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Brötchen holen
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Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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    AN LYSKIRCHEN 12
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    IN LYSKIRCHEN:

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom 27.02.2011, 8. SONNTAG IM JAHRESKREIS

Frei von Sorgen

(zu Matthäus 6,25-34)

Pfarrer Matthias Schnegg
Pfarrer Matthias Schnegg

Immer wieder geht es um das Trachten nach dem Reich Gottes. Bisher haben wir in der ‚Bergpredigt’ stets hören dürfen, dass das Himmelreich nicht nur eine einmal zu erwartende Erfüllung im Jenseits darstellt. Die Lehre Jesu versteht sich als ‚Weisung’, Wegweisung, wie Gott Herr sein kann in seiner Schöpfung. Dieses Herrsein Gottes dient wiederum nicht dem Selbstzweck eines sonst vielleicht verschnupften Gottes, der zu wenig bemerkt worden wäre. Herrsein Gottes bedeutet: Heil, gelingendes Leben für den Menschen. Von diesem gelingenden Leben sind vielerlei Spuren in die Welt gezeichnet. Beglückwünscht wurden die, die diese Erfahrung des Himmelreiches machen konnten. Wie das konkret aussieht, das hat das Evangelium in der Auslegung der Tora, der Wegweisung JHWHs dargestellt. (5,21-48)

 

Unser heutiger Textabschnitt spricht von den Sorgen und von der Einladung, sich von den Sorgen nicht am Leben hindern zu lassen. Die Geschichte mit den Vögeln am Himmel und den Lilien auf dem Felde können aggressiv machen, wenn man sie liest als Anweisungen zu einem Leben ‚in den Tag hinein’. Sogleich erhöben sich Proteste, dass man mit einer solchen ‚Hippy-Haltung’ den Anforderungen des Lebens nicht gerecht werden kann. Der Schlusssatz des Abschnittes lässt uns schon begreifen, dass es hier nicht um die Anleitung zu einem idealistischen Weltverstehen geht: „Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“(34)

 

Unsere Perikope ist eine konkrete Antwort auf die Mahnung aus den Versen 19-21: Hier geht es darum, nicht auf Erden Schätze aufzuhäufen, sondern Schätze zu sammeln, die im Himmel Bestand haben. Das ‚im Himmel’ ist wiederum nicht nur als ‚Lebensbilanz im Gericht Gottes’ zu sehen, sondern auch als die Erfahrung des Himmelreiches in den Zusammenhängen dieses Lebens. Wir vertun etwas an Lebensqualität, wenn wir unseren Lebenssinn im Anhäufen von Reichtümern sehen. Unser Text nahmt daher: „Erstrebt zuerst das Reich Gottes und Gottes Gerechtigkeit! Dann wird euch das alles hinzugegeben werden.“(33)

 

Wenn es um diesen erstrebenswerten Schatz im Leben geht, dann geht das ‚nur’ auf dem Weg des Zutrauens auf Gottes Gabe und Für-Sorge. In unserer Lebenswirklichkeit kennen wir hingegen sehr die Sorge um das Leben, die Nahrung, und um den Leib, die Kleidung. Es sind Grundbedürfnisses des menschlichen Lebens, an denen wir nicht vorbei schwärmen können. Die Gewissheit des Evangelisten ist: Wenn wir der Fürsorge Gottes trauen, brauchen wir uns keine Sorgen um unser Leben zu machen, auch um das nicht, was wir an alltäglicher Lebensanforderung haben. Das Anhäufen der Schätze (V 19) ist die Mühe der selbstbezogenen Absicherung. Wir alle kennen diese Absicherung. Wir können uns in den Anforderungen des Alltags kaum vorstellen, ohne diese Absicherungen zu leben.

 

Das Evangelium mutet uns zu, mit anderer Perspektive auf das Leben und seine Grundsicherung zu schauen. Drehpunkt der andersartigen Überlegungen ist der Begriff des Reiches Gottes. Wenn das im Blick ist, wird uns alles zur Verfügung stehen, was wir selbstverständlich brauchen. Daher sagt der Text eindeutig: Der Vater im Himmel weiß, dass ihr das alles braucht (32). Um was geht es dann?

 

Der Text lädt ein, auf die ängstliche Sorge um das eigene Leben zu verzichten. Dann werden die Bilder von den Vögeln und den Lilien dargestellt. Es geht nicht darum, dass wir diese Geschöpfe zu Vorbildern nehmen. Sie sind lediglich Beispiele für die Fürsorge Gottes an seiner Schöpfung. Die Zuhörenden der Gemeinde des Matthäus waren vermutlich Menschen, die einer Arbeit nachgingen. Der Text geht nicht davon aus, dass Menschen ohne Arbeit sorglos in den Tag hinein leben sollen. Der Text fordert nicht auf, nicht zu arbeiten, sondern sich nicht zu sorgen.

 

Das spannende – und damit auch für uns aktuelle – Thema heißt, wie wir unter den Bedingungen unserer Arbeit frei sein können von der Sorge um uns selbst. Die Fähigkeit zur Arbeit ist ein kostbares Gut. Menschen, die keiner Arbeit nachgehen können, wissen, wie kostbar diese Fähigkeit ist – sogar unabhängig von dem, was da zu verdienen wäre.

