Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Brötchen holen
für das Klima

Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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  • SANKT MARIA
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    AN LYSKIRCHEN 12
    50676 KÖLN

 

  • Die Kirche ist täglich
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    IN LYSKIRCHEN:

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom Sonntag, den 24.07.2011, dem 17. Sonntag im Jahreskreis

Er verkaufte alles, was er besaß, und kaufte jenen Acker

 

+ Aus dem heiligen

Evangelium nach Matthäus

 

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. Weiter ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.

 

Mt 13, 44-52

Altes und Neues

(zu Matthäus 13, 44-52)

Noch einmal hören wir zwei Gleichnisse, wie Matthäus sie kunstvoll in seine dritte Rede, die sogenannte Gleichnisrede, eingearbeitet hat. Auch den Abschluss der Rede hören wir. Sie bringt noch einmal auf den Punkt, um was es in der Rede mit den vielen Gleichnissen gehen sollte. Das Himmelreich, das Reich ist Inhalt dieser Gleichnisse. Wir wissen aus dem bisher gehörten Matthäusevangelium, dass das nahe gekommene Himmelreich (vgl. 4,17) eine (er)lebbare Wirklichkeit ist.

Das möge man mal verstehen! Um das Verstehen ging es in den Gleichnissen auch: In der Deutung des ersten Gleichnisses vom Sämann beginnt Matthäus mit dem Hinweis aus das Verstehen: ‚Bei jedem, der das Wort vom Reich hört und doch nicht versteht,... (V 19). Dann klingt es gleich ganz anders, wenn am Ende der Rede Matthäus den Jesus fragen lässt, ob sie denn alles verstanden hätten. Wunderbar die Einfachheit der Antwort: ‚Ja!’. Das hat so etwas beseligend Normales, so etwas Selbstverständliches. Ja, sie haben verstanden, weil sie mit Jesus gingen.

 

Da Matthäus seine Gemeinde im Blick hat, wenn er von der Schülerschaft Jesu spricht, ist dieses JA auch ein mutig-selbstverständliches JA der Gemeinde der Glaubenden.

 

Ist es das, ein so selbstverständliches JA? Die ganze Gleichnisrede diente dazu, dieses JA zu stärken. Die Kraft der Gottesherrschaft wird ausgesät. Sie wird unterschiedlich fruchten, auch bei uns, den zur Gemeinde Gehörigen. Sie wird zu unterschiedlichen Zeiten unseres Lebens fruchten und mal wieder verloren sein und mal wieder fruchten. Dann kam die Bestätigung: Das Reich Gottes wächst von selbst und wird unendlich Raum schenken. Es wird – wie die unterschiedlichsten bunten Vögel im breiten Strauch – alle Völker sammeln und in der Sonne der Herrlichkeit Gottes ruhen lassen.

 

In den drei die Rede abschließenden Gleichnissen vom Schatz und Perle und Fischernetz betont Matthäus wieder, dass die Verbindung zur Gottesherrschaft kein hysterisches Feuerwerk ist. Es geht dabei um Ganzeinsatz. Es geht um Hingabe. Beide Begriffe will Matthäus aber nicht als Leben abschneidende, private Geißelungen sehen. Hingabe ist das Lösen von bisher Bindendem, weil man das Bedeutendste für sein Leben gefunden hat.

 

Einen solchen Satz muss man vermutlich mehrfach lesen. Er klingt so gewaltig. Menschen, die das in ihrem Leben geleistet haben, wissen, was damit gemeint ist. Die Hingabe ist ein kostbares Geschenk, wenn sie im eigenen Leben ‚dran’ ist. Sie befähigt, Bindendes, Besetzendes, Begehrendes abzugeben an die Größe Gottes. Wenn wir in den Gleichnissen lesen, dass die da Beschriebenen alles auf eine Karte setzten, dann ist das nichts anderes als das Vertrauen, das Richtige eingewechselt zu haben.

 

Die Hingabe als Leistungsübung, wie ich mich selbst immer noch im Mittelpunkt sehe, eine solche Hingabe ist meist eine furchtbare, fruchtlose Selbstkasteiung. Erst wenn der Schatz erkennbar ist, dann ist die Hingabe ein Geschenk des Geistes. Dann hat sie nichts mit Bußübung oder Lebenverquetschung zu tun. Dann weiß sie, dass Freiheit, Größe, Gottesbeistand gegeben ist. Diese beiden Gleichnisse strahlen so eine tiefe Sehnsucht aus, diesem Schatz begegnen zu dürfen.

