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Aus dem Erzbistum Köln

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verfolgte christen lyskirchen irak iran flüchtlinge

 

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

wort + tanz + musik

 

Seit 2001 lesen wir zweimal im Jahr in Sankt Maria in Lyskirchen ein ganzes biblisches Buch. Teile in der jeweiligen Originalsprache. Begleitet von Musik und Tanz. Die Bücher der Offenbarung wirken aus sich – als GottWortErfahrung in die Nacht

Sie sind eingeladen.

Einleitung zum Buch Numeri - 2. Teil –

zur Lesenacht am 16. November 2013 in St. Maria Lyskirchen.

- Zusammenfassung der Einleitung von Dr. Gunther Fleischer am 27.8.2013, zusammengestellt von Matthias Schnegg –

Grundlegendes zum Buch Numeri

 

Das Buch Numeri ist ein erzählender und gesetzgeberischer Text. Die Weisungen sind eingebettet in erzählende Teile.

Numeri ist inhaltlich wie ein zweiter Teil des Buches Exodus, das zweite Buch des Pentateuch. Mit dem Buch Exodus wird die Befreiung aus Ägypten und der Aufbruch durch die Wüste bis zum Sinai berichtet. Am Sinai finden die Begegnung mit Gott und die Gabe der Gebotstafeln statt.

Das Buch Leviticus, das dritte Buch des Pentateuch, setzt die Gesetzesmitteilungen am Sinai fort. Erst das vierte Buch der Tora (Numeri) macht deutlich, dass das Ziel der Heilsgeschichte nicht am Sinai enden soll, sondern in das Land der Verheißung führt. Das Buch Numeri ist diesem Zug vom Sinai zum Land der Verheißung gewidmet.

Das fünfte Buch des Pentateuch, Deuteronomium, zeigt uns Mose vor dem Überschreiten des Jordan hin in das gelobte Land. In Deuteronomium hält Mose seine letzte große Predigt. Darin schwört er das Volk ein, was es im verheißenen Land zu erwarten haben. Mose selbst wird das gelobte Land Kanaan nicht betreten.

 

Das Buch Numeri ist also in der Gesamtkomposition der ersten fünf Bücher des Pentateuch (der Tora) zu betrachten. Es löst ein Problem, das sich nach der Begebenheit des Tanzes um das goldene Kalb aufgetan hat. (Ex 32). Es geht um die Frage, wie das Volk bestraft werden kann, das sich so aus der Beziehung mit Gott herausgenommen hat und anderen Göttern mehr traute als dem eigenen Gott JHWH. Das Buch Numeri wählt von den denkbaren Möglichkeiten, wie die Strafe für das Volk hätte aussehen können, diejenige,. dass Gott sein Volk solange habe durch die Wüste irren lassen, bis die Auszugsgeneration gestorben sei. Ihre Strafe wäre es, das verheißene Land nicht betreten zu dürfen. Erst die ihr nachfolgende Generation, die Landnahmegeneration, wird in Kanaan einziehen.

Drei Männern aus der Auszugsgeneration wird das Privileg zuteil, doch in das Land der Verheißung einziehen zu können: Josua, Eleasár und Kaleb. Sie sind Brückengestalten dieser beiden Generationen.

 

Aus der Lesung des 1. Teiles von Numeri haben wir vielleicht noch die langen Aufzählungen der Musterungen in Erinnerung. Im 2. Teil des Buches (Num 26) wird wieder eine Musterung erzählt – jetzt die der Landnahmegeneration.

 

Komplexer Aufbau des Buches Numeri

 

Das Buch Numeri ist sehr gezielt konzipiert worden. Immer wieder werden in einzelnen Teilen Entsprechungen hergestellt – so z.B. in der Beschreibung der Auflehnung gegen Gott in Kapitel 16 und 25. Der Kundschaftererzählung in Kapitel 13 und 14 steht die des Sehers Bileam gegenüber. In der Beschreibung der einzelnen Teile Numeri II werden weitere Entsprechungen und Bezugnahmen erkenntlich sein.

