Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Der Woelki wählt

Bodyguard Jesus

Sie haben Post!

SOS – Flüchtlinge ertrinken in unserer Gleichgültigkeit!

Für die Lebenden und Verstorbenen beten

Guter Rat ist teuer

Die Trauernden trösten

Die Unwissenden belehren

Die Lästigen
geduldig ertragen

Erlittenes Unrecht verzeihen

Meine Leitkultur

Christliche Obergrenzen

"Wer bei Euch groß sein will, der soll der Diener aller sein!"

Nennt das Mittelmeer besser Totes Meer!


Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

verfolgte christen lyskirchen irak iran flüchtlinge

 

  • SANKT MARIA
    IN LYSKIRCHEN

    AN LYSKIRCHEN 12
    50676 KÖLN

 

  • Die Kirche ist täglich
    in der Zeit von
    9 Uhr bis 18 Uhr
    geöffnet.
  • SONNTAGSMESSE
    IN LYSKIRCHEN:

    WÄHREND DER SOMMERZEIT UM
    19 UHR UND WÄHREND DER
    WINTERZEIT UM
    18 UHR, JEWEILS SONNTAGSABENDS

  • Herzlich Willkommen
  • Pfarrbüro
    Marienplatz 17-19
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    Tel.: 0221/214615
    Fax: 0221/2403432
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Sankt Maria in Lyskirchen

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

Sonntag, den 22.06.2014
Der 22. Juni ist der 173. Tag des Gregorianischen Kalenders, somit verbleiben noch 192 Tage  bis zum Jahresende.

22.6.1986: Fußball-Mythen

Die "Hand Gottes"
Die "Hand Gottes"

"Die Hand Gottes" oder eben Diego Maradonas Hand bzw. Arm, brachten Argentinien ins Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko: Argentinien spielte im Viertelfinale gegen England. Im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt gelangen dem Kapitän der argentinischen Mannschaft, Diego Maradona, zwei spektakuläre Treffer - seine Mannschaft gewann mit 2:1 Toren: In der 51. Minute fiel das 1:0 durch Maradona, der den Ball mit seinem Ellenbogen ins Tor gelenkt hatte. Das Tor wurde gewertet, da der Schiedsrichter, Kacem Bennaceur, das Handspiel als Kopfball wahrgenommen hatte. Nach fast zwei Jahrzehnten, 2005, gab der argentinische Spieler zu, dass dieses Tor ein Handspiel war.

Es sagte Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu
(1689 - 1755), französischer Staatstheoretiker und Schriftsteller

Man hat seine Enkel lieber als die Söhne. Denn man weiß ziemlich genau, welche Hilfe man von seinem Sohn zu erwarten hat, und kennt dessen Vermögen und Verdienst. Aber auf den Enkel blickt man voll Hoffnung und Illusion.

Papst an Fronleichnam: „Jesus ist unsere wahre Nahrung“

Neben dem konkreten Hunger gibt es noch einen weiteren Hunger, den der Mensch in sich trägt. Einen Hunger, der nicht mit den üblichen Speisen gesättigt werden kann. Es ist der Hunger nach Leben, der Hunger nach Liebe, der Hunger nach Ewigkeit. Und das Zeichen des Manna – sowie die gesamte Erfahrung des Exodus – trug in sich auch diese Dimension: Es war ein Zeichen für eine Nahrung, die diesen tiefen Hunger des Menschen sättigt. Jesus schenkt uns diese Nahrung. Er selbst ist das lebendige Brot, das der Welt das Leben schenkt (vgl. Joh 6,51).“

Fürchtet euch nicht vor denen,
die den Leib töten

 

+ Aus dem heiligen

Evangelium nach Matthäus

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Mt 10, 26-33

 

Matthäusevangelium

Nach der langen Osterzeit setzen wir unsere Lesung des Matthäusevangeliums fort. Unser heutiger Textabschnitt stammt aus der zweiten großen Rede des Matthäusevangeliums. Die erste haben wir bereits gelesen – die lange Bergpredigt (Kap 5-7), in der ethische Folgerungen aus dem Glauben an das Evangelium Gottes dargestellt werden. Jesu Reden und Handeln wird zum Spiegel für diese Grundhaltung aus dem Glauben an Gottes Gegenwart.

 

Die zweite Rede (Kap 10) ist die sogenannte Aussendungsrede. Jesu spricht zu seinen Schülern. Es sind die Zwölf, die in besonderer Weise gesendet werden. Sie werden ausgesandt, das Evangelium Gottes, die Botschaft des Messias Jesus in die Welt zu tragen – wie Jesus selbst: in Wort und Tat. Dabei wird ihnen zugesprochen, in der Vollmacht Jesu handeln zu können wie er: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“ (10,8) Dahinter steht eine große Kraft, die das Evangelium in sich hat. Es ist die Kraft des lebendigen Gottes, die durch den Messias und durch seine Boten wirkt.