 

In der Aufforderung zur Sorgenfreiheit geht es um den Menschen, der seine Arbeit für lebenssichernder hält als sein Vertrauen auf Gott. Vermutlich werden die meisten von uns genau so denken: Wenn wir unsere Grundbedürfnisse gesichert haben, dann lässt sich leichter im Kontakt mit Gott sein.

Die Idee des Himmelreiches geht davon aus, dass der Mensch getrost darauf bauen darf, dass Gottes Sorge für alle genügend zur Verfügung stellt. Das leuchtet ein – und dennoch gibt es die Existenzängste, die Kämpfe um Reichtümer, um die Besitztümer, die die Erde bietet.

 

In der Perikope ist auch von Gottes Gerechtigkeit die Rede (33). Sie gibt Weisung, wie wir ohne Existenzangst leben könnten und unsere Arbeit nicht unter dem Aspekt wahrnehmen müssten, für möglichst alle Fälle vorsorgen zu können. Die Gerechtigkeit des Himmelreiches hat gelernt zu teilen, damit alle das haben, was sie zum Leben nötig haben. So eine Gewissheit kann wiederum sehr geerdete Wirklichkeit sein: Jemand fragt mehrfach um Lebensmittel – und irgendwann, wenn dieses Fragen zu regelmäßig kommt, wird es auch lästig. Dann können Worte kommen wie: ‚Das kann ich aber auch nicht immer weiter so’. Und insgeheim wissen wir, dass wir das natürlich könnten, denn es reichte für uns selbst vermutlich allemal. Solche Begegnungen sind Gnadenhinweise, dass wir der Sorge aus Gottes Gerechtigkeit mehr trauen dürfen als unserer Angst, zu kurz zu kommen. Da verändert sich etwas im Leben, wenn dieses Vertrauen in die Fürsorge Gottes wächst.

 

Um sich in der Angst um das eigene Leben nicht zu verlieren, hat das Evangelium den kleinen Hinweis auf die Unmöglichkeit der Verlängerung unseres Lebens eingeflochten (27): Unser Leben ist begrenzt. Niemand hat die Macht, dies zu verhindern. Die Möglichkeiten der modernen Medizin können schon verlängern, aber nicht endgültig beeinflussen. Dieser Hinweis – bei aller Sorge ums Leben – bekräftigt, dass wir unser Leben nicht aus uns selbst haben. Das heißt aber auch, dass wir uns getrost dem überlassen können, der uns Leben gab. Das Gegenteil ist die ängstliche Sorge um das, was ich für mich absichern muss. Hindernis ist allerdings auch da, wo Gott nicht als Geber des Lebens geglaubt werden kann.

 

Am Ende (V 32) wird noch einmal bekräftigt: Es ist völlig klar, dass wir etwas zum Leben brauchen. Das wissen auch ‚die Heiden’. Das Evangelium ermutigt, in anderen Weiten denken zu können: Ihr kennt doch Gott und wisst, dass er in Sorge um euch war und sein wird. Die Ermutigung heißt jetzt: Die ihr auf Gott zu vertrauen gelernt habt, sucht zuerst das Reich Gottes uns seine Gerechtigkeit. Das ist kein ohnmächtiges Abwarten, ob Gott denn wirklich für uns sorgen wird. Es ist ein aktives Handeln im Sinne der Gerechtigkeit Gottes. Davon haben schon die Beglückwünschungen gesprochen (5,10), davon hat auch die Auslegung der Tora durch Jesus (5, 17-48) deutliche Anregungen gegeben.

 

Diese Worte sind eine Anfrage an unsere Art, als die Reichen der Welt unser Leben zu sichern. Die Reicheren schaffen mehr und mehr Kapital. Die Starken obsiegen. Die Schwachen bekommen Almosen des Wohlstandes der Starken. Die, die in den Mülltonnen nach dem graben, was dem Überfluss entfallen ist, sind lebendige Zeichen dieses tödlichen Ungleichgewichtes. Das ist die Frage der Gerechtigkeit einer Gesellschaft, die sich so gern auf ihre ‚christlichen’ Wurzeln beruft.

 

Das Jesuschristliche sieht eine andere Weltordnung. Vielleicht trauen wir zu wenig der Fürsorge Gottes, als dass wir die Gerechtigkeit Gottes tun können. Wir ahnen wieder, wie gewaltig die auch sozialpolitische Sprengkraft des Evangeliums JesuChristi ist. Für die meisten von uns vermutlich überfordernd.

 

Wir dürfen auch in die diese Haltung des sich nicht Sorgens hineinwachsen. Ich traue dem Geist, dass er ‚es’ uns lehrt. Die Heilige Schrift ist der Weg, auf dem der Geist diese Wachsamkeit vermutlich nährt. Sorgen? – Die gibt es. Jeden Tag sogar, sagt das Evangelium. Und fügt hinzu, dass das doch eigentlich reiche und man sich nicht die Sorgen des dann kommenden Tages auch noch aufhalsen solle. Das ist ganz lebenspraktisch. Viele wissen, wie unsäglich schwer es schon ist, sich mit der Plage des je Gegenwärtigen zu beschäftigen. Die Sorge gilt oft dem, was es für morgen oder übermorgen zu sichern gälte. Dabei kann keiner sein Leben auch nur um eine Elle verlängern. Nicht Moral bleibt am Ende, sondern Ermutigung: Der Für-Sorge Gottes zu trauen – in dem, was wir an Gerechtigkeit Gottes zu wirken fähig sind. Zu beglückwünschen die, die ...

 

 

Ihr Matthias Schnegg