 

Das Buch wartet mit ambivalenter Aufnahme bei den Lesenden auf. Einerseits berichtet es von klaren Regeln, andererseits vom Widerstand gegen Gott als ein Ausdrucksmittel menschlichen Erfassens. Teils werden wir aus unserer heutigen Kultur und Erlebenswelt irritiert durch Darlegungen, die für die Damaligen keine größere Problematik darstellen (wie z.B. die Frage der Glaubwürdigkeit von Gelübden in Kap. 30).

 

Geistige Urheberschaft des Buches Numeri

 

Die Priesterschaft hat großen Einfluss auf die Entstehung des Buches, daher finden wir immer wieder Begründungen für die Bedeutung und Autorität der Priesterschaft. Auf der anderen Seite finden wir kritische Anmerkungen zu den Priestern.

Die Priesterschaft wird in ihrer Autorität bekräftigt – und zugleich im Buch Numeri in Frage gestellt.

 

Große Taten werden z.B. von Mose, Aaron und Mirjam berichtet – und zugleich werden sie dargestellt als Menschen, die sich verfehlen.

 

Erklärungen zu einzelnen Teilen aus Numeri 19 – 36

 

Num 19,1-22 Reinigungswasser aus der Asche einer roten Kuh

Wir hören von der Herstellung des Reinigungswassers aus der Asche einer ‚roten Kuh’. Rot ist sie, weil das Hebräische kein Wort für unser Wort braun hat. Rot ist auch die Assoziation zum Blut. Blut ist der Sitz des Lebens. Das Blut hat bei rituellen Reinigungen immer schon eine Bedeutung gehabt – z.B. in der Besprengung des Opferaltares mit dem Blut der Opfertiere.

Wenn nun in Numeri von der Asche des Opfertieres gesprochen wird, ist das eine kulturelle Weiterentwicklung, denn die Asche tritt an die Stelle des realen Blutes früherer Opferkulte.

 

Zweck dieses Rituals ist es, den Menschen nach einem vor Gott ungutem Tun wieder in die Gemeinschaft mit Gott zurückführen zu können. Dazu brauchte man einen Ritus, um dies zeichenhaft wirksam zu vollziehen. In Ex 16 hören wir noch von der Vernichtung der Frevler, die sich versündigt hatten. Dabei war im Blick, dass die Tat eines Einzelnen eine verheerende Auswirkung auf das ganze Volk hatte. Deren Tat kann zum Untergang aller führen. Deren Frevel war eine Gefährdung der ganzen Glaubensgemeinschaft, weil sie einen Bruch der Beziehung mit Gott bedeutete. (Vergleichbar der Wirkung desr Missbrauchs durch Einzelne auf die Glaubwürdigkeit der Kirche als Ganzer.)

 

In diese Problematik wird der praktische Ritus des Reinigungswassers aus der Asche einer roten Kuh gegeben. Es ist kein Ritus, den der Mensch sich ausdenkt. Der Ritus wird von Gott selbst gegeben. Er bleibt der Souverän auch aller Versöhnung. Nicht die Ausübung des Ritus ist entscheidend. Er steht lediglich als ein Zeichen (Sakrament) für das, was Gott wirkt. Nicht der entsündigende, den Ritus vollziehende Priester ist die Wirkung, sondern Gottes Handeln. Der Priester ist kein Magier und Herr des Rituals. Der hier in Num 19 beschriebene Ritus spricht ein Überleben zu vor und mit Gott.

 

In diesem Ritus begegnet uns die Zahl 7 immer wieder. Sie geht auf die Priesterkreise zurück, die u.a. auch für die Erzählung der 7-Tage-Schöpfung verantwortlich sind.