 

Wie uns vertraut, stellt der Evangelist eine Szene aus der Überlieferung Jesu dar, um (vor allem den Führenden) seiner Gemeinde etwas mit auf den Weg zu geben. Gesendete sind sie, dass die Botschaft vom Himmelreich, dass die Gerechtigkeit Gottes im Alltag der Menschen präsent ist. Und dass diese Gerechtigkeit Wirkung zeigt für das Leben und das Heilwerden der Menschen.

 

Der Anspruch ist groß. Er ist Auszeichnung, er ist aber auch Verpflichtung. Daher ist leicht nachzuvollziehen, dass Menschen sich in ihren Möglichkeiten überfordert sehen. Unsere Perikope spricht den Verunsicherten zu Herzen. Unser Text gliedert sich durch den dreimaligen Zuspruch: ‚Fürchtet euch nicht!’ (V 26,28,31) und einer grundsätzlichen Zusammenfassung zur Sendung. (32f)

 

Jeder Aufruf, sich nicht zu fürchten, wird durch eine Begründung ermutigt.

Die erste Ermutigung betrifft die Furchtlosigkeit vor den Menschen. Gemeint sind die, die Macht ausüben, die vor Gerichte zerren, die durch ihre Verbindungen in das gesellschaftliche System alles aufbieten können, um einen Menschen psychisch und physisch zu vernichten. Solche Machenschaften sind überall da möglich, wo Menschen sind – in der Vergangenheit über die jeweilige Gegenwart bis in die Zukunft. Das Gemeine dieser Seilschaften ist, dass sie schwer zu brechen sind. Einzelne, zumal Sonderlinge in den Augen der bestimmenden Gesellschaft, haben wenige Chancen auf Gehör, geschweige denn gerechten Umgang. Die Überzeugung Jesu geht davon aus, dass die Verkündigung des Himmelreiches nicht grundsätzlich zu unterdrücken ist. Sie ist nicht Machwerk der Menschen. Sie ist das Wirken Gottes selbst. Das enthebt die Boten nicht ihrer Sendung und ihres Auftrages. In allem Handelnder und Wirkender ist Gott. Daher spricht der Text vom Verhüllen, das enthüllt wird, und vom Verborgenen, das bekannt wird. Gemeint ist die Botschaft. Mögen machtvolle Menschen sie zu unterdrücken versuchen – sie werden scheitern, denn die Botschaft ist von Gottes Macht getragen.

 

Der Vers 27 bringt diese Überzeugung in Verbindung mit den Schülern Jesu – und damit auch mit den Glaubenden allgemein, vor allem aber auch die, die besondere Dienste und Aufgaben in der Gemeinde der Glaubenden verantworten: Sie mögen keine Furcht vor den Mächtigen haben. Sie mögen öffentlich sagen, was sie vielleicht einer Abgeschiedenheit des Lehrer-Schüler-Verhältnisses entnommen haben. Mutig, offen und offensichtlich (‚von den Dächern’) sollen sie verkünden. Manche Lesende mögen erinnert sein an den Zuspruch nach den Seligpreisungen: Ihr seid (nicht: ihr werdet einmal werden können) das Licht der Welt und das Salz der Erde. Durch die Gesendeten mag erkennbar werden, dass es gute Taten sind, die aus der Gerechtigkeit Gottes kommen. Die guten Taten mögen überzeugen. Sie mögen zurückführen auf den, dem das Heil und die Gerechtigkeit am Herzen liegen: Gott.

 

Die erste Ermutigung, sich nicht von der Furcht lähmen zu lassen, bezog sich auf den Inhalt der Sendung, die Botschaft. Die zweite Ermutigung richtet sich nun an die Gesendeten selbst. Für unser Verständnis klingen die Maßgaben eher an der Wirklichkeit des Lebens vorbei. Wer fürchtete sich nicht um ‚Seele und Leib’, um sein Leben, wenn es dem gewaltsamen Tod ausgesetzt wäre? Im Zusammenhang unseres Textes wird das Maß sehr hoch gesetzt. Da wird darauf hingewiesen, man solle sich mehr vor dem fürchten, der das Leben in die endgültige Vernichtung stoßen könnte. Hier ist die Macht Gottes angesprochen. Dem Boten des Evangeliums wird vor Augen gestellt, dass der Verlust der Gottesbeziehung endgültiger Leben vernichten kann als der Tod, den andere Menschen einem Menschen antun können. Diese Zuspitzung der Aussage ist uns fremd. Wie kann man Menschen vor eine solche Entscheidung stellen? Ob das der Wille Gottes ist? Vielleicht gewinnen wir mehr an Verstehen, wenn wir bedenken, dass in dieser Aussendungsrede die Radikalität der Botschaft, aber auch die radikale Anforderung an die Boten thematisiert wird. Das Maß ist, sich vor Gott mehr zu verantworten als vor Menschen, die Gewalt ausüben und missbrauchen wollen. Die Aufforderung des Evangelisten heißt: Bekennt euch zum Evangelium des Messias Jesus im Vertrauen auf das Endgericht. Da wird offenbar, dass das Maß des Lebens Gott selbst ist.

