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MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom 15.05.2011, dem 4. Sonntag der Osterzeit 2011

Der gute Hirte Priscilla-Katakombe, Rom
Der gute Hirte Priscilla-Katakombe, Rom

Ich bin die Tür zu den Schafen

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

 

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.  

 

Joh 10, 1-10

Der Zugang

(zu Johannes 10,1-10)

Pfarrer Matthias Schnegg
Pfarrer Matthias Schnegg

Mit dem 10. Kapitel eröffnet das Johannesevangelium die Rede im Bild des Hirten. Manche Romantik hat sich aus diesem Bild genährt. Im Evangelium nach Johannes ist es eingebettet in das Gesamtwerk und erfährt auch daher seine Aussageabsicht.

 

Eng verbunden ist unsere Perikope mit der von der Heilung des Blindgeborenen (Kap 9). Der Höhepunkt dieser Geschichte bestand im Bekenntnis des Geheilten, dass Jesus der Messias, der Sohn Gottes, der Menschensohn ist. Damit hätte die Erzählung der Blindenheilung beendet sein können. Da aber Evangelisten für eine ganz konkrete Lebenssituation schreiben, verstehen sich ihre Erzählungen aus dem Zusammenhang ihrer aktuellen Lage. Johannes (wie die anderen Evangelisten auch) setzen das Erleben der Schülerinnen und Schüler Jesu gleich mit der Situation der Gemeinde, der das Evangelium zugewidmet ist. Die Johannes-Gemeinde lebt als jüdische Minderheit umgeben von einer jüdischen Mehrheit. Die Mehrheit bilden die, die Jesus nicht als den Offenbarer Gottes, als den Messias anerkennen.

 

Daher endete die Geschichte von der Blindenheilung mit dem scharfen Angang an die Pharisäer, dass sie ‚in der Sünde’ bleiben, weil sie sich für ‚sehend’, also erkennend halten, Jesus als Messias aber nicht bekennen. Wegen der Verweigerung dieses Bekenntnisses werden sie ‚in der Sünde’ bleiben. (9,41) Sie hätten es besser wissen können, ist das Johannesevangelium überzeugt.

 

Wenn im gleich anschließenden Bild vom Hirten von ‚Dieben und Räubern’ die Rede ist, dann sind es die gleichen Adressaten: die Juden, die Jesus nicht als Messias anerkennen. Im 9. Kapitel ging es um das rechte ‚Sehen’ (in den Taten Jesu), im 10. Kapitel geht es um das rechte ‚Hören’ (auf die Reden Jesu). Nun entfaltet sich das Bild von Hirt und Herden als eine Darstellung der Auseinandersetzung mit den Juden zur Zeit des Johannes.

 

Ganz klar wird, dass der einzig legitime Offenbarer (Hirte) Gottes Jesus ist. Die, die sich der wahren Offenbarung Gottes – so das Johannesevangelium – nicht stellen, kommen auf verbrecherischem Weg. Sie kommen bei Nacht, vor dem Hirten; der kommt am Morgen. Wie wir im weiteren Verlauf unseres Textes merken, hat auch die ‚Tür’ einen hohen bildhaften Wert.

 

Dieb und Räuber haben nichts weiter vor, als den ihnen Anvertrauten das Leben zu nehmen (V 10). Der Hirt aber wird Leben geben – in unerfasslicher Überfülle (10,10). Der Dieb kommt bei Nacht. Was er vor hat, erschließt sich erst aus Vers 10. Vom Hirten aber wird erzählt, dass es ein wohles, Vertrauen getragenes Verhältnis zueinander gibt: Sie werden alle Namen um Namen gerufen. Das bedeutet, dass dem Hirten etwas an den Seinen liegt, ganz individuell, würdigend, mitgehend.

 

Das Bild wird uns entfaltet, damit wir immer wieder auch unsere eigene ‚Sachhälfte’ danebenstellen. Das Bild stellt das Verhältnis der Glaubenden zu Jesus da. In der Beziehung zu ihm ist jede und jeder gesehen, in seiner Einzigkeit angenommen und zum Leben geführt. Der Vers 4 beschreibt diese bergende Idylle: In der Beziehung mit Jesus kann ich mich aufgehoben wissen. Er wird mich ein und ausgehen und Weide finden lassen. Diese Bilder benennen die Großzügigkeit des Lebens, das unter der Vorgabe des Messias Jesus zu erwarten ist. Johannes schreibt dies ja an Glaubende. Mit dieser Bemerkung bestärkt er sie, diesem Verhältnis zu Jesus zu trauen. Denn solche, die davon abbringen wollen – die ‚Diebe und Räuber’ sind natürlich nicht auf immer weg aus der Welt.

 

Bis zum Vers 5 geht die erste Szene des Hirtenbildes. Vers 6 stellt nüchtern fest, dass die Angeredeten – die, die Jesus nicht als den Messias bekennen – nichts verstanden haben. Dabei ist das Bild vom Hirten im jüdischen Glauben sehr vertraut. In den Psalmen wird von Gott als dem Hirten Israels gesungen ( z. B. 77,21; 95,7; 100,3). Besonders eindrücklich – und unseren Text gewiss inspirierend ist die Hirtenrede des Propheten Ezechiel (34). Diese Rede lohnt sich zu lesen. Sie springt geradezu an, die, die sich die Hirten im Auftrage Gottes nennen, unter besonderer Aufmerksamkeit anzuschauen. Wenn die Juden Gott selber als den Hirten Israels benennen, dann setzt das große Maßstäbe für alle, die sich in der Berufung als Hirten des Volkes Gottes heute verstehen. Dabei kann es eben nicht um Selbstsucht, um Wahrung der eigenen Organisation und Macht gehen, sondern um die gegenwärtige Darstellung JHWHs selber.