 

Num 20 ,1 Der Tod Mirjams

 

Die Erzählung des Todes der Mirjam, der Schwester des Mose, eröffnet eine Dreierreihe von Toden, die Folge eines Vergehens gegen die Weisung und die alleinige Souveränität Gottes sind. Zuerst wird Mirjams Tod, dann der des Aaron und schließlich der des Mose bekanntgegeben. Der Tod Mirjams wird begründet aus einem in Kap 12 beschriebenen Fehltritt. Da hatte Mirjam aufbegehrt gehen die Gefährtin des Mose, womit sie die Autorität des Dieners Gottes in Frage gestellt hat. Sie ist die erste der Dreien, von der berichtet wird, dass sie das Land der Verheißung nicht betreten darf, da sie sich gegen Gott (hier: gegen den Diener Gottes) aufgelehnt hat.

 

Num 20, 2-13 Wasser aus dem Felsen bei Meriba

 

Dieser Text lässt uns wissen, dass Mose und Aaron die Autorität des Heiligen untergraben haben, denn sie taten so, als sei das Wunder des Wassers aus dem Felsen aus ihrer Kraft möglich gewesen. Damit stellten sie die alleinige Souveränität Gottes in Frage. Dieses Ereignis war im Gesamt der bisherigen Erzählung des Buches Numeri der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Lehrt die Geschichte des Buches: Selbst die von Gott so besonders Herausgerufenen sind nicht vor Selbstüberschätzung und Anmaßungen gefeit.

 

Num 20,14-21 Umgehung Edoms

 

Ehe vom Tod des Aaron als Zweiten aus der Reihe der Drei erzählt wird, ist die Geschichte der Umgehung des Fremdgebietes Edom berichtet. ‚Edom’ oder ‚Edomiter’ wird ein Synonym für ‚Feind’. Die Geschichte der Umgehung Edoms dient als Erklärung dafür, warum das so ist. Es ist eine sogenannte ätiologische Erzählung. Sie schildert die Ursache für etwas, was in der Gegenwart als real erlebt wird. Die Geschichte der Umgehung Edoms dient als Beschreibung der Ursache, warum die Edomiter ‚die Feinde’ sind. Die Edomiter stammen von Esau ab. Das macht sie in den Augen der Anderen schon minderwertig. Diese Edomiter haben dem Volk aus für sie unerklärlichen Gründen den Durchzug durch ihr Land verwehrt. In diesem Fall geben die Israeliten nach, zetteln keinen Krieg an, sondern umgehen das Gebiet Edom. Aber die Israeliten merkten sich diese Verletzung und hielten seitdem die Edomiter als Feinde.

 

An einer späteren Stelle werden wir erfahren, dass die Israeliten bei ähnlicher Infragestellung nicht mehr friedfertig auswichen, sondern den Krieg suchten – gegen die Moabiter. Auch die werden dadurch zu einem Synonym für ‚der Feind’. (vgl. Kap 21,21ff)

 

Num 20,22-29 Der Tod Aarons nach der Installierung Eleasárs als Nachfolger

 

Aaron ist der Begründer des Priestergeschlechtes. Da es in Numeri auch um die Institutionalisierung der Priesterschaft geht, musste festgelegt werden, wer ihm nachfolgt. Daher die Erzählung von der Nachfolge seines Sohnes Eleasár. Das Priestertum im AT ist keine Frage der Berufung, sondern einer durch die Geburt im Stamm Levi. Aaron stirbt und betritt das Land der Verheißung nicht, weil er wie Mose Gottes alleinige Souveränität missachtet hat.

 

Num 21,1-3 Erklärung des Namens Horma

 

Hier wird in kurzen Zügen eine Erklärung abgegeben, warum die Stadt Horma (heute: Arad) zerstört worden ist. Wieder eine Ätiologie, hier die zu einem Ort, den man als zerstört kannte. Die Erklärung ist, dass diese Stadt zerstört wurde, weil sich darin der Sieg des Gottes JHWH über einen fremden König bezeugt.

