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Ein Helfer "misst" die Arme eines Kindes im Jemen um den Grad der Unterernährung festzustellen ...

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

von Matthias Schnegg

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1. Bibel – wie sie nutzen und deuten lernen

Ohne die Heilige Schrift kann unsere Glaubensgemeinschaft nicht sein. Die Heiligen Schriften sind die zentrale Quelle unseres Glaubens. Daher ist es unumgänglich und hilfreich,sich in der persönlichen Glaubensentwicklung auch mit den Texten der Heiligen Schrift zu befassen. Gemeinschaftlich tun wir es regelmäßig in der Feier der Liturgie. Manche lesen privat täglich in der Bibel. So bedeutsam die Heilige Schrift für unser Leben aus dem Vertrauen auf Gott sein mag, so schwer tun sich einige, einen Zugang zu diesen Texten zu finden. Sie‚ einfach so‘ zu lesen und wirken zu lassen, wird bei manchen blockiert. Daher wird es um ein Verständnis der Heiligen Schriften gehen - als Literatur und als Offenbarung. Vielen ist es wichtig, beides für ihr Verstehen im Blick zu halten. Die Unbesorgtheit, die Texte so zu nehmen, wie sie da stehen, passt für viele nicht mehr. Wir sind auch sonst gewohnt, uns die Welt mit den Instrumenten unserer Erkenntnismöglichkeiten zu erschließen.

2. Fragen aus dem Leben suchen nach Antwort.

Dabei versteht sich die Bibel nicht als ein Museumsstück, das wir aus Ehrfurcht vor der Grundlage unseres Glaubens als solches betrachten sollten. Sie ist auch nicht einzig ein Stück alte Literatur, der wir uns widmen. Für Menschen, diesich auf den Weg der lebendigen Gottesbeziehung gemacht haben, wird die Bibe lzu einem Kommunikationsinstrument des Glaubens. Sich mit der Heiligen Schrift zu beschäftigen bedeutet zugleich, diese Offenbarung zum Spiegel der Reflexion unserer Lebensdeutung und Lebenshaltungen werden zu lassen. Somit will die Bibel Hilfe sein, unser Leben im Licht des Glaubens zu verstehen und reifen zulassen. Sie wird wesentliche Trägerin der Kommunikation zwischen Gott und Mensch.

3. Kann die Bibel eine Antwort geben?

Unter Kommunikation verstehen wir möglichst ein Begegnen auf einer einander verstehbaren Ebene. Wir alle kennen die Erfahrung, dass ein Bibeltext uns in konkreter Lebenssituation unmittelbar anspricht. Das ist manchmal eine gerade zu befreiend - beglückende oder mit aushaltend - tröstende Erfahrung. Wir kennen aber auch die gegenteilige Erfahrung: Der Text bringt keine kommunikative Begegnung zustande.

4. Die Bibel bietet nicht automatisch eine Antwort.

Die Bibel kann nicht automatisch eine Antwort auf unsere Lebensfragen geben - nichtfür jede/n und nicht zu jeder Zeit. Das ist auch nicht der Anspruch der Bibel. Wenn wir - wie in Gottesdiensten - die Bibel lesen bzw. hören, dann befassen wir unsmit Ausschnitten der Heiligen Schrift, die uns als Gemeinschaft vorgegeben sind. Da versteht es sich von selbst, dass nicht immer jede/r sich ganz persönlich angesprochen wissen kann und muss. Trotzdem kann es sehr hilfreichsein, sich dennoch mit den Texten zu befassen und sie verstehen zu lernen. Wieweit sie dann aktuell wirksam sein werden, bleibt dahingestellt. Bleibt also zu bedenken: Wie kommen wir unter diesen Umständen zu einer gelingenden Kommunikation zwischen dem Offenbarungstext und dem Leben der Zuhörenden?

5. Die Bibelgeschichte wie auf einer Bühne betrachten.

Die Frage ist, wie wir heute, unter unseren Lebensbedingungen, die Abschnitte (Perikopen) der Heiligen Schrift hören und verstehen lernen können. Es gibt eine natürliche Distanz zu den Texten, denn wir sind nicht die ursprünglichen Adressaten der Autoren. Wir leben in anderen kulturellen Zusammenhängen. Unsere Frage nach Gott stellt sich vielfach in anderen Bildern und Symbolen. Wie kann diese natürliche Distanz schöpferisch überwunden werden in der Begegnung mit den Offenbarungsworten? Diese Distanz lässt sich gestalten, wenn wir uns die sehr alten Texte z.B. wie auf einer Bühne vorgestellt denken. Wir kennen das von anderen, alten Bühnenstücken: Sie erzählen aus ganz anderen Zeiten, aus anderen kulturellen und sozialen Umständen - und dennoch vermögen sie in aller Andersartigkeit grundlegende Lebensfragen zu berühren. Auch die biblischen Texte bringen solche Lebensfragen auf die Bühne - in unserem Glaubensverständnis auf die Bühne der Begegnung zwischen Gott und den Menschen.