 

Es ist allzu natürlich, dass wir bei noch so einleuchtend heldenhaften Impulsen und bei voller Anerkenntnis, dass Gott nichts vorzuziehen ist, erschauern vor einer solchen Radikalität. Der Evangelist fügt eine weitere Ermutigung an, die uns Heutige vielleicht ebenso wenig erreicht. Er ermutigt, alle Sorge um das Leben Gott anzuvertrauen. Das Bild von den Spatzen, die nicht ohne die Sorge Gottes sind, kommt auf. Wie kleinteilig wir uns die Sorge Gottes um uns vorstellen sollen, wird an dem Beispiel der gezählten Haare auf dem Kopf bebildert. Wieder kommt der Aufruf: „Fürchtet euch also nicht!“ (V 31) Der Mensch ist mehr wert als der Spatz.

 

Auch vor dieser drastischen Bildsprache erschrecken wir. Vor allem ist das Vertrauen in die Sorge Gottes für unsere Alltäglichkeiten gebrochen. Es gibt widerstrebige Erfahrungen, in denen Menschen sich in ihren Sorgen verlassen, auch Gott verlassen, erleben. Es ist auch so unvorstellbar, dass das Geheimnis ‚Gott’ sind bei all den unendlich vielen Menschen um jedes Haar kümmerte. Unsere Sprachbilder kommen an Grenzen. Die Vermenschlichung Gottes kommt an Grenzen – denn das Geheimnis ‚Gott’ übersteigt all unsere Sprachmöglichkeit.

 

Wenn der Evangelist nun dennoch in dieser Sprache seine Verkündigung zu uns bringt, dann werden wir gut daran tun, sie in ihrem Kernbestand erfassen zu wollen. Kern ist die Botschaft vom Himmelreich. Diese Botschaft ist sehr konkret, wie die Seligpreisungen und die Ausführungen der Bergpredigt schon bezeugt haben. Himmelreich ist kein Begriff, der allein das Jenseits beschreibt. Himmelreich ist Erwartung der Vollendung und ist gleichzeitig Hinleben auf diese Vollendung hin. Vollendung ist die ungebrochene Beziehung mit Gott. Himmelreich ist da, wo Menschen diese ungebrochene Beziehung mit Gott leben – vielleicht oft auch nur momenthaft. Himmelreich ist da das Tun der Gerechtigkeit Gottes.

 

Die ausdrücklich Gesendeten werden ermutigt, sich furchtlos für das Wachsen des Himmelreiches einzusetzen. Wenn es Widerstände aus der Menschenwelt gibt, mögen die Boten sich immer wieder klar sein, dass das Maß und Ziel ihres Handelns Gott ist. In der Sprache des Evangeliums meint das das Endgericht, in dem wir uns vor Gott mit unserem Leben zu verantworten haben. Wie weit diese Verantwortung uns wirklich Maß in unserem Handeln ist, müssen wir je für uns zu beantworten suchen. In aller Unsicherheit, ob wir die Kraft zum Bekenntnis haben, dürfen wir uns auf Gott selbst, seinen Geist verlassen.

 

So fremd uns die Radikalität des Textes ankommen mag, so haben doch viele immer wieder die Situation der Entscheidung. Wir begegnen Lebenssituationen – und wissen, dass wir uns dazu unterschiedlich verhalten können. Das Evangelium setzt Maßstäbe, die der Logik unserer Sozialverhältnisse nicht selbstverständlich entsprechen. Manchmal sind es große Entscheidungen, an denen wir uns zum Evangelium, zur Gerechtigkeit Gottes bekennen: in Fragen nach Leben und Tod, vom Anfang des Lebens bis zum Ende des Lebens. Manchmal sind es kleine Entscheidungen – ob der Arme am Rand lästig ist oder würdigend zu grüßen, ob der psychisch überlastet Mensch erträglich ist, wenn er immer wieder anruft und sprechen will, oder ob der Besuch bei einem Kranken oder Alten der persönlichen Entspannlust vorgezogen wird. Es sind oft kleine Begebenheiten, an denen sich entscheidet, ob wir ‚bekennen’ – zustimmen – oder ‚verleugnen’ – uns wegducken. Auch Gesendetsein ist ein Prozess des Wachstums, getragen von der Fürsorge Gottes, getragen von seinem Geist.

 

Ihr Matthias Schnegg

 

Woche vom 22.06. – 29.06.2014

 

Sonntag:

14.00 Uhr Taufe des Kindes Pia Philippa Meister

19.00 Uhr Heilige Messe der Gemeinde

als 3. Jgd. Für Günter Heidecke

 

Dienstag:

18.00 Uhr Heilige Messe zum

Hochfest Johannes des Täufers

Donnerstag:

15.00 Uhr Rosenkranzgebet für den Frieden

18.00 Uhr Heilige Messe der Kommunität

Kosmas und Damian

 

Freitag:

18.00 Uhr Heilige Messe in der Krypta,

anschl. Bibelgespräch

 

Sonntag:

19.00 Uhr Heilige Messe der Gemeinde zum

Hochfest Petrus und Paulus

Kollekte: Peterspfennig

 

  • Kindermesse

in Maria im Kapitol

Kasinostrasse 6

50676 Köln

jeden Sonntag um 9.30 Uhr

Sie sind eingeladen.

