Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Brötchen holen
für das Klima

Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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  • SANKT MARIA
    IN LYSKIRCHEN

    AN LYSKIRCHEN 12
    50676 KÖLN

 

  • Die Kirche ist täglich
    in der Zeit von
    9 Uhr bis 18 Uhr
    geöffnet.
  • SONNTAGSMESSE
    IN LYSKIRCHEN:

    WÄHREND DER SOMMERZEIT UM
    19 UHR UND WÄHREND DER
    WINTERZEIT UM
    18 UHR, JEWEILS SONNTAGSABENDS

  • Herzlich Willkommen
  • Pfarrbüro
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Konto der Pfarrgemeinde
Sankt Maria in Lyskirchen

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom 22.05.2011, dem 5. Sonntag der Osterzeit

CHRISTUS Mosaik Cefalu, Sizilien
CHRISTUS Mosaik Cefalu, Sizilien

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin die gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

 

Joh 14, 1-12

Habt Mut

(zu Johannes 14, 1-12)

Pfarrer Matthias Schnegg
Pfarrer Matthias Schnegg

Als Glaubende, die über Jesus nur ‚von Ostern her’ reden und denken können, ist die Situation der Abschiedsreden eine gewisse Herausforderung. Der Evangelist Johannes weiß ja auch längst, dass Jesus auferweckt ist, dass er in seinem Geist gegenwärtig und wirksam ist. Dennoch begegnen wir einer Szenerie, in der Jesus vor seinem Tod sich von seinen Schülerinnen und Schülern verabschiedet. Wieder erfahren wir, dass der Evangelist die geschichtliche Situation der Schüler Jesu und die Situation der hörenden, glaubenden Gemeinde in einen Spiegel setzt.

 

Das Thema ist: Habt Mut, vertraut und ihr werdet von der Treue und dem Leben Gottes nicht enttäuscht werden. Mehr noch: Gott ist mit seinem Messias Jesus den Weg der Entäußerung, der Niederlage des Todes gegangen. Auf seine Macht jenseits des Todes dürfen sich die Schüler Jesu, darf sich auch die Gemeinde verlassen.

 

Wir wissen ja schon: Die Gemeinde des Johannes südlich von Damaskus ist eine (noch) jüdische Gemeinde, die von einer großen jüdischen Gemeinde umgeben ist, die in Jesus nicht den Messias sehen. Das ist die große Glaubensprobe. Johannes erzählt in der Form der Abschiedsrede, wie Jesus in die Bedrängnis gehen wird, die sogar mit dem Tod endet. Alle Empfindungen eines solches Abschiedes dürfen wir mitdenken. Die Erzählung dieses Abschiedes dient der Gemeinde des Johannes (und uns heute vielleicht auch) als eine Ermutigung: Wir können den Weg des vertrauenden Glaubens weitergehen, auch wenn die Bedrängnis uns in die Not des Misstrauens gegen Gott bringen könnte.

 

Unsere Lebenssituation unterscheidet sich fundamental von den Umständen der Schülerinnen und Schüler zur Zeit Jesu; sie unterscheidet sich auch von dem, was unsere Lebensfragen heute sind. So unterschiedlich die Situationen sein mögen, so eindeutig gleich ist die Botschaft: Bleibt im Vertrauen auf Gott. Er wird obsiegen gegen die Mächte, die in der Welt sich groß machen. Er geht mit durch die Niederung. Er ist bleibend das Leben, auch gegen den Augenschein.

 

Das ist für manche gewiss wieder eine schwere Kost, weil es so leicht nach Vertröstung aussieht. Von Vertröstung kann aber nur sprechen, der im Glauben skeptisch ist (wofür es ja Gründe gibt!). Die Botschaft des Evangeliums möchte diese Skepsis aber überwinden. Grund dafür sind das Leben und Sterben Jesu und seine Auferweckung aus dem Tod.

 

Unser Text beginnt mit der Mahnung Jesu, nicht den Mut zu verlieren. Das ist für Jesus (und den Evangelisten) keine Durchhalteparole. Gleich wird angegeben, wie der Verzweiflung gegenzuwirken ist: Vertraut auf Gott, vertraut auf Jesus. Jesus setzt mit seinem Vertrauen Gottes unbedingte Treue gegenwärtig. Diese Gegenwart – das ‚Wohnen Gottes bei den Menschen’ – ist diesseitige Zusage. Für die glaubenden Leser des Evangeliums ist die Geschichte Israels präsent: Gott handelt an seinem Volk und geht Leben erhaltend mit seinem Volk. Diese Rettung Gottes ist gebündelt in der Überlieferung der Rettung aus Ägypten. Diese Rettung Gottes findet ihre volle Kraft in der Auferweckung Jesu aus dem Tod. (Hier merken wir, wie Johannes ganz aus der österlichen Erfahrung schreibt, obwohl die beschrieben Szene vor Ostern spielt.)

 

Noch einmal unterstreicht der 3. Vers, dass Jesu Weggehen kein Verlassen ist. Johannes glaubt an die endgültige Rettung, die durch Jesu Wiederkunft den Menschen offensichtlich ist. Jesus wird da sein, wo die Seinen sind – eine erneute Beschreibung der Gegenwart des auferstandenen Herrn in die Menschen, die seinem Wort folgen. Das ist dann auch der Weg: Welt, Leben, Gott zu erfahren, wie Jesus es gezeigt und gelehrt hat.

