Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Brötchen holen
für das Klima

Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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  • SANKT MARIA
    IN LYSKIRCHEN

    AN LYSKIRCHEN 12
    50676 KÖLN

 

  • Die Kirche ist täglich
    in der Zeit von
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    IN LYSKIRCHEN:

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom Sonntag, den 07.08.2011, dem 19. Sonntag im Jahreskreis

Herr, befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme

 

+ Aus dem heiligen Evangelium

nach Matthäus

 

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

 

Mt 14, 22-33

 

An Jesus Gott lernen

(zu Matthäus 14, 22-33)

Halten wir unseren Blick auf das Ganze des Matthäusevangeliums. Der Autor dieses Evangeliums hat ein Gesamtwerk geschaffen. Alle Einzelerzählungen stehen im Verbund des Ganzen. Sie erschließen sich am ehesten aus dem Mitbedenken des Erzählablaufes, den der Evangelist gewählt hat.

 

Eine Zeit lang haben wir die Gleichnisrede des 13. Kapitels gehört. Matthäus hat sie verwandt, um etwas zur Gottesherrschaft zu sagen. Der Kreis der Schüler Jesu hat ‚verstanden’. Matthäus hatte sehr elegant komponiert: Die ‚Menge’ hörte zu, verstanden aber nicht, was diese Geschichten mit der erfahrbaren Wirklichkeit des Reiches Gottes zu tun hatten. Die Schülerschaft Jesu, also die, die ihn als den Messias anerkennen, die hat ‚verstanden’. Dieses ‚Verstehen’ wird wieder Bedeutung haben in der Geschichte unseres Evangeliums, wird innerhalb des Evangeliums Bedeutung behalten bis zu den Erzählungen der Begegnungen mit dem Auferstandenen. Auch da ein langsames Wachsen in der ‚Verstehen’.

 

Zu ‚verstehen’ gibt es, dass Gottes Macht sich im Wirken Jesu offenbart. Allen, die hinter dem Messias Jesus hergehen, wird Anteil an dieser Macht Gottes geschenkt. Dieser ‚Anteil’ heißt: Heil, gelingendes Leben, Glück.

 

Am Ende der Gleichnisrede kommt die Frage an die Schüler Jesu: „Habt ihr das alles verstanden?“ Sie sagten ihm: „Ja.“ (13,51) Wenn wir so zu antworten uns fähig hielten, dann wären manche von uns in einem glückseligen, Leben befriedenden Zustand. Wieder sind wir berührt mit der Wirklichkeit, dass auch bei uns die Saat nicht immer auf fruchtbaren Boden fällt. Der Evangelist bewegt sich in einem Spannungsfeld: Einerseits ist die Botschaft beglückend, andererseits bleibt sie immer wieder fruchtlos, weil sie in bestimmten Situationen nicht verstanden wird. Das Evangelium nimmt Rücksicht auf diese Grenzerfahrung, drängt aber auch zu mehr Vertrauen und Glauben.

 

Die großen 5 Reden versteht Matthäus als eher theologisch - theoretische Aussagen. Immer schließt Matthäus nach den Reden Erzählungen von Taten und Belehrungen Jesu an. Die theoretischen Aussagen werden praktisch durch die Taten Jesu. So folgte auf die Gleichnisrede Jesu u.a. die Geschichte vom Brotwunder (14,13-21). Menschen machen die Erfahrung der unendlich großzügigen Sättigung durch Jesus. Beschrieben wird die Praxis der Gemeinde, die Eucharistie und Sättigungsmahl feiert und sich darin der Gegenwart des Auferstandenen vergewissert.

 

Wie im uns vertrauten Leben: Da werden wir beschenkt, da haben wir lebendige Zeichen dieser Zusage – und die Zweifel oder die Nöte reißen uns wieder aus dieser Gewissheit heraus. Da sind wir gerade satt geworden – und brauchen mehr, immer mehr. Und das größte Mehr scheint nicht auszureichen, um uns ein für alle Mal abzusichern in der Versorgung. Das kennen manche als leidvolle Erfahrung in Beziehungen, das kennen manche nicht minder leidvoll im Glauben. Dieses Ungestillte ist ein Teil des Menschen. Mitmenschen, die von diesem ungestillten Hunger betroffen sind, wissen, wie viel Energie es kostet, das auszuhalten. Sie wissen auch, dass dadurch ein noch so großes Vertrauen auf die Dauer zerstört wird. Man kann nicht ewig bekräftigen: Ich liebe Dich!, wenn im nächsten Augenblick das wieder eingefordert wird, weil der/die Fragende nicht ‚ganz sicher’ ist, ob das Wort von eben noch gilt. Ein Drama um das Vertrauen.

 

Auf die wunderbare, überreich sättigende Erfahrung der Sorge Jesu – in der Erzählung vom Brotwunder und der Sättigung der 5000 – folgt die Geschichte vom Seesturm. Der Evangelist hat (wie Markus) schon einmal eine Geschichte vom Seesturm erzählt (8,18-27), aber da saß der Herr offensichtlich mit im Boot. Jetzt ist die Gemeinde alleine im Boot – in der Erzählung: die Jünger. Von Jesus hören wir, dass er allein ist, im Gebet mit Gott verbunden. Immer wieder betont das Evangelium auch durch diese Hinweise, dass alles wunderbare Wirken Jesu aus seiner besonderen Beziehung zu Gott kommt. Jesus stellt mit seiner Macht nicht seine Macht, sondern die Macht Gottes dar. Diese Macht Gottes in Jesus kommt aus der besonderen innige Verbindung zwischen Jesus und dem Vater. Wenn wir dann am Ende der Geschichte hören, dass Jesus den Mächten von Wind und Wasser Einhalt gebieten kann, dann wissen wir durch die kleine Erwähung der Gebetsszene, warum das so geschehen kann: Gottes Macht wirkt. Aus dieser Macht ist Jesus auch ‚Herr’, Herr auch über Mächte und Gewalten.