Renovabis – Kollekte

Herzlichen Dank für die 715,16€, die wir der deutschlandweiten Kollekte für die kirchliche Arbeit in Mittel- und Osteuropa überweisen konnten. Danke für auch dieses Zeichen der Solidarität!

 

Feier der Geburt des Täufers Johannes

Am kommenden Dienstag feiern wir das Fest der Geburt des Täufers Johannes. Nur die Geburt Jesu, Maria und Johannes haben die Würde eine liturgischen Ehrung erfahren. In unserer Kirche thront Johannes der Täufer auf dem Altaraufbau des Nordseitenschiffs. Vor diesem Bild werden wir um 18 Uhr die Hl. Messe hier feiern. Sie sind herzlich willkommen zur Mitfeier.

Romanischer Sommer

Unter diesem Titel wird in den meisten romanischen Kirchen ein Musikfestival gehalten, deren Höhepunkt die Romanische Nacht am Freitag, 27. Juni von 20.00 bis 2.00 Uhr in St. Maria im Kapitol stattfindet. In Maria Lyskirchen kommt in diesem Jahr eine ‚Elektroakustische Komposition’ von Bernard Parmegiani zur Aufführung. Das Konzert beginnt um 22 Uhr. Eintritt 10 € - an der Abendkasse. Weitere Informationen >>>

Im Gedenken an Frau Anja Loosen

Frau Anja Loosen ist am vergangenen Sonntag ihrem Krebsleiden mit nur 48 Lebensjahren erlegen. Ihren Freundinnen und Freunden ist dieser Tod ein tiefer Schmerz. Sie hat mit großer Freude ihr Leben und mit großer Würde ihre Krankheit bis zum Schluss tragen können. Wir haben sie am Samstag mit einer liturgischen Feierstunde in unserer Kirche aus der Welt verabschiedet. Sie ist uns – wie all unsere Toten – vorausgegangen. Sie ‚weiß’ jetzt mehr vom Leben.

 

Sie hat in früheren Jahren viel in der Gemeinde mit gelebt, mit gefeiert, mit gewirkt. Lange Zeit war sie sehr aktiv in der Mitgestaltung des Willkommens zur Agape während unserer Bibellesenächte. Möge Gott vollenden, was wir Menschen immer wieder nur im Bruchteil erfahren. Von Herzen Dank für ihr Leben und Mitwirken auch in Lyskirchen.

 

Gelebte Liturgie in Lyskirchen

Zum Gemeindetreff am 15. Juni 2014

Am Thema Interessierten haben sich am vergangenen Sonntag – wieder unter der gekonnt- bewährten Moderation von Marcus Siebolds – zu einem weiteren Austausch getroffen. Die Gruppe ist offen, geladen sind alle, die Interesse am Austausch dazu hatten. Einige haben sich gemeldet, dass sie leider nicht teilnehmen konnten, hatten aber ihre Gedanken zur Themenstellung teils schriftlich eingebracht. Themen waren Entwicklungen der Liturgie in Lyskirchen – mit ihren Schwerpunkten der angemessenen Ruhe und Stille in der Feier, mit der Verbindung zwischen Kult und Diakonie und mit den verschiedenen biblischen Übersetzungen.

 

Liturgie in Lyskirchen im persönlichen Mitleben

Beim Treffen haben alle Anwesenden ihren Stand des Erlebens der Liturgie (in den drei angesprochenen Dimensionen) erzählt. Kontrovers konnte die Frage der Übersetzungen biblischer Texte miteinander ausgetauscht werden. Das Hilfreiche dabei: Es ging nicht um das Ziel einer Harmonisierung der Meinungen. Es ging um das Annehmen der unterschiedlichen Wahrnehmungen – von uneingeschränkter Bejahung z.B. der Übersetzung der Bibel in (geschlechts-)gerechter Sprache bis hin zur entschiedenen Ablehnung einer das sprachliche wie das Glaubensempfinden schmerzende Übersetzung. Es ist kostbar, dieses Spannungsfeld in Achtung vor der Ernsthaftigkeit der unterschiedlichen Wahrnehmungen auszuhalten. Das ist keine Beliebigkeit – denn für alle geht es darum, dass die Offenbarung Gottes uns erreichen möge. Die Wege dahin sind offensichtlich unterschiedlich. In allem bleibt der sich offenbarende Gott Geheimnis. Offenbarung ist das Wesen Gottes enthüllend und verhüllend zugleich. Mit dieser Spannung müssen Glaubende immer leben.

