Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Brötchen holen
für das Klima

Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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  • SANKT MARIA
    IN LYSKIRCHEN

    AN LYSKIRCHEN 12
    50676 KÖLN

 

  • Die Kirche ist täglich
    in der Zeit von
    9 Uhr bis 18 Uhr
    geöffnet.
  • SONNTAGSMESSE
    IN LYSKIRCHEN:

    WÄHREND DER SOMMERZEIT UM
    19 UHR UND WÄHREND DER
    WINTERZEIT UM
    18 UHR, JEWEILS SONNTAGSABENDS

  • Herzlich Willkommen
  • Pfarrbüro
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    50676 Köln
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Sankt Maria in Lyskirchen

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom Sonntag, den 26.06.2011, 13. Sonntag im Jahreskreis

Christusikone 13. Jhd
Christusikone 13. Jhd

Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, ist meiner nicht würdig. -

Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf

 

+ aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus


In jener Zeit sprach

Jesus zu seinen Aposteln: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mit nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.

 

Mt 10, 37-42

Die Ent-Scheidung

(zu Matthäus 10,37-42)

Durch die Osterfeierzeit sind wir in der fortlaufenden Lesung des Matthäusevangeliums unterbrochen worden. Was wir – vor Beginn der Fastenzeit – lasen, waren Hauptteile der Rede am Berg. Sie ist ‚das Regierungsprogramm des Himmelreiches’ (Klaus Wengst).

 

Jeder Evangelist zeichnet sein eigen konturiertes Verkündigungsbild vom Messias Jesus. Die konkrete Situation der Gemeinde ist dafür ausschlaggebend. Von Matthäus wissen wir, dass er als Jude einer judenchristlichen Gemeinde das Evangelium Jesu als des Messias Gottes verkündet. Darum ist es ihm ein besonderes Anliegen, Jesus als den darzustellen, der die Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk Israel letztverbindlich interpretiert. Die ‚Bergpredigt’ (Kap 5-7) war ein Lehrstück dieser Verkündigungsabsicht.

 

Matthäus unterstreicht auch, dass Jesus nicht nur Heilsgeschichte in Form von Belehrungen interpretiert. Er erzählt nach der Bergrede viele Beispiele, wie sich dieses Heilswirken Gottes im Leben Jesu ablesen lässt. Da erfahren wir viele Heilungsgeschichten der unterschiedlichsten Ausprägung.

 

Mit dem Kapitel 10 – aus dem auch unser Textabschnitt entnommen ist – finden wir uns in der zweiten großen Rede des Matthäusevangeliums wieder: der Aussendungsrede. Nicht allein Jesus bezeugt mit seinem Lehren und Handeln die Heilsgeschichte Gottes. Die (Frauen) und Männer, Schülerinnern und Schüler Jesu werden mit eingebunden in diese wunderbare Kraft des heilenden Wirkens Gottes. Wir können es kaum glauben, weil dieser Auftrag, ja: die Befähigung dazu, unser menschliches Vorstellungsvermögen übersteigen: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“ (V8).

 

Matthäus erzählt ja nicht alte, bestaunenswerte Jesusgeschichten, die was ‚von damals’ in Erinnerung halten. Matthäus lässt immer wieder die Begebenheiten der Begegnung der Schülerinnen und Schüler Jesu zum Spiegel der Beziehung der Gemeinde mit Jesus werden. Was wir also lesen von der Beauftragung Jesu an seine Schüler, das ist – so versteht es das Matthäusevangelium – der Auftrag Jesu an seine jeweils lebende Gemeinde. An die Gemeinde des Matthäus. An uns.

 

Es ist angemessen, das mit einem schweigenden Staunen hinzunehmen. Die ganze Aussendungsrede (von der unsere Perikope nur ein kleiner Abschnitt ist) gibt konkrete Anweisungen: Wir gehen nicht, weil wir so gut sind. Wir gehen, weil wir Gottes Wirken durch uns trauen – also ohne alle Absicherung (10,8b-10). Wir werden unterschiedliches Willkommen erfahren (10,11-15). Sich auf die Sendung Jesu einzulassen, braucht Mut, denn Verfolgung wird gewiss sein (10, 16-23). Und wenn es sehr hart auf hart kommt, dann ist Vertrauen auf Gott einziges Überlebensmittel (10,24-33)... Es ist viel einfacher, das als Anweisungen für die besonders Berufenen zu betrachten. Dann kann es uns schon grauen vom Zuhören und von den Bildern, die dieses blinde Hineintappen ins Martyrium erzählen. Wer von uns will das? Wer von uns kann das? Wir erbleichen vielleicht (oder hoffentlich), wenn wir hören, wie in unserer Welt zunehmend auch Christenverfolgungen offenkundig werden. Niemand wird sich wünschen, in diese Entscheidungslage zu kommen.

 

Die Aussendungsrede endet mit der Klarheit zur Ent-Scheidung. Unter Entscheidung verstehen wir, uns für jemanden oder eine Sache zu entscheiden. Was wir vorher als Konsequenzen aus der Berufung in die Schülerschaft Jesu gehört haben, hat mit Positionierung, mit willentlicher Entscheidung zu tun. Da heißt es dann: Ich tue dies – und nicht das andere. Ich folge der Sendungsanweisung Jesu – und nicht meinen eigenen Plänen.

