Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Brötchen holen
für das Klima

Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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  • SANKT MARIA
    IN LYSKIRCHEN

    AN LYSKIRCHEN 12
    50676 KÖLN

 

  • Die Kirche ist täglich
    in der Zeit von
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    IN LYSKIRCHEN:

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom 13.03.2011, dem 1. Fastensonntag 2011

Bewährt

(zu Matthäus 4,1-11)

Pfarrer Matthias Schnegg
Pfarrer Matthias Schnegg

Warum bekennen Menschen: Ich nehme JesusChristus zum Maß meines Lebens? Warum billigen Menschen Jesus zu, die maßgebende Autorität für ihr Leben und für ein gelingendes Leben der Welt zu sein? Es ist der Glaube, dass Jesus von Nazareth der Messias, der Christus Gottes ist. So wir Gott glauben können, bezeugt das Neue Testament Jesus als den ‚Messias’, den ‚Christus’, den ‚Sohn Gottes’... All diese Benennungen Jesu von Nazareth gründen auf dem Glauben, dass Gott diesen aus dem Tod auferweckt hat. Frauen und Männer, die bei Jesus während seines Lebens in die Schule gegangen sind, bekennen: Gott hat ihn auferweckt aus dem Tod! Das ist ein Glaubensbekenntnis. Die meisten von uns folgen diesem Glaubensbekenntnis.

 

Auch die Evangelien sehen ihre Aufgabe darin, Menschen in diesem Glauben zu bestärken und sie einzuladen, in ihrer Lebenspraxis hinter Jesus her zu gehen. Ebenso dient die Prägung des Jahres aus glaubender Sicht (Kirchenjahr) dazu, das Bekenntnis zu Jesus als dem Christus zu stärken. JesusChristus ist das Maß dieses Bekenntnisses. Daher geht es gleich zu Anfang darum, diese Bedeutung Jesu als des Christus, des Sohnes Gottes zu untermauern. In diesem Jahr folgen wir dabei dem JesusChristusbild des Matthäusevangeliums.

 

Ehe das Evangelium Jesus in der Öffentlichkeit auftreten lässt, hat der Evangelist dargestellt, wie sein Bild von Jesus, dem Christus konturiert ist (durchaus in feinsinnigen Unterschieden zu anderen Evangelisten). Gewichtig dabei ist die Selbstverständlichkeit, dass Jesus Jude ist, dass Matthäus und seine Gemeinde auch Juden sind. Sie wollen keine neue Religion, sie wollen den Glauben an JHWH, den Gott der Erzeltern, aus dem Ereignis der Auferstehung JesuChristi deuten. Daher hat Matthäus eine Kindheitsgeschichte vor das öffentliche Wirken Jesu gestellt. Sie bezeugt, dass Jesus ganz in der Heilsgeschichte der Juden beheimatet ist – dass er der Sohn Davids, der Sohn Abrahams ist (1,1). Er erfüllt die Verheißung des Immanuel (1,23). Er ist das Kind, das Gottes Herrschaft – gegen die Herrschaftslust der Weltmächtigen – aufrichten wird. Universale Heilsbedeutung hat dieser Immanuel (die Magier aus dem Morgenland, 2,1-11).

 

Das Ereignis der Taufe Jesu bekennt: Dieser Jesus von Nazareth ist der Sohn Gottes. Israel wird im Alten Bund auch ‚Sohn Gottes’ genannt. In der Person Jesu verdichtet sich dieser Titel zum göttlichen Bekenntnis: Jesus von Nazareth ist der Sohn Gottes. (3,17) Das ist ein gewaltiger Titel. Darin offenbart sich Gott selbst. Darin liegt die Autorität, die Jesus zuzugestehen ist. (In Erinnerung sei, dass das Evangelium keine historische Chronologie aufzeichnet, sondern ‚rückwärts’ die Geschichte Jesu erzählt; ‚rückwärts’ heißt: Vom Ende der Geschichte her, vom Bekenntnis an die Auferstehung und dass Jesus als der Immanuel Gottes bei uns bleibt bis zum Endgericht der Welt (28,20).

 

Die Geschichte von der Versuchung Jesu in der Wüste gehört untrennbar zur Taufgeschichte dazu. Beides sich Geschichten, die Jesus als den Sohn Gottes bezeugen. In der Taufszene ist es die Stimme des Himmels, die dies bekundet. In der Versuchungsszene bewährt sich Jesus als der, der wirklich ganz und gar im Gehorsam Gottes steht. Matthäus wird nicht müde, in seinem Evangelium die Treue Jesu zum Willen des Vaters zu bezeugen. Jesu Heilswirken liegt darin, der Wegweisung Gottes bedingungslos zu folgen und alles allein von Gott zu erwarten.

 

Unsere Perikope ist die Bewährungsgeschichte Jesu, denn er besteht die Versuchungen der Widermacht Teufel. Jesus wird dargestellt als souverän auf Gott Bauender. Der Teufel kann ihm nichts anhaben. Matthäus – für Juden und damit Kenner der Schriften der jüdischen Bibel schreibend – lässt Erinnerungen wach werden, die den Juden sehr vertraut sind: die Geschichte des eigenen Volkes in der 40 –jährigen Wüstenwanderung. Die Zahl 40 kehrt wieder; die Versuchung durch mangelnde Nahrung; die Versuchung als Versuch, den Menschen von Vertrauen auf Gott wegzubringen. Die Not ist menschlich dicht; es könnte das Vertrauen fehlen, dass Gott wirklich hilft. Aber auch von Abraham wissen die Glaubenden, dass er durch Prüfung hindurch sein Vertrauen auf Gott bekräftigt hat. Wieviel mehr nun bei dem, den die Glaubenden den ‚Sohn Gottes’ nennen!