6. Blockade gegen eine einfache 1:1 Übertragung in die aktuelle Lebenssituation.

Manch mal spüren wir einen Widerstand, die Texte schnell in unsere Lebenssituation zu übertragen. Eine einfache eins zu eins Übertragung gelingt in der Regel nicht. Oft genug verfängt sich ein solcher platter Versuch einer direkten Übertragung in eine moralisierende Verfälschung. Manchmal werden die an sich zusammenhängenden Texte zu einem Steinbruch von Zitaten. Es sind dann Einzelsätze, die nicht selten untermauern sollen, was der Ausleger als eigene Meinung weitergeben will. Da ist nicht selbstverständlich gewährleistet, dass der Text in seiner Gesamtkomposition zum Klingen kommt.

7. Verständnis von Offenbarung

In unserem Glaubensverständnis gehen wir davon aus, dass die Texte der Hl. Schrift Offenbarungsworte sind - als Wort Gottes, als Mitteilung Gottes in Menschenwort an uns gerichtet. Dass dieses Wort Gottes aber keine Wort-für-Wort-Einflüsterung an die Autoren der Schriften sind, ist allgemeines Glaubensgut. Dass diese Worte auch nicht ein für alle Mal auf ihren Wortlaut hin festgelegt sind, lernen wir aus den teils über lange Zeit sich erstreckenden Entstehungsgeschichten der Schriften kennen. Offenbarung ist also ein bleibend lebendiges Geschehen, ein Geschehen zwischen Gott und den Menschen. Die Offenbarungsschriften mögen diese Kommunikation zwischen Gott und Mensch tragen - zu unterschiedlichen Zeiten.

8. Grundüberzeugungen der biblischen Offenbarung

1. Es gibt den einen Gott.

Die Grundfeste jeder Offenbarung ist das Bekenntnis: Gott ist! Selbst wenn Zweifel da sind - die letzte Gewissheit der Heiligen Schriften ist die ewige Existenz Gottes.


2. Menschen haben
Erfahrungen mit Gott.

 

Zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte haben Menschen Erfahrungen mit Gottgemacht - sehr eigen und unterschiedlich, wie sich auch in den unterschiedlichen Konzepten der verschiedenen Religionen nachvollziehen lässt. Auch unsere Bibel ist voll von teils sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit Gott. Festzuhalten bleibt, dass es diese Erfahrungen gibt, Erfahrungen der Transzendenz, Erfahrungen eine mit lebenden Wirklichkeit Gottes, Erfahrungen der lebendigen Kommunikation zwischen Gott und Mensch.

 

3. Menschen geben diese Erfahrungen
weiter und schreiben sie auf.

 

Die Heiligen Schriften erweisen sich als überlieferte Erfahrungen mit Gott. Diese haben Menschen in den verschiedensten Lebenslagen sich erst weitererzählt, dann auch schriftlich weitergegeben. Erst entstanden kleine Sammlungen, später die Sammlung der Bücher einzelner Bücher: die Bibel. So sind - verkürzt gesagt - die Heiligen Schriften Dokumente dieser Lebenserfahrungen mit Gott, Zeugnisse der glaubenden Kommunikation zwischen Gott und Menschen.

9. Probleme für uns

Dieses Wissen macht es für unser heutiges Gottbegegnen in den Heiligen Schriften nicht selbstverständlich  einfach. Wenn wir sie als Dokumente des Glaubens heute verstehen und für unsere Lebensdeutung nutzbar machen wollen, dann haben wir zu bedenken:

 

1. die Zeit
Die Texte sind zu einer ganz anderen Zeit geschrieben - zum Teil 3000 Jahre voruns.

2. die Kultur
Natürlich haben die Autoren dieser Texte in ganz anderer Kultur gelebt.


3. die Sprache

Sie haben sich in Sprachen ausgedrückt, die die meisten von uns nicht kennen. Wir sind auf Übersetzungen angewiesen. Und jeder Übersetzung ist zugleich eine Interpretation des Textes.

