetauscht. Darin bildete sich ein differenziertes Spektrum des Mitschwingens im Bekenntnis ab. Als sehr tragend erwies sich, dass dieses Bekenntnis für die meisten weniger als Aufsagen von Bekenntissätzen ist. Vielmehr wird es als ein die Gemeinschaft tragendes Element wahrgenommen. Nicht die einzelnen Formulierungen stehen auf dem Prüfstand, sondern das Gebet an sich bindet zurück in die lange Geschichte der Kirche und verbindet die, die aktuell das Bekenntnis miteinander sprechen. Unter diesem Aspekt besteht für die meisten keine Notwendigkeit, dieses Glaubensbekenntnis in der Liturgie durch etwas neues, inhaltlich evtl. leichter Mitsprechbares ersetzen zu wollen. Die Einzelnen bekundeten zum Teil, dass sich die Freiheit nähmen, bestimmte Sätze nicht mitsprechen; andere sagten, dass sie ab und an bei einem der Glaubenssätze aufhörten mitzusprechen, sich aber bei den folgenden Sätze mitgetragen wüssten durch die Gemeinschaft, die das ganze Bekenntnis spricht. Es ist grundlegend ein gelassener Umgang mit den überlieferten Texten, weil sie mehr sind als eine Zusammenstellung von Glaubenssätzen, denen unsere persönliche Zustimmung zugesprochen werden soll.

 

Manche brachten ein, dass die ökumenische Fassung auch betbar wäre, die statt der ‚heiligen, katholischen und apostolischen Kirche‘ von der ‚heiligen, christlichen und apostolischen Kirche‘ spricht. Diese durch die Bischöfe für ökumenische Gottesdienstfeiern zugelassene Variante zu dem ‚katholisch‘ lässt allerdings auch erkennen, wie nahe das konfessionelle ‚katholisch‘ gedacht werden kann. Der theologische Sinn liegt aber eben nicht in der konfessionellen Abgrenzung, sondern in dem Allumfassenden. Hier bildet sich ab, was einigen eben Not bereitet: Dass wir sprechen, was wir inhaltlich anders meinen.

 

Für den praktischen Vollzug unserer Gottesdienstfeier bedeuten die Überlegungen der Gemeindeversammlung, dass wir in der Regel die überlieferten Texte des apostolischen bzw. des ‚großen‘ Credos unverändert beten.

 

Es gehört zur gewachsenen Tradition unserer Gemeinde, dass auch die Erfahrungen und Erkenntnisse ernst zu nehmen sind, die von der allgemein getragenen Gewissheit abweichen. Anlass der Gemeindeversammlung war u.a. die Anfrage, wie wir Texte sprechen können, die wir (als Lehre) so existentiell nicht glauben, nicht für wahr halten? Die Ursache dieser Spannung ist bereits benannt. Für unseren gottesdienstlichen Vollzug ist vorgeschlagen, gelegentlich ein anders formuliertes Glaubensbekenntnis vorzutragen, das die Gemeinde mit dem Liedruf ‚Credo in unum deum‘ beantworten könnte. Eine Gruppe, die sich mit dem Credo beschäftigt hatte, hatte eigene Glaubensbekenntnisse formuliert, die auch in unserem Sonntagsblättchen veröffentlicht waren. Die eigen formulierten Glaubenssätze hatten wir z.B. bei der letzten Firmung praktiziert. Da hatten die Firmlinge ihr Glaubensbekenntnis formuliert. Die Gemeinde hat zu den einzelnen Bekenntnissen ihre Bekräftigung mit dem Liedruf bekundet. Eine andere denkbare Form ist, die wesentlichen Glaubenssätze in ihren Anfängen auszusprechen - und dann eine kurze Stille zu lassen, dass jede und jeder seine eigenen Glaubenssätze dazu bedenkt. Das könnte etwa so aussehen: ‚Ich glaube an/vertraue auf Gott ...‘; ‚ Ich glaube an Jesus, den Christus...‘; ‚Ich erhoffe Erlösung...‘; ‚Ich hoffe darauf, nach dem Tod...‘...

 

Die Versammlung sieht diese anderen Formen als sehr gelegentlich einzubringen an - 1 oder 2 mal im Jahr. Wenn es zu häufig praktiziert würde, ginge das verloren, was dem Glaubensbekenntnis als Gemeinschaft Stiftendes und Glauben und Glaubensgemeinschaft Tragendes die eigentliche Kraft gibt.

 

Wir werden es ausprobieren - und wie immer möglichst wach dafür bleiben, ob das ‚des Geistes‘ ist, was wir in der Gemeindeversammlung zusammengetragen haben.