 

In den Schlussbemerkungen der Aussendungsrede scheint sich mir diese Entscheidung zu verdichten. Es geht nicht mehr darum, zwischen zwei Möglichkeiten auszuwählen. Es geht darum, die Scheidung zwischen dem Messias Jesus und sich selbst aufzugeben. Das höchste Ziel ist es dann, ineins zu werden mit dem Messias Jesus. Wir haben schnell die Befürchtung, dass wir damit unser Selbst aufgeben, unser hohes Gut der Autonomie und (teils mühsam erworbenen) Identität. Im Evangelium geht es aber nicht um psychologische Fragestellung, sondern um die fundamentale Beziehung meines Lebens in Jesus, den Christus.

 

Das lässt vielleicht annähernd verstehbar machen, wenn Matthäus in den Versen 34-39 davon spricht, was dieser Ent-Scheidung (also der völligen Bindung in den Messias Jesus) im Wege steht: Das ist der Wunsch, mit der Welt und ihrer Logik zurechtzukommen. Das sind die intimsten Lebensverbindungen, die blutsverwandten Beziehungen.

 

Es ist völlig angemessen und ‚normal’, dass wir uns vor dieser vermeintlichen Auflösung unseres Ureigenen fürchten. Es ist in unserem Erleben vermutlich auch sehr vermessen, sich so in Jesus zu wissen, dass es keine Scheidung mehr zwischen uns gibt. Von Mystikerinnen und Mystikern sagt man, dass sie diese Ent-Scheidung vollzogen haben. Sie haben – in der Wahrnehmung der Umwelt – wahrlich ihr Kreuz auf sich genommen und ihr Leben ‚verloren’ – wie es die Verse 38 und 39 benennen.

 

Eine düstere Perspektive einer Auswahl und einer Sendung! Wer soll das tragen können?

 

Und dann ist es wieder so unendlich geerdet und tröstlich und verlockend: Die Aussendungsrede endet mit einer lebendigen Verheißung. Die Schülerinnen und Schüler Jesu sind ausgesendet worden. Das Ende der Rede bekräftigt noch einmal, dass die Schülerinnen und Schüler Jesu (und so wir selbst heute) nicht die Botschaft sind. Sie wie wir sind die Botschafter. Alle, die als Botin und Bote gehen, eröffnen die Begegnung mit Gott selber. Es geht um die Begegnung und Beziehung mit Gott, wenn es um die Sendung geht.

 

Mit drei praktischen Beispielen erläutert das Matthäusevangelium diesen Zusammenhang: Erzählt wird vom Propheten, vom Gerechten, vom Kleinen. Dies dürfte sich einfügen in die (Frauen) und Männer, die wie Jesus als Wanderprediger ihrer Sendung folgten, während der größere Teil der Gemeinde bereits sesshaft geworden ist. Prophet und ‚Gerechte’ (Leute, die ein überzeugendes Leben führen). Die ‚Kleinen’ sind alle Gemeindemitglieder, denn sie sind und bleiben Schülerinnen und Schüler des Messias Jesus.

 

Erzählt wird von Menschen, die diesen ‚Propheten’, ‚Gerechten’ und ‚Kleinen’ die Tür nicht verweigern. Sie sind Sympathisanten der Ausgesendeten. Sie bekräftigen die Sendung, die bisher auch so anfechtbar beschrieben war. Die Gemeinde wird Stütze derer, die sich entschieden haben. Sie entscheiden sich, dem Messias Jesus nachzugehen. In der Höchstform ent-scheiden sie sich von ihren eigenen Lebensbedürfnissen, um ineins zu sein mit dem Messias Jesus. Dass sie dabei in dem Gesamt der Gemeinde Aufnahme finden, das stärkt die Sendung. Denen, die so Sympathie schenken, wird ebenso der ‚Lohn’ zugesagt – der erfahrbare Segen Gottes. Gott ist es, der in den Gesendeten begegnet. Gott ist es, zu dem sich Jesus, der Messias, ent-schieden hat. Aus dieser Einheit Jesu mit Gott erwächst das Vertrauen, dass ER Leben und Heil und Heilung ist.

 

Dass wir dazu gerufen sind – wir können es oft nicht fassen. Dass diese Entscheidung für den Messias Jesus in der Logik zu Spaltungen und Unfrieden führt, das wird immer wieder spürbar. Manchmal scheint es recht oberflächlich, dem Zeitgeist die Gegnerschaft zum Messias Jesus zu unterstellen. Die Ermutigung der Aussendungsrede ist, sich so auf den Messias Jesus einlassen zu lernen, dass die (an sich natürlich gegebene Trennung) sich ent-scheidet. Viele Entscheidungen vorher, der Logik des Messias gemäß zu handeln, helfen, dieser Ent-Scheidung, der Einheit mit dem Messias Raum zu geben. Dass das gelingt, das ist dann wiederum Gottes Werk.

 

Ihr Matthias Schnegg