 

Die Wüste ist unter Anderem der Ort der verwirrenden und zerrenden bösen Geister. Nach Erzählung des Matthäus geht Jesus in die Wüste, um da vom Teufel versucht zu werden. Er wird getestet, ob bei bedrohlicher Lebensenge sein Vertrauen auf Gott reicht. An diesem unbedingten Vertrauen hängt auch das Bekenntnis, dass Jesus der von Gott beglaubigte ‚geliebte Sohn’ ist.

 

Matthäus erzählt diese Konfliktstimmung, um die Person Jesu zu skizzieren, aber auch, um die Gemeinde der Glaubenden zu ermutigen, der Zusage Gottes im Leben, auch in der Not, zu trauen. Oft schwingt die Frage mit, warum Gott es nicht grundsätzlich verhindert, dass Menschen in Versuchung geführt werden. Das Vaterunser bittet darum, uns diese Probe unserer Glaubensfestigkeit zu ersparen.

 

Jesus lebt in der Wüste und fastet – wie die großen Vorbilder Mose und Elija – 40 Tage und 40 Nächte . Dann erst hungert es ihn. Jetzt tritt der Teufel heran. So vernichtend der Teufel versuchen wird zu handeln – das Herantreten bezeugt eine gewisse Form der Ehrerbietung. Der Teufel greift auf, was bei der Taufe gerade als himmlische Zusage gemacht war. Er benennt die Tatsache: Du bist Gottes Sohn! Und dann lockt er die Macht, die ihm damit gegeben ist, dass er aus Steinen Brot machen könne. Bei den Speisungswundern wird Jesus Überfülle an Brot schenken, kraft der göttlichen Vollmacht. Aber diese Vollmacht nutzt Jesus nicht für sich, sondern in Erfüllung des Willens Gottes. ‚Alle Gerechtigkeit’ gelte es zu erfüllen, hat Jesus bei der Begegnung mit dem Täufer gesagt (3,15). Gottes Wort und Weisung sind tragend.

 

Die zweite Versuchung zielt auf ein spektakuläres Schauwunder: Zeig, dass du der Sohn Gottes bist, indem Gott dich vor dem Fall bewahrt. Am Ende seines Evangelium wird dieses Motiv von Matthäus wieder in Erinnerung gerufen: Dreimal wird Jesus von Spöttern aufgefordert, vom Kreuz herabzusteigen, wenn er denn der Sohn Gottes sei. Dem Willen des Vaters treu zu bleiben ist die Antwort. Immer wieder gelüstet es den Menschen (gewiss auch uns), dass Gott seinen Christus (und auch uns, seine Gläubigen) bestätigt, indem er spektakulär aus Not und Bedrängnis heraushilft. Es geht aber um das Vertrauen auf Gott und die Treue zu ihm.

 

Die dritte Versuchung zeigt die ganze Welt zu Füßen Jesu. Dieses Bild erklärt sich aus dem damaligen Weltbild, dass die Erde eine Scheibe sei und man von einem hohen Berg aus das Ganze überblicken könne. Der Versucher bietet Weltherrschaft an: irdische Reiche gegen das Himmelreich (von dem Matthäus viel erzählen wird); irdische Herrlichkeit gegen göttliche Herrlichkeit, die in Jesus aufleuchtet durch seine Auferweckung. Wieder erinnern sich Kenner der Bibel an die Geste Gottes, der Abraham und Mose das verheißene Land zeigt. Die Macht, die nun Jesus angeboten wird, geht nur, wenn sie mit der Verneinung der Weltherrschaft Gottes verbunden ist. Die Antwort Jesu ist wieder eindeutig: Das Urbekenntnis Israels scheint auf: JHWH ist der eine und einzige Gott!

 

Mit diesem Bekenntnis ist die Versuchungsszene beendet. Die Hörenden des Evangeliums wissen: Jesus hat sich als der ‚Sohn Gottes’ bewährt. Der Teufel, der Widersache, der Hinderer an der Treue zu Gott, verschwindet. Engel dienen, Nahrung wird gereicht – Zeichen der ungebrochenen Zuwendung Gottes, erneute Bestätigung, dass Jesus von Gott her als Gesalbter dasteht. Der auferstandene Herr wird als Weltenrichter erscheinen, um die Bewährung des unendlichen Lebens denen zuzusprechen, die ihm als dem Sohn Gottes nachgefolgt sind.

 

Nach Proklamation des Himmels, dass in Jesus der Messias, der Sohn Gottes mit der ganzen Lebensmacht Gottes unter den Menschen ist, erfolgt die Bekräftigung: auf diesem JesusChristus ‚kann’ man getrost hören. Ihn kann man zu Maß und Weg der Gottestreue nehmen. Er ist bewährt in seiner Treue und Erfüllung des Willens Gottes. Diese Treue, dieser Gehorsam, so bezeugt das Matthäusevangelium, hat Jesus das unendliche Leben Gottes gegeben.

Die Versuchungsgeschichte ist die Geschichte der Bewährung und der Bekräftigung: Wahrhaft, dieser ist Gottes Sohn! Es lohnt, hinter diesem her gehend Leben und Welt zu gestalten.

 

 

Ihr Matthias Schnegg