 

Das letzte Gleichnis, das vom Fischernetz, fängt wieder das den Matthäus immer begleitende Thema ein: Es gibt ein Gericht, es gibt eine Verantwortung. Und man weiß aus Kap 25,31-46, wes Maß dieses Gericht ist. Die Realität der Gemeinde der Glaubenden kommt wieder in den Blick – nach so schöner Zuversicht des gewissen Wachstums des Himmelreiches und nach der wunderbaren Sehnsuchtserfüllung, den Schatz gefunden zu haben: Gott selbst.

Die Realität der Gemeinde ist, dass Gute und Böse beieinander sind. Das kannten wir schon vom Gleichnis des Weizens und des Unkrautes. Wie im Bild so plastisch dargestellt: ‚Die’ – in der Deutung des Gleichnisses von Weizen und Unkraut nennt Matthäus sie als die Engel Gottes – setzen sich hin und sortieren aus. So wird es sein, wenn wir unser Leben verantworten. Wieder die Warnung davor, das Leben aus dieser Verantwortung zu nehmen. Weinen und Zähneknirschen werden sein – Ausdrucksformen des großen Schmerzes.

 

Manchmal halten Menschen oder Institutionen sich für die, die unbedingt das Aussortieren zu bestellen hätten. Matthäus lässt auch hier wieder erkennen, dass das letztendlich der Bestimmung Gottes allein untersteht. Natürlich haben wir ein Gefühl, was recht und was unrecht ist. Natürlich muss eine Organisation auch Schlussstriche ziehen. Das (wieder einmal) Verrückte der Jesus-Messias-Botschaft ist, in aller Notwendigkeit der Regelung des Umgangs miteinander immer zu bedenken: Das Urteil Gottes entzieht sich unserem Wissen. Das Urteil Gottes bindet sich nicht an noch so einsichtige und hilfreiche Regelungen.

 

Diese Geschichte vom Fischfang spricht vom eindeutigen Gericht. Diese Geschichte lässt die große Nähe zur Wirklichkeit des Lebens erkennen. Auch das Leben einer Gemeinde steht in diesen Zusammenhängen. Es ist eine Herausrufung, die unterschiedlichsten ‚Typen’ in der Gemeinde respektieren zu lernen. Respekt ist, sie nicht mit Bewertungen zu belegen. Das Maß des Blickes Gottes auf einen Menschen vermögen wir nicht an der Stelle Gottes zu setzen. Die große Spannung liegt daran, dass Gott unendlich großzügig zu sein scheint und dass genau dieser Gott Verantwortung für unser Leben in der Schülerschaft seines Messias verlangen wird.

 

Am Ende der Gleichnisrede dann das Verstehen. ‚Ja’, sagen die Schüler Jesu. Wir haben verstanden. Das zeichnet sie aus gegenüber denen, die sehen und doch nicht sehen, die hören und doch nicht hören (V. 14-16). Es ist ein Privileg an die Jüngergemeinde, den Jesus als Messias erkannt und bekannt zu haben. Die Nichtverstehenden sind in der konkreten Gemeinde des Matthäus die jüdische Gemeinde. Jetzt könnte in der Gemeinde des Matthäus die Lust aufkommen, das Alte in Abgrenzung zur jüdischen Gemeinde über Bord zu werfen und das Neue der Jesus-Botschaft alleine zu sehen. Matthäus schließt daher seine Gleichnisrede mit einer Klarstellung ab: Das Alte, die Tora, die Propheten, die Psalmen, die Schriften – alles hat Bestand. All das Alte hat durch das Leben und Wirken Jesu eine neue Interpretation gefunden. In der Rede vom Berg hat Matthäus dieses Wissen an praktischen Beispielen vorgestellt (5,17-48).

 

Früher hat man uns gesagt, das Neue Testament sei ganz neu – bis hin zur Abspaltung des als überholt geltenden Alten Testamentes. Bibelausgaben mit nur dem NT sind keine Seltenheit. Matthäus bekräftigt, dass beide Testamente zusammen gesehen werden müssen. Wir verstehen das NT nicht, wenn wir das AT nicht mit bedenken. Besonders Matthäus weist uns immer wieder darauf hin.

 

Und wie soll man das verstehen? Auch dazu gibt Matthäus eine Anweisung an die Gemeinde: Die Schriftgelehrten, die der Heiligen Schrift Kundigen sind unverzichtbar in der Gemeinde. Was sie – neben den wissenschaftlichen Kenntnissen und Fertigkeiten – mitbringen müssen: Sie müssen ‚Schüler des Himmelreiches’ geworden sein. Das muss für die amtlich bestellten Schriftgelehrten so sein; es wird aber viele Frauen und Männer jenseits des Amtes geben, die Gelehrte der Heiligen Schrift sind und Schülerinnen und Schüler des Himmelreiches.

 

Ihr Matthias Schnegg