 

Fürbitten:

 

Die Fürbitten sind liturgisch das ‚allgemeine Gebet‘. Sie wollen den Raum öffnen für die persönlichen Anliegen, die die Feiernden bewegen. Dieses Gebet unterscheidet sich von den ‚Präsidialgebeten‘, jenen durch die Liturgie vorgegebenen Gebet, die der Vorsteher der Liturgie spricht. Daher sind die Fürbitten theologisch ein gewichtiger Teil der aktiven Teilnahme der Feiernden. Die Art, wie wir seit Jahren in unserer Gemeinde die Fürbitten handhaben, wird einhellig begrüßt. In der Regel sind die Fürbitten die Gebetsanliegen, die im Fürbittbuch im Laufe der Woche aufgeschrieben worden sind. Oft sind es ergreifende Lebensschicksale, die vor Gott getragen werden. Oft fühlen wir uns in den Gebetsanliegen auch persönlich angesprochen - weil es auch unsere eigenen Anliegen sind. Diese Form der Fürbitten tragen die Lebendigkeit des Lebens, wie es ist. Es sind eben keine Allerweltsbitten, keine Allgemeinplätze, keine moralisiernden Apelle, die sich hinter dem Fürbittgebet verstecken. Die Gemeinde weiß sich auch als geschwisterliche Gemeinde eingebunden in die Anliegen, die Menschen der Gemeinde anvertrauen. Die Gebetsanliegen im Fürbittbuch sind auch ein Zeichen des Vertrauens in das mittragende Gebet der Gemeinde.

 

Seit einigen Jahren kennen wir - auch einmal aus einer Gemeindeversammlung hervorgegangen - die Praxis, an den 2. Feiertagen oder immer dann, wenn keine Fürbitten im Buch hinterlassen sind, das ‚allgemeine Gebet‘ in die gerade versammelte Gemeinde zu geben. Das ist die Einladung, die je persönlichen Anliegen in die Gemeinde zu sprechen. Durch das ‚Kyrie eleison‘ macht die Gemeinde dieses Anliegen zu ihrem Gebet. Es ist ein Zeichen der Lebendigkeit der Gemeinde, dass diese freie Form der Fürbitten geht und ausgiebig genutzt wird, wenn zu freien Fürbitten eingeladen wird. Diese Bereitschaft, einander Gebetsanliegen mitzuteilen, ist keine Selbstverständlichkeit.

Die Gemeindeversammlung ist der Überzeugung, dass wir an dieser Praxis des fürbittenden Gebetes nichts ändern müssen und auch nicht sollten.

 

Manchmal stehen Worte des Dankes im Fürbittbuch, ohne Verbindung mit einer Bitte. Dieser Dank wird den Himmel umgehend erreichen. Fürbitten sind eben Bitten - und diese finden dann Platz im ‚allgemeinen Gebet‘. Der ausdrückliche Dank darf sich eingebunden wissen in das Hochgebet, dem ausdrücklichen Gebet der Danksagung. Nur werden hier die einzelnen Danksagungen nicht eigens erwähnt.

 

Die Gemeindeversammlung war wieder ein Ort gemeindlichen Erlebens und ein weiteres Wachsen im Respekt voreinander und im Wissen, als Teil Gemeinde sehr wichtig zu sein, um das geistliche Wachstum miteinander gedeihen zu lassen. Dank allen, die daran teilnehmen konnten und mochten. Es lebt etwas von der Unverzichtbarkeit der Mitverantwortung der Glieder der Gemeinde. Danke für diese Erfahrung.

 

 

LYSKIRCHENSonntagDank

 

Danke für 635,93 €, die wir am vergangenen Sonntag in der besonderen Kollekte für unsere Kirche und für unsere Gemeinde zusammengetragen haben. In diesem Jahr werden wir für einige Projekte in der Sanierung der Sakristeiaußenfassade und einiger Ausstattungsstücke (Chorgestühl und Tapisserien auf der Empore) Eigenmittel bereitstellen müssen. Und für einzelne Ausstattungsstücke wie den Beweinungsaltar und die gotische ‚Sieglitzmadonna‘ sind wir immer noch auf der Suche nach überzeugender Beleuchtung. Wenn wir da fündig geworden sein werden, wird uns die Umsetzung auch Geld kosten. Daher: Von Herzen Dank für die außergewöhnliche Freigebigkeit, die die Gemeinde auch im Ergebnis der LYSKIRCHENSonntags zeigt.

 

Jahrestreffen

 

Einmal im Jahr sind alle, die als LektorInnen, KommuninhelferInnen, KantorInnen in unserer Liturgie mitwirken, zu einem Austausch und Dank eingeladen. Das ist an diesem Sonntag nach der Messfeier. Oft sind auch aus diesem Kreis Anregungen zur Verfeierung des liturgischen Vollzugs gekommen. An dieser Stelle allen Damen und Herren, die diese Dienste tun, von Herzen Dank für diese Bereitschaft. Es tut wohl zu erleben, wie diese Dienste kompetent und mit einer so selbstverständlich wirkenden Bereitschaft ausgeführt werden. Danke sehr

 

Termine zum Vormerken:

 

  • 14. März, 19 Uhr Einstimmung in die Lesenacht vom 18. Mai. Die Einleitung in die Apostelgeschichte wird wieder Dr. Gunther Fleischer geben - in der ihm einzig besonderen und die Zuhörenden immer wieder fesselnden Art des Vortrags.

 

  • 30. März, 10-16 Uhr Einstimmung in die Feier der Kar- und Ostertage.

 

Beide Veranstaltungen finden in unserem Pfarrsälchen statt.

 

 

 

ENDE