Bibelübersetzungen – als Hilfe und Anstoß

Die Übersetzung der Bibel ‚in gerechter Sprache’ ist nicht die Übersetzung, die wir in der Regel in der Liturgie verwenden. Da steht in überragender Zahl die amtliche Einheitsübersetzung vorne. Dennoch muss es möglich sein, ab und an auch andere Übersetzungen zu hören, denn neue Übersetzung kann auch neues Hören und Verstehen eröffnen. Die Anregung aus den Kreis war, vorher anzukündigen, wenn die Übersetzung aus der ‚Bibel in gerechter Sprache’ gewählt wird. Das kam im vergangenen Jahr genau zwei Mal vor. Kostbar im Gespräch, dass die teils sehr weit auseinandergehenden, begründeten Auffassungen sich respektvoll nebeneinander aushielten, denn beide Pole des Spannungsfeldes haben damit ihren Weg des Glaubens beschrieben.

Raum der Stille

Im letzten halben Jahr war aus dem Kreis der Lektorinnen und Lektoren und Kommunionhelfenden die Anregung gekommen, bewusst Punkte der Stille in der Liturgie zu haben. Alle Anwesenden haben dies als sehr hilfreich empfunden.

Zeichen der Verbindung von Kult und Diakonie

Als gute Lösung wird auch das Hineintagen der Kuchen für die Armen zur Gabenbereitung angesehen. Die Körbe, in denen der Kuchen abgelegt ist, schaffen ein würdiges Äußeres. Die Kollekte der Naturalien ist nach urkirchlicher Sitte ein Zeichen der Solidarität mit den Armen und Bedürftigen der Gemeinde. Die Kollekte ist das Zeichen der unaufgebbaren Verbindung zwischen Gottesdienstfeier und Diakonie. Aus dem Kreis wurde die Anregung wiederholt, dass auch das Kollektengeldkörbchen seinen Platz bei diesen Gaben haben sollte. Das wird nun so sein.

Geprägte Zeiten prägen die Gestalt der Liturgie

Stimmen wurden in der Runde laut, denen das viele Halleluja nun dann doch etwas viel geworden ist. Dieses viele Halleluja war der geprägten Osterzeit geschuldet. Grundsätzlich möchte die Liturgie in ihren unterschiedlichen Zeiten und Anlässen unterscheidbar sein. Liturgie ist die Danksagung der Glaubenden vor Gott. Die Gottesdienste in der Woche sind deutlich ‚stiller’ als an den Sonn- und Feiertagen. Die Sonntage sind das Osternfeiern. Daher haben sie einen grundsätzlich festlicheren, auch gesangvolleren Anteil. Die Sonntage der Fastenzeit sind spärlicher im Gesang, ganz ohne Orgel – um unterscheidbar zu sein von der Zeit, in der Gesang und Instrumentalmusik am liebsten gar nicht verstummen mögen – denn es ist die Zeit des jubelnden Dankes für die Auferweckung des vergänglichen Lebens. Und dann kommen die ‚grünen’ Sonntage der Jahreszeit – da wird in Erinnerung an das Osterfeiern viel gesungen, aber anders und weniger als in der Hochzeit des Glaubenfeierns. Der mehrstimmige Gesang ist dabei auch Ausdruck der Vielfältigkeit der Menschen, die sich da zur Feier des Glaubens versammeln.

Die Gemeinde als Trägerin der Liturgie

Angefragt war, ob es innerhalb des Hochgebetes nicht ohne Gesang ginge – an den Sonntagen. Die Akklamationen während des Hochgebetes unterstreichen, dass die Trägerin der Liturgie die feiernde Gemeinde ist, nicht ein Zelebrant, der etwas für die Anderen tut, bei dem sie nur begleitend mitfeiern. Die Entwicklung zur Liturgiefeier in Lyskirchen hat gerade dies wie von selbst offensichtlich werden lassen, dass die Gemeinde Trägerin des liturgischen Geschehens ist. Das hat das II. Vatikanische Konzil im Begriff der ‚partizipatio actuosa’, der aktiven Teilnahme genannt. Die angemessenste Akklamation wäre ein Amen-Ruf, mit dem die Gemeinde bestärkt: Ja, so ist es, was wir als Gebet der Gemeinde im Hochgebet durch den Vorsteher vorgesprochen bekommen haben. Unser Kantor wird uns einen angemessenen Gesang heraussuchen.

Gesänge tragen die Prägung der liturgischen Zeiten mit

Die Bedeutung der mittragenden Gemeinde wird auch deutlich, wenn (außer in der Fastenzeit) während der Weihrauchgabe bei der Gabenbereitung die Gemeinde singt. Es sind meist sich wiederholende, meditative Gesänge, die nicht weglocken wollten vom Eigenen der Mitfeiernden. Sie wollen ein Klangraum werden, in dem die feiernde Gemeinde das mitvollzieht und begleitet, was durch den Vorsteher der Liturgie gerade sinnenfällig vollzogen wird.

Das neue Gotteslob

Zum neuen Gotteslob wurde der Wunsch geäußert, dass wir auch neue Lieder (oder alte, die über Jahre nicht zugängig waren) verwenden. Und für die Mehrstimmigkeit unseres Gesangs finden sich im neuen Gotteslob ebenso gute Anregungen. Unser Kantor wird uns da weiter fördern. Und wenn in der Gemeinde jemand ein Lied hat, das Sie gerne neu gelernt haben wollten – lassen Sie es uns wissen!