 

Das Johannesevangelium setzt Jesus gleich als den Hirten, der Gott JHWH selber ist. Das unterstreicht die Autorität, dass Jesus nach dem Evangelium des Johannes der einzige legitime Offenbarer Gottes ist – und dass der Mensch ‚ein- und ausgehen und Weide’, d. h. Leben finden kann, nur, indem der Glaubende der Stimme Jesu, des Messias, nachgeht.

 

Ein weiteres Bild gewinnt jetzt große Bedeutung: Im Vers 7 wird gedeutet, was in den vorherigen Versen schon angesprochen, aber noch unerklärt blieb: Die Tür ist Jesus selbst. Tür ist er in zwei Richtungen: Er sucht und hat den Zugang zu den Schafen. Gott ist es, der durch ihn in die Welt und in die Gemeinde kommt.

Zum Zweiten: Er ist die Tür für die Schafe. Für die Glaubenden erfüllt sich die Zusage des guten Hirten JHWH, indem sie Jesus als dem Schenker des unendlichen Lebens glauben. Wieder begegnen wir den ‚Dieben und Räubern’, jenen, die diese Offenbarungskraft Jesu nicht anerkennen. Die zeitgeschichtliche Prägung des Johannesevangeliums wird wieder sehr deutlich. Johannes stellt beruhigt fest, dass die Glaubenden auf die verwirrenden Stimmen der ‚Diebe und Räuber’ nicht hören. Das macht frei, sich den wunderbar Leben schenkenden Zusagen an die Glaubenden zu öffnen.

 

Unser Bildabschnitt (es folgt in 10,11-21 eine Wiederaufnahme der Bildmotive) endet mit der Gewissheit des Glaubens: Die ‚Diebe und Räuber’ haben nur sich im Kopf und vernichten damit Leben. Der richtige Hirt dient dem einen: dass die ihm Nachgehenden Leben haben. Und zwar unendliches Leben.

 

Bisher haben wir vielleicht auch etwas distanziert der Auslegung des Bildes folgen können. Die Situation der Gemeinde des Johannesevangeliums war eine andere als die unsrige heute. Man wird sicher auch versucht sein können, in den ‚Dieben und Räubern’ die Leugner des Gottglaubens oder die Verlacher der Kirche zu sehen. Das Bild scheint mir noch grundsätzlicher annehmbar.

 

In der Architektur von Maria Lyskirchen wird der Inhalt dieser Bildrede sehr plastisch – und das, ohne überhaupt ein Bild vom Hirten zu zeigen. Über dem Portaleingang ist (durch den Zahn der Zeit nicht mehr sichtbar, sondern nur erahnbar) in der Mitte das Lamm dargestellt gewesen. Das österlich siegende Lamm. Es hat die ‚feindliche Wut’ (wie die Umschrift wohl benennt) durch seine Hingabe und die Lebensfülle Gottes besiegt. Die ‚feindliche Wut’, das können gut die sein, die im Textbild als ‚Diebe und Räuber’ benannt sind. Die sind aber mehr als die Gruppe der jüdischen Mehrheitsgemeinde. Es sind all die Mächte, die in uns selbst stecken – Neid, Stolz, Habgier, Verschwendung. Diese Worte klingen wie Moral. Sie sind aber oft das, was Leben verhindert – wie im Bildwort benannt. Die Einladung der mittelalterlichen Architektur heißt: Tretet durch die Türe ein.

 

Diese dingliche Türe als Eingang zum Kirchenraum ist Symbol für die Person des Messias Jesus. Wenn wir denn glauben, dass in ihm der Hirte Israel, JHWH, zu den Menschen gekommen ist, dann ist sein Leben und Handeln (seine Stimme und sein Vorausgehen) die Lockung, ganz anders auf die Welt zu schauen. Und dieser ‚andere’, Jesus nachgehende Blick, verheißt Lösung aus der Macht der ‚Diebe und Räuber’ in uns, die uns am Leben hindern.

 

In Maria Lyskirchen entfaltet sich an den Gewölben die Grundlage der Offenbarung: Biblische Geschichten, die geschrieben sind, damit wir zum Glauben kommen, dass JHWH, der eine und einzige Gott, wirklich gelingendes Leben für uns will und hat. Und wenn wir glauben, dass Jesus wahrlich der Offenbarer dieses einen und einzigen Gottes ist, dann ist es so unendlich heilsam, seinen Worten und Taten folgen zu lernen und darin Leben zu finden.

Es ist sehr ermutigend, dass es genügend Menschen gibt, die durch ihr Mitgehen mit dem Messias Jesus eine beruhigende, weit öffnende Fülle an Leben gefunden haben. Gegen manche Verzagtheit, wie der weitere Verlauf des Johannesevangeliums uns ermutigend zusprechen wird.

 

Ihr Matthias Schnegg