 

Dann kommt wieder ein Einwurf aus vorösterlicher Perspektive. Thomas stellt fest, dass er (wie die anderen) Jesu Weg und Ziel nicht kennt. Das zeigt uns als heute Lesenden, dass die volle Erkenntnis Jesu, des Messias, sich erst (und einzig) aus dem Glauben an die Ostererfahrung erschließt.

 

Im Vers 6 begegnet uns die große Selbstoffenbarung Jesu. Wieder ist es ein ‚Ich-bin-Wort’, das uns die Nähe zum Gottesnamen JHWH nahelegt. Jesus ist der Weg. Er geht (vorösterlich) seinen Weg – den der Hingabe, des Leidens, des Todes. Jesus ist die Wahrheit. Mit Wahrheit ist hier nicht die unantastbare dogmatische Formulierung gemeint. Jesu Weg, seine Hingabe, sind Zeugnis über die Wahrheit Gott: So ist Gott, dass er den Bedrängten nicht alleine lässt, mit ihm geht. Jesus ist das Leben. In seiner Auferweckung offenbart sich die eben beschriebene Wahrheit Gottes.

 

Dieser Weg lädt gesunde Menschen nicht zur Nachahmung ein. Der Evangelist aber sagt, dass wir in die Wahrheit Gottes nicht kommen, wenn wir diesen Weg Jesu scheuen oder ablehnen. Gottes Macht offenbart sich in der Ohnmacht – uns vorgestellt in dem Messias Jesus.

 

Erneut wird die Szene aufgerissen durch die Bitte des Philippus, Jesus möge ihnen doch den Vater zeigen. Als ob Jesus abseits vom Vater zu verstehen wäre. Das Johannesevangelium bestärkt noch einmal, dass wir an Jesus den gegenwärtigen Gott erleben. Wer den Weg Jesu nachgeht, der lebt in der Beziehung mit dem gegenwärtigen Gott. Auf diese untrennbare Einheit von Jesus und Gott geht die Frage des V 11 ein: Glaubt mir, dass ich im Vater bin, und der Vater in mir ist.

 

Und wenn der sich abstrakt anhörende Glaube schwer Vertrauen wecken kann, dann, so das Evangelium, mögen die Heilswerke Jesu helfen, dieses Vertrauen zu gewinnen.

 

Unser Text endet nicht, ohne die Perspektive dieser gegenwärtigen Lebenskraft Gottes zu eröffnen. Das absolute Vertrauenszeugnis Jesu in Gott wird Menschen befähigen, dieses Vertrauen selbst in ihr Lebenshandeln umzusetzen. Auch in Zeiten der Bedrängnis. Jesus geht zum Vater – das drückt das neue Leben aus, das in der Auferweckung vom Tod sich erwiesen hat.

 

Auferweckung bedeutet zugleich, dass Leben weitergeht. Heilsgeschichte, Heilsschöpfung Gottes hört nicht auf. Das werden all die erfahren, die sich mit ihrer Lebenspraxis dem Messias Jesus anschließen. Die Auferweckung macht den Mut, Gott mehr zu trauen als den Mächten, die Leben wegnehmen. Daher schwärmt das Evangelium, wenn es sagt, dass da eine ungeheuere, Leben wandelnde und heilende Kraft gegeben ist. ‚Noch größere Werke’ werden die vollbringen, die Jesus nachahmen. Wir tun uns schwer, weil doch niemand sich erdreisten wollte, sich auf eine Stufe mit dem Messias Jesus zu stellen, geschweige denn ihn zu überflügeln. Das Wort von den ‚noch größeren Werken’ ist eher eine Umschreibung, dass in der oft so unheilvoll erlebten Welt eine unzerstörbare Lebenskraft gegenwärtig ist.

 

Kann gut sein, dass unsere Glaubenskraft angesichts dieser gewaltigen Gewissheiten längst auf der Strecke geblieben ist. Das Evangelium will Mut machen, begründeten Mut aus dem Vertrauen auf Gott. Der Evangelist ist überzeugt, dass dieses Vertrauen nicht nur Krisen meistern hilft, sondern ungeahnte Fülle von Leben eröffnet. Es ist ganz einleuchtend, wenn wir da nur sehr begrenzt mitkommen. Wir haben die ‚volle Wahrheit’ der Gegenwart Gottes meist nicht erkannt. Daher ist uns der Beistand, der Tröster, der Geist – eben die Lebenskraft Gottes selbst gegeben.

 

Gewiss, annehmen können wir all das nur aus der Perspektive des Glaubens oder des Glaubenwollens. Manchen wird das unerreichbar sein, weil die bedrängenden Lebenssituationen so hart drückend sein können. Manchen ist es geschenkt, aus diesem Vertrauen auf das Innewohnen Gottes sich den (manchmal sehr bedrängenden) Anforderungen des Lebens zu stellen.

 

Glaubende sind es, die eine solche Ausstrahlung bekommen können. Oft sind sich die so Glaubenden dessen (Gott sei Dank?) nicht bewusst. Da kommen dann Verlegenheiten, wenn Menschen sich den Armen zuwenden und die fragen, warum man das tue. Es muss da nichts erläutert werden, kein selbstgewisses Bekenntnis kommen. Das auch in Not mit Aushaltende wird zum Zeichen einer Gottgegenwart. Meist kann man das nicht machen: Es ist der Tröster, der Beistand, der Geist, der diese Macht Gottes sichtbar sein lässt.

Ihr Matthias Schnegg