Liturgie in Lyskirchen zu ‚opulent’?

Am Ende des regen Austausches sprach der Moderator die Frage an, ob die Feier der Liturgie hier als zu opulent empfunden werde. Das verneinten die im Kreis Anwesenden. Die einzelnen Elemente der Messliturgie sind im Laufe der Jahre (nicht zuletzt durch Anregungen aus der mitfeiernden Gemeinde) ihrem Sinn nach ausgestaltet worden. Als opulent wurde dies nicht empfunden.

Der Reichtum verschiedener liturgischer Formen

Manche hatten im Vorfeld geäußert, dass ihnen zu wenig Stille in der Feier sei – abgesehen von den sehr begrüßten Ruhestellen in der Liturgie. Die Messfeier ist in ihrer Feierform auf mittragende Gemeinde angewiesen. Es gibt einen reichen Schatz anderer Liturgieformen, in denen Ruhe, Stille, Formen des Gebetes der stillen Anbetung ihren Platz haben. Es ist zu bedauern, dass nach der Liturgiereform 1967 viele andere Formen der Liturgie aus dem Blick geraten sind. Es ist erfreulich zu sehen, dass sich die mögliche Vielfalt wieder öffnet. Wenn es Menschen in Lyskirchen gibt, die solche Formen fördern und gestalten möchten, ist der Platz dafür offen. Es sind auch Gottesdienstformen, die keines Priesters bedürfen. Auch das ist ein Blick in die Zukunft.

Im Wahrnehmen, was ‚des Geistes’ ist

Ermutigt sei, immer wieder im Gespräch zu bleiben über das, was uns bewegt. Bewegung kommt oft durch das Gefühl eines Unbehagens, eines Ärgers, eines Nach- und Neudenkens. Die Gemeindeversammlung aus dann gegebenen Anlässen sind ein guter Raum, sich auszutauschen und zu suchen, was nach unserem menschlichen Ermessen ‚des Geistes’ ist. Dank allen, die durch ihre Anfragen diesen Prozess des Austausches in Gang gebracht haben, Dank allen, die sich zu den Fragestellungen geäußert haben, Dank allen, die sich die Zeit eines Austausches miteinander nehmen konnten. Und Dank dem Moderator, der in Klarheit und Achtung einen guten Weg des Austausches ermöglicht hat.

Vom Vertrauen ins Reifen

Und eine kleine Beobachtung am Rande: Es sind eigentlich Gemeindeversammlungen mindestens jährlich von Bistumsseite erwünscht. Es bewahrheitet sich, dass wir die Ruhe und Geduld haben können zu warten, bis etwas reif ist. Dann sind auch Gemeindeversammlungen sinnvoll und zudem inhaltlich wirklich geprägt. Es ist Verlass darauf, sich auf den rechten Zeitpunkt zu verlassen, dann, wann etwas reif ist. Man kann sich darin gewiss auch täuschen. Aber das merkt man dann auch und lernt daran...

 

Matthias Schnegg

 

PS: Wenn es noch interessiert ...

Papst Franziskus gibt erneut Interview

"Ich bin kein Erleuchteter"

 

  • Papst Franziskus hat der Zeitung "La Vanguardia" aus Katalonien ein Interview gegeben. In dem Gespräch äußert sich Franziskus auch zum Stand der Reformen im Vatikan, zum Rücktritt Benedikts und zum Friedensgebet an Pfingsten.

Frage: Die Gewalt im Namen Gottes prägt den Nahen Osten...

Papst Franziskus: Das ist ein Widerspruch. Gewalt im Namen Gottes passt nicht in unsere Zeit. Das ist etwas Altes. Aus historischer Perspektive muss man einräumen, dass wir Christen sie zeitweise praktiziert haben. Wenn ich an den Dreißigjährigen Krieg denke, dann war das Gewalt im Namen Gottes. Heute ist das kaum vorstellbar, nicht wahr? Wir kommen manchmal aus religiösen Gründen zu sehr ernsten, sehr schwerwiegenden Widersprüchen. Fundamentalismus, zum Beispiel. Wir drei Religionen haben jeweils unsere fundamentalistischen Gruppen, klein im Verhältnis zum ganzen Rest.

 

Die verfolgten Christen sind eine Sorge, die mir als Hirte sehr nahe geht. Ich weiß sehr viel über Verfolgungen, kann aber aus Vorsicht nicht darüber sprechen, um niemanden vor den Kopf zu stoßen. Aber es gibt Orte, an denen es verboten ist, eine Bibel zu besitzen oder den Katechismus zu lehren oder ein Kreuz zu tragen.

Frage: Wie denken Sie über den Fundamentalismus?

Papst Franziskus: Eine fundamentalistische Gruppe ist gewalttätig, selbst wenn sie niemanden tötet und niemanden schlägt. Die mentale Struktur des Fundamentalismus ist Gewalt im Namen Gottes.

Frage: Manche sehen Sie als einen Revolutionär...