 

Num 21,4-9 Aufruhr des Volkes und Schlangenplage

 

Hier begegnen wir wieder der Frage, wie Schuld weggenommen werden kann. Schuld meint, aus der Beziehung Gottes herausgegangen zu sein. Die Strafe hier betrifft das ganze Volk, das im Murren gegen Gott seine Macht und Zuwendung und Liebe anzweifelt. Mose errichtet auf Geheiß Gottes eine Stange mit einer kupfernen Schlange. Die Schlange ist aus Kupfer, weil die hier berichtete Begebenheit in einer Gegend stattfand, in der Kupfervorkommen abgebaut wurden. Es ist bekannt, dass im Tempel von Jerusalem eine bronzene Schlange aufgestellt war. Sie war ein Produkt der Volksfrömmigkeit, die sich aber eigentlich mit der Verehrung JHWHs, den einen und einzigen Gottes Israels, nicht vereinbaren ließ.

 

Die Geschichte von den tödlichen Schlangen und der Leben schenkenden kupfernen Schlange ist wieder eine Begründungsgeschichte (Ätiologie) für die Schlange im Tempel. Die Schlange als Symbol ist in Ägypten als Motiv einer Gottheit bekannt.

 

Die Erzählung von den tödlichen Schlangen und der rettenden kupfernen Schlange zeigt, dass Gott mit der Strafe gleichzeitig auch das Mittel der Heilung zur Verfügung stellt. Gott selbst gibt das, was man braucht, um aus der verfahrenen Situation des Treuebruchs gegen Gott wieder geheilt heraus zu kommen.

Es geht um Rettung vor dem Tod. Die Schlangen bringen den Tod. Der Blick auf den Erhöhten schenkt durch Gottes Zuwendung Leben und Heil.

 

Das Johannesevangelium übernimmt bewusst dieses Bild, um auf den Gekreuzigten zu verweisen, wie es der Theologie des Johannesevangeliums entspricht. Es spricht nicht vom Gekreuzigten, sondern vom Erhöhten. Das Kreuz ist dadurch nicht nur das Kreuz des Todes, sondern gleichzeitig das Kreuz der Erhöhung. Bei Johannes sind – im Unterschied zu den Synoptikern - Tod, Auferstehung, Himmelfahrt und Erhöhung zur Rechten Gottes zeitlich ein Geschehen.

 

Num, 21,10-20 Wegstationen

 

Da das Buch Numeri erzählerisch das Volk vom Sinai hin zum gelobten Land führen will, werden jetzt einzelne Stationen des Weges beschrieben. Eine Ansammlung von Wegbeschreibungen, denen keine theologische Bedeutung unterstellt werden muss.

 

Num 21,21-32 Eroberung Moabs und Heschbon-Lied

 

Diese Episode ist eine Gegengeschichte zu der Geschichte um Edom. Hier bleiben die Israeliten bei der Weigerung, durch das Land ziehen zu dürfen, hart. Sie kämpfen sich den Weg frei. Diese Erzählung hat wiederum Begründungszusammenhänge zur Tatsache, dass in Israel die Verbindung mit Moabitern verboten war. Den Moabitern sagt man nach, dass sie aufgrund eines Inzestes ein Volk geworden sind. Kein Wunder, dass sie ein schlechtes Ende in der Geschichte nehmen mussten. Bei den Israeliten sind sie auch verhasst, weil sie als Kriegsgewinnler aufgetreten sind, nachdem Babylon Israel besiegt hatte.

 

Interessant, dass in der Geschichte der Ruth (eine zum Vorbild für Israel herausgestellte Moabiterin, die dann auch einen Israeliten, Boas, heiratet) diese strenge Ablehnung aufgelöst wird. Ein Zeichen, dass sich die Barmherzigkeit im Laufe der Geschichte Israels durchsetzte. Auch ein Zeichen, dass innerhalb der Bibel theologische Entwicklungen dokumentiert sind.

 

Num 21,33-35 Eroberung Baschans

 

Die Kühe vom Baschan sind fette, wohlgenährte Tiere, weil sie auf fetten Weideland leben können. Während Numeri die Zugehörigkeit dieses kostbaren Weidelandes zum verheißenen Land feststellt, wird durch die Propheten in der Kritik an Frauen der Herrschenden „Baschan“ zum Schimpfort. Ihnen wird zugerufen, sie seien ‚Baschan-Kühe’. Sie sind auch fett und wohlgenährt, aber nicht, weil sie gutes Weideland dafür gehabt haben, sondern weil die Unterdrückung anderer sie so nähren konnten. Hier schwingt eine Gesellschaftskritik mit, die sich so ausdrücklich. beim Propheten Amosf indet.

