Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Brötchen holen
für das Klima

Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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  • SANKT MARIA
    IN LYSKIRCHEN

    AN LYSKIRCHEN 12
    50676 KÖLN

 

  • Die Kirche ist täglich
    in der Zeit von
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    IN LYSKIRCHEN:

    WÄHREND DER SOMMERZEIT UM
    19 UHR UND WÄHREND DER
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Sankt Maria in Lyskirchen

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom Sonntag, dem 28.08.2011, dem 22. Sonntag im Jahreskreis

Norddeutscher Meister: Christus beim Jüngsten Gericht, Detail: Engel mit Marterwerkzeugen und Heiliger
Norddeutscher Meister: Christus beim Jüngsten Gericht, Detail: Engel mit Marterwerkzeugen und Heiliger

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

In jenen Tagen begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.

 

Mt 16, 21-27

 

 

Gleichförmig

(zu Matthäus 16,21-27)

Pfarrer Matthias Schnegg, Lyskirchen
Pfarrer Matthias Schnegg, Lyskirchen

Die Ausgangslage weist Perspektiven auf: Matthäus lässt Jesus und seine Schülerinnen und Schüler im Norden Palästinas stehen. Sie blicken in den Süden – nach Jerusalem. Jerusalem ist der Ort des Schicksals Jesu, aber auch des Schicksals der Gemeinde. Matthäus hat mit dem vorhergehenden Text (16,13-20) die Christologie (das Reden über Jesus als den Christus Gottes) dargestellt; in unserem heutigen Textabschnitt verbindet er untrennlich die Rede von Jesus, dem Christus, mit der Rede von der Kirche, der Ekklesiologie. Matthäus verdeutlicht, dass die Nachfolge mit der Bindung an die ganze Person des Jesus gebunden ist. Dass das nicht stromlinienförmig zur ‚Welt’ geht, das ahnen wir.

 

Der Zusammenhang innerhalb des Matthäusevangeliums ist an dieser Stelle sehr wichtig. In den Versen 13-20 ist das Messiasbekenntnis des Petrus überliefert. Dabei wird betont, dass diese Erkenntnis nicht das Produkt menschlicher Überlegung ist, sondern das Werk des Geistes Gottes. Matthäus wird uns sehr deutlich zeigen, was passiert, wenn die Schülerinnen und Schüler Jesu mehr ihrem Geist als dem Geist Gottes trauen. Das wird der totale Verlust des Lebens sein. Gewaltige Andeutungen, die sich aus dem folgenden Text des Evangeliums erhellen.

 

Wir hören die erste (von drei) Ankündigungen des Leidens und Sterbens Jesu. Sie strukturieren diesen Teil des Evangeliums von 16,21-20,34. Da wird vom Wirken Jesu in der Gemeinde erzählt. In der ersten Leidensankündigung erfahren wir, dass die Deutung des Leidens, Sterbens und Auferstehens Jesu sich von zwei Strängen nährt: Es gibt das ‚Muss’, das sich aus dem Heilsplan Gottes ableitet. Vielen von uns ist dieses ‚Muss’ bleibend unverstehbar. Das Evangelium deutet das Leben Jesu als Gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters. Sein Wille geschehe – bis zum Trinken des bitteren Kelches des gewaltsamen Todes (26,36-46). Aus diesem Gehorsam ist das Leben für alle gewachsen. Manche von uns lesen das, ohne zu verstehen. Manchmal haben wir nichts weiter vorzuweisen.

Der zweite Strang ist die Herrschsucht der religiösen Führer der Juden. Beide Stränge zusammen entscheiden den Weg Jesu.

 

Obwohl die Leidensankündigung die Perspektive der Auferstehung mit ins Wort bringt, tritt Petrus energisch gegen die Ankündigung des Leidens Jesu auf. Seine menschliche Verbundenheit mit Jesus hat ihn vermutlich bewogen. Wir können das sehr gut nachvollziehen: Was gäben wir oftmals, wenn wir das Leiden uns naher Menschen verhindern könnten. Unser Beten ist meist darauf aus, dass das Leiden genommen ist. Das ist eine sehr gesunde Lebenshaltung.

 

Um so verwunderlicher, wie schroff die Abweisung Jesu ausfällt. Er weist Petrus seinen Platz an – nämlich hinter ihm her zu gehen. (Die Einheitsübersetzung verführt zu einer falschen Lesart: „Geh mir aus den Augen“. Jesu Antwort ist keine beleidigte Ermahnung, sondern eine entschiedene Platzanweisung: Hinter Jesus her!) ‚Satan’ nennt er ihn. Er ist dann jemand, der als Gegenspieler, als Hinderer des Willens Gottes dasteht. Im fühlbaren Kontrast dann, dass jetzt nicht göttliches, sondern menschliches Denken Raum gegriffen hat. Bei dem Bekenntnis: ‚Du bist der Sohn des lebendigen Gottes’ war es das, was nicht Menschen, sondern Gott eingegeben hat. Nun umgekehrt: Da denkt der Mensch – und lässt Gott keinen Raum.

 

Solche Sätze machen vermutlich viele von uns hilflos. Wir können doch nicht unseren Verstand aufgeben. Wie können wir wissen, verstehen, was Gottes Wille und Denken ist? Manchmal gibt es Verzweiflung, weil wir die Gabe der Unterscheidung nicht finden. Das Matthäusevangelium gibt eindeutigen Hinweis, wie die Orientierung auszusehen hat. Vereinfacht gesprochen: Wer hinter dem Messias Jesus her geht, muss mit dem Schicksal des Messias Jesus rechnen. Und dann kommen Sätze (24-27), mit denen wir nur sehr schwer leben können. Der Evangelist mutet uns diese Sätze zu, weil für ihn die Rede von der Kirche nur Bestand hat, wenn sie untrennbar auch Rede vom Christus Jesus ist. Wir können nicht Kirche des Messias Jesus sein, wenn wir nicht in allem hinter ihm hergehen.