Papst Franziskus: Für mich besteht die große Revolution darin, zu den Wurzeln zu gehen, sie zu erkennen und zu schauen, was diese Wurzeln uns heute zu sagen haben. Es gibt keinen Widerspruch zwischen revolutionär und zu den Wurzeln gehen. Vielmehr glaube ich, dass der Hebel, um wirkliche Änderungen herbeizuführen, die Identität ist. Man kann nie einen Schritt machen im Leben, wenn man nicht von hinten losgeht, wenn man nicht weiß, woher ich komme, wie ich heiße, welchen kulturellen und religiösen Namen ich trage.

Frage: Sie haben oft das Protokoll gebrochen, um den Menschen nahe zu sein...

Papst Franziskus: Ich weiß, dass mir mal etwas passieren kann, aber das liegt in den Händen Gottes... Seien wir realistisch, in meinem Alter habe ich nicht mehr viel zu verlieren.

Frage: Warum ist es so wichtig, dass die Kirche arm und demütig ist?

Papst Franziskus: Armut und Demut sind im Zentrum des Evangeliums, und das sage ich in theologischem, nicht soziologischem Sinn. Man kann das Evangelium nicht verstehen ohne die Armut, aber man muss sie vom Pauperismus unterscheiden.

Frage: Was kann die Kirche tun, um die wachsende Ungleichheit zwischen Reichen und Armen zu reduzieren?

Papst Franziskus: Es ist bewiesen, dass wir mit der Nahrung, die übrigbleibt, die Hungernden ernähren könnten. Wenn Sie Fotos von unterernährten Kindern in verschiedenen Teilen der Welt sehen, dann schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen, das ist nicht zu verstehen! Ich glaube, wir sind in einem Weltwirtschaftssystem, das nicht gut ist... Wir haben das Geld in den Mittelpunkt gestellt, den Geldgott. Wir sind in den Götzendienst des Geldes verfallen... Wir schließen eine ganze Generation aus, um ein Wirtschaftssystem aufrecht zu erhalten, das nicht mehr zu ertragen ist. Ein System, in das Krieg führen muss, um zu überleben... Aber weil man keinen Dritten Weltkrieg führen kann, führt man eben regionale Kriege. Und was bedeutet das? Dass Waffen produziert und verkauft werden, und dadurch sanieren sich die Gleichgewichte der ... großen Weltwirtschaften.

Frage: Sind Sie besorgt über den Konflikt zwischen Katalonien und Spanien?

Papst Franziskus: Jede Spaltung macht mich besorgt. Es gibt Unabhängigkeit aus Emanzipation und Unabhängigkeit aus Abspaltung. Unabhängigkeiten aus Emanzipation sind z.B. die amerikanischen, sie emanzipierten sich von den europäischen Staaten. Unabhängigkeiten von Völkern aus Abspaltung, das ist eine Zergliederung... Denken wir an das frühere Jugoslawien. Natürlich gibt es Völker mit so verschiedenen Kulturen, dass man sie nicht einmal mit Klebstoff aneinanderkleben kann. Der jugoslawische Fall ist sehr klar, aber ich frage mich, ob es in anderen Fällen so klar ist, bei anderen Völkern, die bis jetzt vereint gewesen sind. Man muss Fall für Fall studieren. Schottland, Padanien, Katalonien. Es wird gerechtfertigte und nicht gerechtfertigte Fälle geben, aber die Abspaltung einer Nation, ohne dass es vorher eine zwangsweise Einheit gab, so etwas muss man mit der Pinzette anfassen und Fall für Fall studieren.

Frage: Die Gebete für Frieden im Vatikan waren nicht leicht zu organisieren, weil es dafür keinen Präzedenzfall gab. Wie fühlten Sie sich dabei?

Papst Franziskus: Ich spürte, dass das etwas war, was uns alle übersteigt. Hier im Vatikan sagten 99 Prozent, dass das nicht klappen würde, und danach wuchs dieses eine Prozent immer mehr. Ich spürte, dass wir uns da zu einer Sache gedrängt sahen, die wir so noch nicht kannten und die allmählich dann Gestalt annahm. Es war überhaupt kein politischer Akt, das spürte ich von Anfang an, sondern ein religiöser Akt: ein Fenster zur Welt hin öffnen.

Frage: Warum haben Sie entschieden, sich ins Auge des Taifuns zu begeben, also in den Nahen Osten?

Papst Franziskus: Das wirkliche Auge des Taifuns war – wegen dem Enthusiasmus, den es da gab – der Weltjugendtag von Rio im letzten Jahr! Der Beschluss, ins Heilige Land zu reisen, kam zustande, weil Präsident Peres mich einlud. Ich wusste, dass sein Mandat in diesem Frühling auslief, und sah mich darum gewissermaßen dazu gezwungen, vorher zu fahren. Seine Einladung hat den Reisetermin beschleunigt. Ich hatte das eigentlich nicht so geplant.

Frage: Sie sagen, dass in jedem Christen ein Jude steckt...