 

Num 22,1 Letzte Wandernotiz

 

Von hier aus wird die Szene für den Rest des Buches Numeri benannt: Die Steppe von Moab, bevor der Übergang über den Jordan bei Jericho in das Land Kanaan führen wird. Das Buchende (36,13) wird darauf Bezug nehmen.

 

Num 22,2 – 24,25 Rettung durch den Seher Bileam

 

Bileam ist heute archäologisch als ein Prophet aus der Zeit nachweisbar – ob als reale Person oder als Erzählfigur, muss offen bleiben.

Der König von Moab, Balak, (Feind Israels) versucht, die Israeliten loszuwerden und bittet Bileam, sie zu verfluchen. Der Prophet folgt diesem Drängen, wird aber von Gott beauftragt, Israel nicht zu verfluchen, sondern zu segnen. Bileam tut es schließlich – 7 mal.

 

Die Erzählung um Bileam ist dreiteilig. Sie umfasst 7 Orakelsprüchen und hat dazu einen erzählerischen Teil, in den ein Sonderteil eingeschoben ist.

Erzählung und Orakel berichten, wie Bileam Werkzeug Gottes ist und nicht verflucht, sondern segnet. Herausragend ist das Orakel in 24,17f, das vom aufgehenden Stern über Jakob spricht. Die christliche Deutung der Bileamsgeschichte sieht darin den Hinweis auf die Geburt Jesu.

 

Die Orakel dienen als Ankündigungen für das Heil Israels und das Unheil Moabs. Bileam folgt in diesem Erzählteil nicht dem König Balak, sondern dem Geheiß Gottes.

 

In dem Sonderteil wird die Ausreise Bilemas mit seiner Eselin erzählt. Darin will Bileam eigentlich das tun, was der König will. Aber die störrische Eselin versteht mehr und sieht mehr als der Prophet. Die Eselin wird ihm deuten, dass er sich Gott nicht entziehen kann. Ein Engel Gottes verstellte Bileam den Weg. Bileam muss durch die Eselin lernen, auf Gott zu hören. Die Priesterschaft wittert in den Propheten Konkurrenz und emtwirft daher in der Numeri – Erzählung diese negativen Konturen des Propheten Bileam.

 

Gerade diese märchenhaft - ironische Perspektive hat wirkungsgeschichtlich ein Negativbild des Bileam in das Neue Testament gezeichnet. (2 Petr 2,15f; Jud 11; Off 2,14).

 

Num 25,1-18 Abfall zu Baal-Pegór und die Tat des Pinhas ben Eleasár

Diese Szene dient wieder der Legitimation des Priestertums. Pinhas, ein Sohn des Eleasárs und damit Enkel des Aaron, hat ein Liebespaar in flagranti beim Frevel verbotener Beziehungen (die Frau ist eine Midianiterin bzw. Moabiterin, was dasselbe ist; dmait ist sie fremdgöttische Feindin) erwischt und ermordet. Dieses Paar zeigt durch seinen Lebenswandel, dass es sich mit Götterkulten verband. Pinhas als Eiferer setzt sich für die Sache der Weisung Gottes ein und begeht den Mord. Seine Tat wird in der Geschichte Israels zur Ruhmestat und zu einem Bundeszeichen hochstilisiert. Pinhas habe getötet, um das Volk vor Untergang zu bewahren, in dessen Mitte Sünder waren. Später wird sein Handeln abschwächend wahrgenommen wie ein fürbittendes Gebet für die Rettung des Volkes, weil Pinhas den Engel Gottes abgehalten habe, nicht nur das Liebenspaar, sondern das ganze Volk zu töten..