 

4. die Ausschnitte

In der Regel hören oder lesen wir nur Ausschnitte, was es erschwert, das literarische Gesamtwerk im Blick zu haben; aber das Gesamtwerk ist oft wichtig, um einzelne Abschnitte darin richtig deuten zu können. (Mit unseren Lesungen ganzer biblischer Bücher - ‚nachterfahrung‘ in Maria Lyskirchen - soll diesem Mangelbeispielhaft abgeholfen sein.) Wir sind uns dieser Erschwernisse bewusst. Das hindert aber nicht, uns diesen Offenbarungsworten anzunähern. Sie wollen ja auch Hilfe zur Deutung und Gestaltung unseres Lebens sein - Lebensdeutung aus dem Glauben. Es ist nur hilfreich, sich dieser Bedingungen des Verstehens der alten Texte bewusst zu sein, um die dahinter liegenden Botschaft umso klarer einordnen zu können.

10. Literarische Entstehungsgeschichte

Viele biblische Bücher sind über die Jahrhunderte hin zu dem Schriftstück gewachsen ,‚gereift‘, wie wir sie heute in unserer Bibel vorfinden. Diesen literarischen Wachstumsprozess dürfen wir als Zeugnis für die Annahme verstehen, dass die biblischen Texte eine lebendige und lebendig bleibende Offenbarung sind. Die jeweiligen Lebensumstände und die damit verbundenen Erfahrungen mit Gott haben es offensichtlich angezeigt sein lassen, die Texte zu überarbeiten, zu ergänzen, zu pointieren. Die Kommunikation Gottes mit den Menschen hört nicht auf. Diese Tatsache ermutigt uns, die biblischen Texte so zu betrachten, dass sie sprechend werden auf jeweils aktuell Erfahrungsräume des Lebens.

11. Instrumente moderner Bibelwissenschaft

Wir können die Bibel nicht nur dann ‚redlich‘ lesen, wenn wir sie intellektuell in ihrer jeweiligen literarischen Eigenheit verstehen. Vielen Menschen ist sie an sich eine lebendige Quelle der Begegnung zwischen Gott und Mensch. Sieempfangen Inspiration, Zuspruch, Trost, Gewissheit aus den Texten, die ihnen Lebensbegleitung und Lebenshilfe sind.Andere erschließen sich ihr Leben und ihren Glauben auch auf intellektuellerem Weg. Der eine Zugangsweg ist nicht grundsätzlich besser oder richtiger als der andere. Zu dem mehr kognitiven Zugangsweg zählt das Bedürfnis, die Bibel in ihrer literarischen Gestalt verstehen zu können. Das bedeutet, dass das Instrumentarium rationaler Welterschließung auch Anwendung finden soll im Umgang mit der Hl. Schrift, auch in der Wahl der Zugangswege zur Kommunikation zwischen Gott und Mensch. Dazu hat die Bibelwissenschaft vielfältige Instrumentarien erarbeitet, mit denen sowohl die literarische wie die theologische, archäologische, sozialgeschichtliche, psychologische usw. Dimension eines Textes bedacht werden können. Das ermöglicht es, annähernd die ursprüngliche Aussage zu rekonstruieren. Ebenso ist die offenbarende Verkündigungsabsicht der jeweiligen Autoren nachvollziehbar. Für uns bleibt der Anspruch, die Texte in unsere Zeit auf unsere Beziehung zu Gott hin sprechend sein zu lassen.

12. Mit dem Wissen um die ursprüngliche Eigenart des biblischen Textes - das ‚Stück‘ mit der aktuellen Fragestellung der Betrachter, der Zuhörer anschauen.

Die Kenntnisse der Bibelwissenschaft lassen uns weitgehend den Text in der Aussage absicht erfassen, die er zur Zeit der Abfassung hatte. Das ruft eine grundsätzliche Distanz ins Bewusstsein. Wenn die Texte aber Offenbarungstexte, Begegnungstexte der Kommunikation zwischen Gott und Mensch sein wollen, dann ist diese Distanz kein Abstandshalter, sondern Zwischenraum der Begegnung. Da erschließt uns der aus seinem ursprünglichen Zusammenhang erkannte und gedeutete Texte eine Wirkung auf unsere Lebensdeutung aus dem Glauben. Dieser Zwischenraum zwischen Abfassungszeit ‚damals‘ und Aufnahme ‚heute‘ ist der Raum der Inspiration, der Begegnung, der aktuell sich vollziehenden Offenbarung.

13. Die Geschichte wirken lassen.

In diesem Zwischenraum von ‚damals‘ und ‚jetzt‘ entfaltet die biblische Geschichteihre Wirkung. Sie kann zur Geschichte der Begegnung des Lesenden mit Gott werden. Dem Text wird zugetraut, Impulsgeber, Inspiration, Resonanzraum der Gotteserfahrung in der jeweiligen Lebenssituation der Leserschaft zu werden. Und das, obwohl ab und an die Texte so alt, so fremd, so sperrig-unzugänglich entgegenkommen. Wenn wir die biblischen Texte nicht als Ansprache 1:1 verstehen, sondern als Überlieferungen, die Resonanz erzeugen und Inspiration zur eigenen Gottesbeziehung schaffen wollen, dann kann die faktische Distanz zu einem Begegnungsgeschehen werden.