Papst Franziskus: Es wäre wohl korrekter zu sagen, dass man sein Christentum nicht wirklich leben kann, wenn man seine jüdische Wurzel nicht anerkennt. Ich spreche vom Judentum im religiösen Sinn. Meiner Meinung nach muss der interreligiöse Dialog das angehen, die jüdische Wurzel des Christentums und die christliche Blüte aus dem Judentum heraus. Ich verstehe, dass das eine Herausforderung ist, eine heiße Kartoffel, aber als Brüder können wir das tun.

Frage: Wir urteilen Sie über Antisemitismus?

Papst Franziskus: Ich wüsste nicht zu erklären, wie er zustande kommt, aber ich glaube, er hängt im Allgemeinen sehr mit der Rechten zusammen. Der Antisemitismus pflegt in den rechten Strömungen besser Fuß zu fassen als in den linken, nicht wahr? Und so geht er weiter. Wir haben sogar Leute, die den Holocaust leugnen – ein Wahnsinn!

Frage: Eines Ihrer Vorhaben ist es,

die Vatikan-Archive zum Holocaust zu öffnen ...

Papst Franziskus: Das wird viel Licht in die Sache bringen.

Frage: Macht Ihnen Sorge, was man da entdecken könnte?

Papst Franziskus: Was mir bei diesem Thema Sorgen macht, ist die Figur von Pius XII.: Dem armen Pius XII. haben sie wirklich alles Mögliche vorgeworfen. Aber man muss daran erinnern, dass er früher einmal als der große Verteidiger der Juden gegolten hat, er versteckte viele in den Klöstern Roms und anderer italienischer Städte, und auch in der Sommerresidenz Castel Gandolfo. Dort, im Zimmer des Papstes, in seinem eigenen Bett, wurden 42 Babys geboren, Kinder von Juden oder anderen Verfolgten, die sich dorthin geflüchtet hatten. Ich will damit nicht sagen, dass Pius XII. keine Irrtümer begangen hätte – ich selbst begehe auch viele –, aber man muss seine Rolle im Kontext der Epoche lesen. War es zum Beispiel besser, dass er schwieg oder dass er nicht schwieg, damit nicht noch mehr Juden getötet würden? Manchmal ärgert es mich auch ein bisschen, wenn ich sehe, wie alle gegen die Kirche und Pius XII. sprechen und dabei die Großmächte ganz vergessen. Wissen Sie, dass die Großmächte ganz genau das Eisenbahnnetz der Nazis kannten, auf dem die Juden in die KZs gebracht wurden? Sie hatten Fotos davon! Aber sie warfen keine Bomben auf diese Schienen. Warum? Darüber sollten wir auch mal sprechen!

Frage: Sie ändern viele Dinge. Wohin führen diese Änderungen?

Papst Franziskus: Ich bin kein Erleuchteter. Ich habe kein persönliches Projekt unterm Arm, sondern ich führe aus, was wir Kardinäle vor dem Konklave auf den Generalkongregationen überlegt haben, als wir jeden Tag über die Probleme der Kirche diskutierten. Da sind Überlegungen und Empfehlungen entstanden. Eine sehr konkrete war, dass der künftige Papst ein Gremium von auswärtigen Beratern brauchte, die nicht im Vatikan wohnen.

Frage: Sie haben daraufhin den Kardinalsrat gegründet...

Papst Franziskus: Das sind acht Kardinäle aus allen Kontinenten und ein Koordinator. Sie treffen sich hier alle zwei oder drei Monate. Anfang Juli haben wir wieder vier Tage Sitzung, und wir führen die Änderungen durch, um die die Kardinäle uns bitten. Es ist nicht obligatorisch, dass wir das machen, aber es wäre unvorsichtig, nicht auf die zu hören, die Ahnung haben.

Frage: Wie denken Sie über den Rücktritt von Benedikt XVI.?

Papst Franziskus: Papst Benedikt hat eine sehr große Geste getan. Er hat eine Tür geöffnet, eine Institution gegründet, die der möglichen emeritierten Päpste... Ich werde dasselbe tun wie er, nämlich den Herrn bitten, dass er mich erleuchte, wenn der Moment kommt, und dass er mir sage, was ich tun soll, und das wird er sicher tun.

Übersetzung: Stefan Kempis, Radio Vatikan

Zeitung: Baufirma von Kardinal Bertones Appartement ist pleite

Italienischen Medienberichten zufolge soll der Papst verärgert gewesen sein, als er von Bertones Bauprojekt in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinem eigenen, 70 Quadratmeter großen Appartement im Gästehaus Santa Marta erfahren habe. Der Kardinal will dort zusammen mit drei Ordensfrauen einziehen, die ihm den Haushalt führen.

Der Umzug von Kardinal Tarcisio Bertone in sein neues 600 m² Appartement im Vatikan wird sich aber laut einem italienischen Medienbericht verzögern. Wie die römische Tageszeitung "Il Messaggero" (Freitag) schreibt, ruhen die Umbauarbeiten für die Zusammenlegung von zwei Wohnungen in einem vatikanischen Palast derzeit, weil die beauftragte Firma Konkurs angemeldet hat. Der für diese Wochen geplante Umzug des früheren Kardinalstaatssekretärs müsse daher verschoben werden.