Num 26 Die zweite Musterung

Für den Fortlauf der Geschichte ist die Erzählung dieser zweiten Musterung wichtig. Die erste war die der Auszugsgeneration, die sich des gelobten Landes aber nicht würdig erwiesen hat. Also musste die zweite Generation, die Landnahmegeneration, sich wieder neu aufstellen. Dieses Mal geht es mit der Musterung nicht um Kriegsführung.

 

Num 27-30 Weisungen

 

Hier werden zum vierten Mal ausführliche Weisungen gegeben. Sie handeln davon, was zu regeln ist, wenn die Landnahme sich vollzieht. Geregelt sein soll, was bei der Landnahme passieren könnte. Hier wird z.B. die Frauenfrage im Bezug auf das Erbrecht abgehandelt. Die Weisung legt fest, dass auch Frauen (Töchter) erben können. Bis dahin galt, dass nur Söhne erben konnten. Dass jede Weisung immer wieder unter dem Einfluss der Erfahrungen neu bedacht werden musste, wird sich in Kap 36,1-12 zeigen. Da wird das generelle Erbrecht der Frauen soweit eingeschränkt, dass sie nur Männer aus dem eigenen Stamm heiraten sollen, damit das Land beim jeweiligen Stamm verbleiben kann.

 

Num 27, 12-23 Installation Josuas als Nachfolger des Mose

 

In Num 20 haben wir bereits erfahren, dass Mose sich verfehlt hatte, indem er die Heiligkeit Gottes in Frage gestellt hatte. Interessant, wie hier die Weitergabe eines wichtigen Amtes verstanden wird. Josua tritt nicht sogleich die vollständige Nachfolge an. Mose wird auferlegt, schon vor seinem Ende des Amtes einen Teil seiner Würde abzugeben. Ein interessantes Modell der Nachfolgeregelung hoher Ämter.

 

Num 28.1 -30,1 Festzeiten und Opfertarife

 

Hier werden die Feste des liturgischen Jahres bekanntgegeben und dazu die Regelungen des Opferkultes. Opfer mögen Gott dienen als wohlgefälliges Riechopfer und als Speiseopfer. Gott wird hier als Gast zum Mahl eingeladen. Wenn es Gott wohlgefällig ist, setzt er sich mit zum gemeinsamen Mahl an den Tisch – oder der Gast wendet sich ab, weil die Lebenspraxis der Einladenden dem Geist JHWHs nicht entspricht, also nicht gefällig ist. Damit wird festgelegt, dass der Opferkult an sich kein Automatismus einer gelingenden Gottesbeziehung ist. Opferpraxis muss mit der Lebenspraxis übereinstimmen. Die Propheten werden immer wieder darauf hinweisen, dass der Kult ohne soziale Gerechtigkeit dem Herrn ein Gräuel ist.

 

Num 30,2-17 Gelübde

Gelübde von Männern gelten immer, Gelübde von Frauen haben erst Geltung durch die Bestätigung von Männern...

 

Num 31 Midianiterkrieg

Man erfährt nichts über den Krieg. Von Interesse scheinen die Reinigungsriten und das Verteilen der Beute zu sein. Es geht um priesterliche Planspiele, nicht um Kriegsverherrlichung. Wo Fremdes kommt, geht es um notwendige Reinigung. Der Midianiterkrieg wird hier zum Symbol für die Frage, wie mit Fremden und Fremdem umzugehen ist.

 

Num 32 Landverteilung Ostjordanland

In diesem Kapitel geht es – am Beispiel der Landverteilung des Ostjordanlandes (in 33,50-34,15 geht es um die Verteilung des Westjordanlandes) - um handfeste Realien. Ein Teil Israels – die aus dem Stamm Ruben und Gad - wollen im als schön erlebten Land Moab bleiben. Von denen wird vorher aber ein Zeichen der Solidarität mit den anderen Stämmen gefordert. Sie müssen mit ihnen erst über den Jordan ziehen. Wenn die anderen Stämme ihren Ort gefunden haben werden, dürfen die im Land Moab sesshaft Werdenden in dieses Land östlich des Jordans zurück.

 

Num 33,1-49 Der bisherige Weg im Rückblick

Dieser Teil lässt den Umfang des Fu0ßmasches seit Ägypten noch einmal in den Blick kommen.