 

Viele sträuben sich vor einer solchen Vorstellung. Wir hören: Das eigene Leben verleugnen, das Leben verlieren um seinetwillen ... Unser Widerstand wendet sich gegen die uns überlieferte Lebensverachtung. Als ob das Abschneiden des Lebens ein höherer Wert wäre als das Leben zu leben. Menschen wenden sich auch angewidert ab, weil sie diese Verherrlichung von Leiden und Tod nicht mitmachen wollten. Gesund so, denn das Evangelium ist kein Aufruf, um seiner selbst willen das Leben aufzugeben. Es geht nicht um die Leistung, ein besonders lebenabgeschnittener Mensch zu sein – kraft der eigenen Selbstüberwindung. Sie ist in den Augen eine egozentrische Ich-Tat, selbst wenn sie sich als große Hingabe in die Selbstaufgabe definiert.

 

Die Verse 24-27 betonen, dass ein Schüler, eine Schülerin in der Nachfolge Jesu ihm gleichförmig werden muss. Ein erschreckender Anspruch. Eine Nachfolge geht aber nur so, betont das Evangelium. Konkret bedeutet das: sich selbst zu verleugnen. Eine Selbstverleugnung ist keine Geringachtung des eigenen Lebens. Selbstverleugnung heißt: Sich von seiner Ich – Bezogenheit zu lösen. An diese Stelle tritt der Bekenntnis zum Christus Jesus. Es geht um das Nein-Sagen, wie es in der Liturgie der Taufe auch angesprochen ist: Der Macht des Bösen, der Gegenkraft Gottes, dem Hinderer, dem Satan zu widersagen. In der Regel scheuen wir dieses Widersagen, weil wir uns den Hinderer nicht recht vorstellen können. Das Evangelium weist am Ende der Bergrede hin, dass es nicht um das Herplappern von Bekenntnissen geht, sondern um die Tat des Handelns. (vgl. 7,15-23) Wir haben uns daran gewöhnt, dass Leben als Christ gleichbedeutend ist mit gesicherten bürgerlichen Leben. Der Evangelist spricht von einem Leben, das nicht auf diese selbstgemachte Sicherheit baut. Auch das ist schwer anzunehmen für uns. Wir leben unter anderen Bedingungen. Die Gemeinde des Matthäus wird auch unter anderen Bedingungen gelebt haben als denen der absoluten Hingabe an den Messias Jesus. Dieses große Missverhältnis zwischen unseren Lebensbedingungen und der Forderung der Nachfolge kann bis ins Martyrium treiben. Daher: Sein Kreuz tragen.

 

Sein Leben retten wollen – wie brüchig ist das! Wir können alles uns leisten – das Leben ist dadurch nicht garantiert. Wer sein ichbezogenes Leben im Vertrauen auf die Nachfolge Jesu zu verlieren scheint, der wird Leben haben, unendliches Leben haben. Wie bedeutsam das Leben ist, bezeugt der Hinweis, dass es keinen Gegenwert gibt, mit dem wir Leben auswiegen könnten.

 

Wir werden vieles hier vermutlich mit Unbehagen lesen. Wir wollen hinter Jesus hergehen. Wir haben nicht die Kraft, das in dieser Unausweichlichkeit zu tun. Dass es sich lohnt, dieser Platzanweisung Jesu in unserem Leben in unserer Welt zu folgen, das bezeugt der Hinweis auf die Verantwortung, auf das Weltgericht. Wieder steht das Weltgericht aus Kap 25, 31ff im Blick. So fremd und unangenehm uns all das sein mag: Der Evangelist erzählt uns das, weil er uns mehr und mehr mit der Person Jesu und mit dem grenzenlosen Vertrauen in Gott bekannt machen will. Sein Leben nicht aus sich, sondern aus Gott zu verstehen, das ist das Lebenszeugnis Jesu.

 

Vielleicht können wir diese Wort des Evangelisten heute nicht verstehen. In der Gleichnisrede ist uns schon dargestellt worden, dass das Fruchtbringen im Sinne des Evangeliums mit dem ‚Verstehen’ zusammenhängt. Das Bekenntnis zu Jesus als dem Christus des lebendigen Gottes verbindet Matthäus mit der Existenz der Kirche, ‚seiner’ Kirche, die er auf den Petrus baute (16,18) Der Petrus ist es, der mal von Gott her zu denken vermag, zugleich ist er der, der aus urmenschlichen Gefühlen heraus denkt. Wir Einzelne, wir Kirche werden immer wieder zwischen all dem schwanken. So unfassbar ist, dass die Lösung von der Selbstbestimmung ein unbeschreibliches Mehr offenbaren soll. Gottlob gibt es Menschen – gewiss auch unter uns -, die das gelernt haben. Oft genug ging auch dieses Lernen über einen Kreuzweg. Oft genug ist das Leben danach tatsächlich reichlich beschenkt. Diese Erfahrung kann man nicht erzwingen wollen. Es geht ja nicht um Lebensbestrafung! Diese Erfahrungen werden gegeben. Wenn man Jesus hinterher geht, dann wird man diese Erfahrung unbedingt machen – ermutigt der Evangelist.

 

Ihr Matthias Schnegg