Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Brötchen holen
für das Klima

Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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  • Die Kirche ist täglich
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    IN LYSKIRCHEN:

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

GIOTTO Geburt Jesu
GIOTTO Geburt Jesu

Heute ist euch der Retter geboren

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

 

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.

 

Lk 2, 1-14

 

Seht, da: euer Gott

(zu Lukas 2, 1-14)

Pfarrer Matthias Schnegg
Pfarrer Matthias Schnegg

Die Evangelien sind keine Protokolle des Lebens Jesu. Sie sind Jahrzehnte nach Jesu Tod und Auferstehung geschrieben worden. Sie sind Zeugnisse zur Ermutigung im Glauben, dass Gott ist und dass Gott sich in Jesus von Nazareth offenbart hat. Dabei war es auch zur Zeit der Gemeinde des Lukas nicht selbstverständlich, den Gott des Volkes Israels, den Gott JHWH, als den einen und einzigen Gott anzuerkennen. Die römischen Kaiser z. B. haben diese Würde für sich in Anspruch genommen. Augustus war ein solcher ‚Geweihter, Erhabener, Majestätischer’ – so die Übersetzung seines lateinischen Namens.

 

Lukas möchte mit seinem Evangelium von Jesus, dem Messias, die glaubenden Christen ‚von der Zuverlässigkeit der Lehre’ (1,4) überzeugen: Jesus, der Mensch aus Nazareth, ist der Messias Gottes. In diesem Menschen begegnet die ganze Herrlichkeit Gottes. Jesaja hat diese Herrlichkeit unter den Menschen mehrfach angekündigt.

 

Wenn dem so ist, dann erwarten Menschen einen Herrscher nach dem Maß der Menschen. Gottes Maß aber ist anders, manchmal aufregend, erregend, zum Protest herausrufend anders. Der erwachsene Jesus von Nazareth wird das Bild der Menschen von Gott teils sehr gewaltig in Frage stellen.

 

Lukas beginnt sein Evangelium mit einer ausführlichen Vorgeschichte zu Johannes dem Täufer (Kap 1). Damit bindet Lukas seine Verkündigung vom Messias Jesus in die Geschichte des Volkes Israel ein. Jesus ist ein Jude, bleibt es bis in seinen Tod hinein. Der Gott Jesu ist kein anderer als der Gott JHWH, den das Volk Israel als den einen und einzigen Gott bekennt.

 

Lukas – selber kein Kind jüdischen Glaubens – verknüpft die Person Jesu mit der Weltgeschichte. Der Zensus, die Volkszählung zur Zeit des Kaisers Augustus ist historisch nicht exakt nachweisbar. Lukas erzählt aber davon, weil ihm daran liegt, die Geburt des Jesus – und damit die Person des Messias Jesus – in die ganze Weltgeschichte einzubinden. Lukas ist überzeugt, dass Gott sich in Jesus nicht alleine dem Volk der Israeliten offenbart, sondern der ganzen Welt.

 

So ziehen in der Erzählung des Lukas Josef und Maria nach Bethlehem. Bethlehem muss es sein, denn das ist die Geburtsstadt des David. Nach Glauben des Volkes Israel ist dem davidischen Geschlecht ein unaufgebbares Heil verheißen worden. Der Retter Israels, die Rettung Gottes für sein Volk, wird mit dem Geschlecht des David verbunden. Nach Jesaja 11 wird es einen ‚zweiten David’ geben. Auf ihm ruht der Geist, die Lebenskraft Gottes. Er wird Recht sprechen nach der Art Gottes. Er wird nicht korrupt sein, wie David es wurde. Er wird handfest gegenwärtig sein und den Menschen durch seine unbedingte Bindung an Gott Frieden schaffen – nicht als Geistwesen, sondern in handfester Entschiedenheit.

 

Wir können die Geschichte von der Geburt Jesu also gar nicht isoliert anschauen. Sie ist voller Bezüge der Glaubensgewissheiten der Menschen, die das Evangelium des Lukas gehört haben.

Aus theologischen Gründen also betont Lukas die Einbindung in den Glauben Israels. Daher der Bezug zur Geburtsstadt des David, Bethlehem, daher die Wanderschaft von Josef und Maria in diese Stadt.

Im Unterschied zur Kindheitsgeschichte des Matthäus ist der römische Kaiser die Ursache für diese Wanderung nach Bethlehem: durch die Volkszählung. Historisch ist dieser Zensus nicht belegt. Das spielt in der Erzählung des Lukas auch keine Rolle, denn er will durch diesen meisterhaften ‚Erzähltrick’ die Heilsgeschichte Israels und die Heilsgeschichte für die ganze Welt verbinden. Das ist für Lukas eine klare Glaubensgewissheit.

 

Dann kommt die Zeit der Niederkunft. Die Erzählung hatte bisher nur gesagt, dass der Engel Maria diese Empfängnis vorhergesagt hat. Erst jetzt hören wir, dass Maria empfangen hat – vom Heiligen Geist – und dass sie jetzt das Kind gebiert. Das so Rätselhafte um die Empfängnis Jesu soll Geheimnis bleiben. Das Kind, so werden wir später vom erwachsenen Jesus hören, ist voll der Lebenskraft Gottes, voll des Geistes. Aus der Erfahrung mit dem erwachsenen, als Messias geglaubten Jesus von Nazareth formte sich das Bild der Empfängnis aus dem Geist. Das sagt nicht weniger, als dass Gott von Anfang an ungebrochen mit seiner Lebenskraft in diesem Menschen Jesus lebt. Das ist die Überzeugung des Lukasevangeliums.

 

Die Umstände der Geburt sind relativ normal. Es scheint in Bethlehem damals nur eine Herberge gegeben zu haben. Die war besetzt. Armutsromantik ist nicht angesagt. Das Kind wird umständehalber in den Futtertrog gelegt. Es bekommt Windeln an. Alle, die das hören, wissen: Es ist ein ganz normales Menschenkind.

 

Das ist für die Verkündigung von großer Bedeutung. Die Bedeutung erschließt sich, wenn wir (und das will Lukas mit seiner Erzählung stärken) glauben, dass dieses Menschenkind Jesus der Messias Gottes ist. Wenn er das nämlich ist, dann müssen Glaubende sich zu ihm und seinem Leben verhalten.

 

Einfacher scheint es, in eine geistliche Welt sich verflüchtigen zu können. Das kann der Blick sich lösen von den Bedürfnissen der Welt und den verherrlichten Christus alleine im Blick halten. Das aber will Lukas gerade nicht. Jesus bekommt seine Bedeutung für die Menschen und die ganze Welt, weil wir glauben, dass in ihm sich Gottes Vorstellung vom Menschen und von der Welt ganz zeigt. Und wenn wir denn glauben, dass Gott ist und dass es lohnend ist, ihn in der Welt Herr sein zu lassen, dann zeigt uns der Mensch Jesus, wie das geht. Eine der Hauptaufforderungen des Evangeliums ist, hinter diesem Jesus her zu gehen. Seine Blickrichtung auf Leben, Weltaufgaben, Menschsein ist dann Richtung.

Wir spüren – wieder einmal – wie sehr eine Entscheidung unseres Lebens gefragt ist: Gott zu glauben und Jesus zu glauben als seinen Messias.

 

Lukas formt das wunderbar einsichtig in der Erzählung zur Geburt Jesu. Der Mensch ist geboren. Und dann kommt die Deutung dieses Ereignisses.

Hirten kommen in die Szene. Die Hörenden der damaligen Zeit kannten die Heiligen Schriften und auch das Motiv vom Hirten: David, der Hirte über sein Volk Israel. Gott als der Hirte, der Sorger um die Seinen.

Lukas erzählt nun, dass diese Hirten – sozial nicht anerkannt – erste Kenner dieser Wucht der Gottesgegenwart in diesem Jesus von Nazareth sind. Im Stil der Gotteserscheinung tritt der Engel auf. Angemessen ist die Furcht, die Überforderung derer, die Gott ‚von Angesicht zu Angesicht’ sähen. Aber von Gottes Seite ist nicht Abgrenzung, sondern Einladung gemeint. Daher ermutigt der Engel, die Phase der Furcht hinter sich zu lassen. Die Botschaft ist Anlass zur Freude: Der Retter ist geboren – es ist nicht Augustus. Der Retter ist Gott selbst. Und Gott wird sich verstehbar machen in diesem Windelmenschenkind Jesus.

 

Dann dreht Lukas erzählerisch auf, lässt neben den kündenden Engel ein ganzes himmlisches Heer auftreten. Die bezeugen, was im Glauben an Jesus, den Retter, den Messias Gottes angemessen ist: Lobpreis! Im Chor der Engel liegt eine tiefe Ermutigung: Herrlichkeit Gottes in der Höhe ist die Gewissheit, dass Menschen Frieden, gelingendes Leben, Heil auf der Erde finden können. Davon ist Lukas tief überzeugt. Und die Menschen seiner Gnade – das mögen die sein, die diesem Jesus folgen. Es sind die, die den Machteinfordernden der Menschen die Stirn bieten, weil sie der Lebenskraft Gottes mehr trauen als den Vergötterungen von Menschen und Dingen.

 

Natürlich liegen uns Dinge und Menschen und Macht und Herrschaft und Anerkennung und Selbstverwirklichung und Habenwollen sehr nahe. Jesu Lebenszeugnis wird dieses menschlich Erstrebenswerte umwerten. Jesus wird mit den ‚Augen’ Gottes auf Mensch und Schöpfung und Macht und Reichtum schauen. Und dann liegen Gewichte anders. Für manche ist es tatsächlich eine Lockung geworden, dieser Andersartigkeit Jesu mehr zu trauen als dem, was uns nur allzu sehnlich sein kann. Die Über-Forderung der Botschaft wird darin gipfeln, der Macht der Auferweckung aus dem Tod zu trauen.

Ein einladendes, die Person und das Leben Jesu Wert schätzendes, darin vielleicht gar froh machendes Weihnachtsfest!

 

 

Ihr Matthias Schnegg