 

Num 33,50 – 36,13 Weisungen

Zum Ende des Buches noch einmal – die fünften – Weisungen.

Dazu gehört die Landverteilung des Westjordanlandes. Sie wird zumindest hinsichtlich der Landesgrenzen idealisiert dargestellt – wiederum ein Planspiel der Priesterschaft.

 

Dann wird – ganz realpolitisch – die Verteilung des Landes nach Größe und Bedeutung der Stämme vorgenommen. Wie bei Landvergabe nötig, werden Katasterbeamte benannt, zu denen die drei Brückenfiguren zwischen den Generationen des Auszuges und der Landnahme, Josua, Eleasár und Kaleb, gehören.

 

Num 35,1-8 48 Städte für die Leviten

Die Priesterschaft, die Leviten, bekommen kein eigenes Land zugewiesen. Sie werden auf 48 Städte verteilt, so dass sie in jedem Stamm präsent sind.

 

Num 35,9-34 6 Asylstädte

Das Asylrecht galt früher für jeden, der sich an den Ecken des Altares im Tempel aufhielt (‚an den Hörnern des Altares’). Unter dem Eindruck priesterlichen Kastendenkens war es nicht mehr schicklich, dass Laien Zutritt zum Altar hatten. Daher wurden zum Ersatz des eigentlichen Asylortes 6 Städte benannt, an denen Asylrecht galt.

 

Num 36,13 Gesetzgeberische Schlussnotiz mit Ortsangabe

Wie schon in 27,1 benannt, findet das Buch Numeri sein Ende mit dem Ort, der den Übergang über den Jordan markiert zur Landnahme jenseits des Jordan. Das Buch Numeri endet in seiner literarischen Gestaltung wie schon das Buch Leviticus. Auch dadurch wird eine inhaltliche Verklammerung der Bücher des Pentateuch sichtbar gemacht.

 

Das Buch Numeri in seiner Wirkung

Man kann das Buch Numeri lesen als eine Bestätigung der herausragenden Rolle der Priesterschaft. Zugleich zeigt sich das Buch kritisch gegen alle Verabsolutierung dieser Rolle. Sie ist kein aus und in sich wirkender und bestimmter Automatismus. Gott allein ist der Gebende. Es gilt, diese Zuweisung Gottes immer wieder neu anzunehmen. Da bedeutet in der Wirklichkeit, dass nicht Habgier sein darf, um seine Stellung als Priester zu mehren, und nicht Angst, die bewahren will und keine Veränderung dulden mag.

Das Buch Numeri wendet den Blick auch eindeutig auf die Schwachen – am Beispiel der Frauen, aber auch in den Weisungen, wie mit Mördern und deren Opfern in Barmherzigkeit zu verfahren ist.

 

Generell sucht das Buch eine Antwort auf die Frage, wie mit Menschen umzugehen ist, die vor der Weisung Gottes gescheitert sind. Da gilt es immer wieder neu nach Lösungen zu suchen. Das Buch Numeri beschreibt einige solcher Lösungsversuche, die aus der Wirklichkeit des Lebens nötig geworden sind.

 

Es bleibt nicht verborgen, dass dieses Buch auch in seiner sozialgeschichtlichen verfasst worden ist und von Gott denkt und redet, wie es seiner Kultur entsprach. Auch daher werden wir Heutigen immer wieder an Grenzen unsres Mitgehenkönnens stoßen. Bleibend sind Grundzüge, die auch für unsere Glaubenspraxis bedenkenswert sind.

 

Matthias Schnegg

 

Lyskirchen Lesenacht nachterfahrung
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2001-2011: 10 Jahre Lesenacht in Lyskirchen

wort + tanz + musik

Seit 2001 lesen wir zweimal im Jahr in Sankt Maria in Lyskirchen ein ganzes biblisches Buch. Teile in der jeweiligen Originalsprache. Begleitet  von Musik und Tanz. Die Bücher der Offenbarung wirken aus sich – als GottWortErfahrung in die Nacht: