Köln, am

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Ja, mir san mit'm
Radl da

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Shakehands

Happy wife -
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Kleine Sünden ...

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Tote begraben


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MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom 20.03.2011, dem 2. Fastensonntag 2011

VorBlick

(zu Matthäus 17,1-9)

Pfarrer Matthias Schnegg
Pfarrer Matthias Schnegg

Wie eine Glaubensmut bewahrende Vor-Ostergeschichte steht die österliche Vision der Verwandlung Jesu da. Sie wird uns verstehbarer aus dem Kontext des Evangelium: Da war die zentrale Frage, für wen die Menschen den ‚Menschensohn’ halten. (16,13-20) Das Bekenntnis des Petrus bestärkt alle Glaubenden: Jesus von Nazareth ist der Messias!

Mit der Gestalt des Messias dürfen die Glaubenden die Begegnung mit der Herrlichkeit Gottes erwarten – eine glanzvolle, heile Perspektive.

 

Wir wissen, wie die Geschichte weiter gegangen ist: Zum ersten Mal werden Leiden und Auferweckung Jesu angekündigt. (16,21-23) Die Reaktion des Petrus ist sehr nachvollziehbar: ‚Gnade dir Gott!’ Für Petrus - und damit für die glaubenden Juden – ist es unmöglich, sich den Messias, den Träger der Herrlichkeit Gottes, als Leidenden vorzustellen. Das Sterben am Kreuz ist nach der Tora ein schändlicher, Gott verlorener Tod. Wir ahnen, was eine solche Zumutung bei Juden ausgelöst hat. Die Gemeinde des Matthäus besteht aus Juden, die diese Unvorstellbarkeit begreifen lernen müssen. Selbst wenn wir als Nichtjuden diesen Konflikt nicht haben, so stößt auch unser Verständnis für die ‚Notwendigkeit des Leidens’ immer wieder an Grenzen. Nicht selten bricht das Vertrauen in Gottes Heilszusage, weil Leiden so zerstörerisch und Menschenwürde verhöhnend missachtend erfahren wird. Der Glaube an Jesus, den Christus, mutet uns diese Ungeheuerlichkeit zu.

 

Matthäus weiß das, denn er baut sein Evangelium bewusst auf. Leiden und Tod Jesu sind brutal, für glaubende Juden mehr noch als für uns. Wir können das Leiden des Jesus Messias leichter hinnehmen, weil wir die Auflösung kennen, den Triumpf der herrlichen Auferweckung aus dem Leiden und dem Tod. Das anzunehmen fällt schon schwer genug. Aber da sind wir eher Zuschauer.

 

Ehe es zur ‚Auflösung’ kommt, verschärft Matthäus das Problem, indem er uns unausweichlich mit einbindet: Es folgt in 16,24-28 die Aufforderung zur Leidensnachfolge!

Den Schülerinnen und Schülern Jesu wird zugesprochen: „Wer hinter mir her gehen will, soll sich selbst verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen“ (V.24). Vielen von uns ist diese Aussage ein fast unerträglicher Brocken. Wer Leiden kennt, wer weiß, wie schwer das Kreuztragen in der Wirklichkeit eines Alltages sein kann, der fühlt die geballte Ohnmacht, die Schmerz und Leiden zurücklassen können. Manchen ist in solchen Situationen der Glaube an die Herrlichkeit Gottes ein unendlicher Trost; andere fühlen sich durch die Aufforderung zum Vertrauen auf Gottes Herrlichkeit noch abgründiger verlassen.

 

In diesem Kontext also treffen wir auf die wunderbare Erzählung von der Schau der Verwandlung Jesu in die Herrlichkeit Gott, die Herrlichkeit des Messias Gottes! Diese Geschichte ist untrennbar mit der Realität der Leidenserfahrung und der Leidensgewissheit verbunden. Das Evangelium setzt diese Geschichte bewusst hier ein. Menschen sollen zum Glauben ermutigt sind, der Lebenskraft der Herrlichkeit Gottes mehr zu trauen als dem Untergang des Leidens - trotz allen möglichen Leidens.

 

Erzählerisch schafft Matthäus Verbindung zur Passion: Die drei ausgewählten Apostel gehören zu den Erstberufenen, sie werden mit im Garten Getsemani sein. Auch der Berg als Ort hat seine tragende Bedeutung: Ort der Gotteserscheinung wie der Sinai, Ort der Versuchung, Ort der Berglehre, Ort der Leidensangst, Ort des Kreuzes.

 

Diese Beschreibungen bezeugen, wie unterschiedlich und aufgeladen die Spannung zwischen Leiden und Herrlichkeit Gottes ist. Sie findet auch in unserer Geschichte keine Auflösung. Sie findet in der ‚Verklärung’ eine Ermutigung zum Vertrauen – jedem, der glaubt!