14. Die Wirkmacht der biblischen Offenbarung

Wir können nicht garantieren, dass jeder Text der Bibel zu jeder Zeit eine Wirkung in uns erzeugt. Wir können es schon gar nicht erzwingen. Wenn wir es dennoch erzwingen wollen, erschöpft sich das Beschriebene gerne in moralisierenden Appellen oder in Glaubensbekenntnissen, denen man den fehlenden Lebensatemanmerkt. Wir können aber an uns und/oder an anderen Bibellesenden erfahren, dass sich eine Wirkung einstellt, dass die Geschichte eine Resonanz in uns geworden ist. Dann berührt sie etwas, was uns bewegt. Dann lässt sie vielleicht auch Berührung zu, die wir aus mancher Skepsis heraus nicht zulassen wollten. Die Wirkmacht der Begegnung mit den Offenbarungserzählungen lässt erahnen, dass dieses Begegnen, die Kommunikation Gottes mit uns ein Geschehen und ein Geschenk der Lebenskraft Gottes ist, ein Geschenk des Geistes.

15. Die Bibel kann nicht immer auf jede Fragestellung und zu jeder Zeit eine Antwort geben.

Es leuchtet ein, dass die Bibel nicht auf jede unserer heutigen Frage stellungeneine passende Antwort hat. Auch ist uns das Phänomen vertraut, dass heute eine biblische Erzählung uns völlig unberührt lässt, während sie zu einem anderen Zeitpunkt uns tröstet, stärkt, aufwühlt, entschieden macht. Schon die Unterschiedlichkeit der Sammlung der biblischen Bücher bekräftigt, dass es vielfältige Weisen der Verkündigung gibt - und dass es daher nicht nur die eine richtige Form der Gottesberührung gibt. Oft genug schwanken wir selbst zwischenverschiedenen theologischen Ansätzen. Gottlob stellt sie uns die biblische Offenbarung vielfältig zur Verfügung.

16. Ansprüche an die biblischen Texte

Es gibt auch von uns ausgehende Über-Forderungen gegenüber dem Text. Das ist dann der Fall, wenn wir Fragen an den Text stellen, die sich aus unserer heutigen Wahrnehmung des Lebens stellen, die aber der biblischen Erzählung fremd sind. Manchmal versuchen wir, alle denkbaren Facetten einzubringen - und können z.B. Gerichtswort ein einem Textzusammenhang nicht ertragen, weil die alles überbietende Barmherzigkeit nicht gleich mit genannt ist. Da ist es wieder hilfreich, den Gesamttext und die gesamte theologische Aussage eines Buches im Blick zu halten. Da helfen wiederum Kenntnisse der Entstehungszeit, um dem Text nicht unangemessene Fragestellungen aufzudrängen.

17. Die Offenbarung kann aber Hilfe und Antwort sein

Bei aller möglichen Distanz und Fremdheit der Texte bleibt teils beglückende Erfahrung und Erkenntnis, dass die Worte der Heiligen Schriften den Glaubenden Hilfe, Ermutigung, Stärkung sind. Sie helfen, einen weltanschaulichen Deuterahmen zugeben -im Vertrauen, dass ein Gott ist und dass dieser Gott Begegnung, Beziehung, Verbundenheit, Liebe und Vollendung will. Ein solcher Lebenszuspruch bleibt nicht allein mystische Erfahrung. Dieser Zuspruch will Begleiter sein im Reifen zur sich vollendenden Beziehung mit Gott. Dieses Reifen will Auswirkung und Bedeutung haben im Wachstum der Lebenshaltungen. Aus diesen Haltungen erwachsen Handlungen und Werte.

18. Von der Wertegemeinschaft zur Nachfolgegemeinschaft

Die biblischen Erzählungen und Berichte sind letztlich auf das Vertrauen in eine das Leben beeinflussende Beziehung zu Gott ausgerichtet. Neutestamentlich wird diese exemplarisch und vollendet in der Person des Christus Jesus gezeichnet. Die Werte, die die Hl. Schrift offenbart, sind in vielem auch Werte desverantworteten Menschseins. Ihre Bindung an Gott machen sie zu einem Beziehungsgeschehen von Gott her und auf Gott hin. Diese Bindung muss und wird und darf einen Weg des Reifens haben - vermutlich über ein ganzes Leben hin. Da, wo die Bibel als Botschaft aufgenommen wird, kann sie von der ‚Werte - Mittlerin ‘zur ‚Nachfolge - Mittlerin‘ werden.