 

In unserer Perikope ist Jesus im Gebet, während die Schülerschaft alleine auf dem See ist. Dann kommt der Sturm, kommt als Gegenwind. Wir liegen nicht falsch, darin den Gegenwind zur Glaubensgewissheit im Alltag zu sehen. Die im Boot ist die Gemeinde des Matthäus. Die im Boot haben Angst. Sie sind den Chaosmächten von Wind und Wasser ausgesetzt. Das Wasser ist in der Bibel überwiegend als widergöttliche Macht dargestellt. Urflut am Anfang des Eingreifens Gottes in das Tohowabou der ungeordneten Schöpfung, die Sintflut, die immer wieder erwähnten Regenmassen – einige Erweise für das Wasser als Chaosmacht. Die Rettung im Durchzug durch das Rote Meer ist eine existentielle Erfahrung aller gläubigen Juden – Gottes Macht beherrscht die Chaosmacht des Bösen und gar des Todes.

 

Und da schreien sie, die armen Glaubenden, schreit die Gemeinde vor der Gewalt der Chaosmächte des Bösen und des Todes. Vielfältige konkrete Ausformungen sind diese ‚Gegenwinde’. Wir kennen sie im eigenen Leben, wir kennen sie in den Versammlungen der Glaubenden, in den Gemeinden. Haben sie gerade doch noch erfahren, wie überaus sättigend und nährend der Glaube ist. Nun wieder Angst, große Angst!

 

Das Evangelium bezeugt: In der Erfahrung Jesu dürf(t)en wir wissen, dass Gott in aller Not da ist. Wir tun uns halt schwer, das ein für alle mal zu glauben. In der Geschichte vom Seesturm kommt die Hilfe Gottes, kommt Jesus. Er geht über das Wasser. Das ist ein Sinnbild, dass die Chaosmächte ihm zu Füßen liegen, dass er Herr ist über diese Mächte. Es geht bei all diesen Geschichten nicht zu erste um Jesus. Da kommen dann die Witze auf, die wissen wollen, wie es Jesus gelang, anscheinend über Wasser zu gehen. Jesus wirkt transparent auf den Glauben an Gott. Niemand hat Gott je gesehen, sagt das Johannesevangelium, außer dem, der am Schoß des Vaters ruht: Jesus. Wir nehmen die Geschichten um Jesus auf, weil wir an ihm diese Wirklichkeit Gottes ablesen können. So, wie Jesus handelt , so ist Gott.

 

Wenn die hörende Gemeinde in der Geschichte erfährt, dass Jesus über Wasser geht, Herr über die Gewalten des Widergöttlichen ist, dann sagt diese Geschichte: So ist Gott, den ihr nicht sehen könnt: Er ist Herr über alles, was unser Leben bedroht. Er steigt über diese Mächte und kommt ungeschadet zu euch.

 

Was tun die, denen gerade Rettung zukommt: Sie halten ihn für ein Gespenst. Das erinnert uns sehr an die Ostererscheinungen. Da halten die Gläubigen den Auferstandenen oft für ein Gespenst. ‚Gespenst’ kann heißen: eine Illusion, eine Angstprojektion. Jesus ist es, der in allem Angstschreien beruhigt. Er spricht Mut zu. Ich bin es. Hier hören die Glaubenden der Gemeinde des Matthäus die Offenbarung des Gottesnamens mit: Ich bin der Daseiende. Gleiche Zusage bekräftigt Jesus in seiner Beruhigung der in Angst Aufgepeitschten.

 

Wieder mal ein Prototyp des Glaubenden: Petrus. Der will, wird von Jesus gerufen – und dann konzentriert er sich auf die bedrohenden Chaosmächte – und geht unter. Die meisten von uns sehen sich hier wieder: Genau so ist es: Bin ich in Not, fühle ich mich von Gott verlassen, werde ich durch was auch immer zu Gottes Halt geführt, dann bin ich doch fixiert auf das Übel, das mich umfängt. In der Geschichte kommt der Vorwurf des Kleinglaubens. Der wäre nicht nötig, meint Matthäus.

 

Die Evangelien versprechen kein Leben ohne Notlage. Es ermutigt zum Vertrauen: Der Herr rettet, selbst wenn wir das nicht immer in unserem Sinne überprüfen können. Diese so einfach aufgeschriebene Zusage kommt in unserem Alltagsleben oft in Zweifel. Das lässt sich nicht unterbinden. Es wird wieder einmal klar, dass hier nichts als Vertrauen zu Gott halten lehrt. Dass das ein Weg zwischen Zweifel und großer Gewissheit und wieder Zweifel und wieder großer Gewissheit ist, das wissen wir. Auch das Evangelium weiß das. Daher diese Geschichte gleich nach der vom großen Gesättigtsein von Gott. Jesus mit seinen Worten und Taten will uns bei diesem Wachsens ins Vertrauen kräftigen. Jesus offenbart Gott. Daher endet unsere Geschichte auch mit dem Staunen der Schüler, die sich beruhigt haben: “Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.“

 

Ihr Matthias Schnegg