 

Beladen mit allen Fragen, wie Gottes Herrlichkeit und Leiden zusammengehören können, wird von der Verwandlung Jesu gesprochen – leuchtendweißes Gewand und Strahlen des Gesichtes. Mose und Elija treten auf – sie stehen für die Säulen des jüdischen Glaubens: Gesetz (Tora) und Propheten. Diese Garanten des Glaubens Israels bestätigen durch ihre Anwesenheit den Anspruch Jesu, der Messias Gottes zu sein. Für die glaubenden Juden (und das sind die Mitglieder der Gemeinde des Matthäus) hat das entscheidende Bedeutung. Es erfüllt sich die Zusage Gottes. Aus menschlich nur begrenzt nachvollziehbarer Weise erfüllt sich diese Zusage über den Weg des Leidens...

 

Weil das für uns so unvorstellbar ist, will Petrus auch die Hütten bauen: Der Anflug eines Verstehens, der unverrückbare Punkt einer trostvollen, erfüllenden Klarheit – das mag standfeste Gewissheit sein und bleiben. Eben: Hütten bauen, sesshaft sein in unbezweifelbarem Glauben ...

 

Das Leben spielt anders. Anders als bei Markus (hier wird Petrus dafür getadelt) tritt bei Matthäus Gott selber in diesen Wunsch nach bleibender Klarheit: Die Lichtwolke ist Gottes Gegenwart. Sie wiederholt, was bei der Taufe Jesu schon bezeugt wurde: Dieser Jesus ist der ‚geliebte Sohn’. Hinzu kommt die Anweisung: „Auf ihn sollt ihr hören!“ In dieser Aufforderung steht der Hinweis auf die Bedeutung von Wort und Tat Jesu als Hilfe zur Nachfolge. Im Zusammenhang unseres Kontextes aber spitzt sich dieser Hinweis zu auf die Nachfolge auch im Leiden. Wir sind wieder an der Grenze dessen, was wir mit menschlichem Gemüt verstehen und annehmen können und mögen.

 

Matthäus gestaltet jetzt – sehr viel ausführlicher als Markus – aus, wie der irdische Jesus uns Hilfe ist zur Nachfolge. Jesus tritt zu ihnen (das wird er als Auferstandener auch tun), fasst sie an, sagt ihnen, dass sie aufstehen mögen. Die Erzählung bemerkt, dass ab jetzt Mose und Elija nicht mehr da sind. Jesus, der vertraute Mitgeher mit seinen Schülerinnen und Schülern, dieser Jesus ist wieder da.

 

In der Dramaturgie des Matthäusevangeliums ist damit der VorBilick in das österliche Ereignis abgeschlossen. Die Schüler Jesu gehen mit dieser konkreten irdischen Gestalt des Jesus von Nazareth weiter.

 

Wir wissen, dass Matthäus das nicht erzählt, um den historisch genauen Ablauf des Weges Jesu zu beschreiben. Matthäus erzählt von Jesus um des Glaubens seiner Gemeinde willen. Die Gemeinde kennt die Not des Leidens, die Gemeinde weiß, dass der Mensch schier verzweifeln kann an der unerklärlichen Spanne von abgründigem Leiden und erhebender Herrlichkeit Gottes. Natürlich können Menschen in ihrem Glauben an dieser Zumutung zerbrechen. Natürlich können Menschen sich abwenden von einem Gott, der Leiden nicht auslöst. Matthäus schreibt für Glaubende. Er wird für Menschen geschrieben haben, die sich ebenso schwer tun mit dem Ertragen des Leidens. Denen spricht er wie in einem VorBlick von dem unerschütterlichen Glauben an die Kraft des Lebens, das allein Gott schenkt. Eine Kraft, die wider den Tod geht. Damit wird die Brutalität des Leidens nicht schöngeredet!

 

Die Erzählung des österlichen VorBlicks, die Verwandlung, Verklärung Jesu endet mit dem Gebot zu schweigen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist. Die beschrieben Spannung zwischen Leiden und Heilszusage wird für Glaubende nur hinnehmbar im Glauben an das unendliche Leben Gottes. Diesem Leben Gottes sollen Menschen trauen lernen, indem sie den Weg des Jesus als den ihren annehmen – auch über den Weg der Leidensnachfolge.

 

Manchmal ist es uns geschenkt, diese Kraft der Auferstehung ohne jede Einschränkung zu glauben. Manchmal ist uns geschenkt, darin ein große Gewissheit und einen heilenden Trost zu finden. Das sind österliche VorBlicke. Wir sehen die Spannung, die wieder gegeben ist: Wir leben aus dem Bekenntnis von Leben, Tod und Auferweckung Jesu. Und zugleich ist es uns, als gingen wir dahin, seien noch auf dem Weg zur Auferweckungsbotschaft.

 

Das Evangelium weiß offensichtlich, dass so der Weg des Glaubens geht. Darum schenkt es VorBlicke und endet mit der handgreiflichen Rückführung zur Gestalt des irdischen Jesus. Von dem lernen Menschen, was es heißt, sich im Glauben an Gott unerschütterlich zu wissen. Von Jesus lernen Menschen, dass im Hinterhergehen das Vertrauen in den Willen des himmlischen Vaters wächst. Bleibend ein Weg. Matthäus sagt, dass dabei Jesu zu uns tritt, uns ‚an der Hand’ nimmt und uns heißt aufzustehen – der Ostergewissheit unseres eigenen Lebens entgegen.

 

 

Ihr Matthias Schnegg