Köln, am

heutiger Tag

 

Wort des Bischofs

Der Woelki wählt

Bodyguard Jesus

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SOS – Flüchtlinge ertrinken in unserer Gleichgültigkeit!

Für die Lebenden und Verstorbenen beten

Guter Rat ist teuer

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Die Unwissenden belehren

Die Lästigen
geduldig ertragen

Erlittenes Unrecht verzeihen

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Christliche Obergrenzen

"Wer bei Euch groß sein will, der soll der Diener aller sein!"

Nennt das Mittelmeer besser Totes Meer!


Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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  • Die Kirche ist täglich
    in der Zeit von
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    IN LYSKIRCHEN:

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom 06.03.2011, 9. SONNTAG IM JAHRESKREIS

Richtung

(zu Matthäus 7,21-27)

Pfarrer Matthias Schnegg
Pfarrer Matthias Schnegg

Wir sind am Ende der großen Lehre Jesu vom Berg aus. Das Matthäusevangelium legt Wert darauf, dass die Glaubenden seiner Gemeinden (von ihrer Herkunft her Juden) erkennen, dass das Leben Jesu die Auslegung der Wegweisung JHWHs ist, der Tora. Im vorhergehenden Abschnitt (7,15-20) war die Mahnung vor falschen Propheten ausgesprochen worden. Die reden, bringen aber nicht die Früchte ihrer Rede.

Daran schließt unser Text an. Vorgestellt wird eine Gerichtssituation. Wir wissen bereits, dass das Matthäusevangelium diesen Gedanken des Endgerichtes schon von Anfang an mitgehen lässt. Ausführlich darstellen wird er das Endgericht in den Kapiteln 24 und 25. Für Matthäus ist aber klar, dass alle Lehre Jesu Bedeutung hat im Blick auf das Endgericht. Da geht es um die Verantwortung des Lebens der Glaubenden vor Jesus, dem Christus. Er ist von Gott bestellt zum Richter am Ende der Zeiten.

 

Matthäus spricht zu seiner Gemeinde, hat dazu die Überlieferung, die seinem Text zugrund liegt, auf die Situation seiner Gemeinde hin verändert (anders bei Lk 13,23-27). Alles, was bisher in der ‚Bergpredigt’ als Lehre Jesu dargestellt ist, zielt darauf hin, dem Himmelreich zu dienen. Wir haben mehrfach gehört, dass das nicht nur spirituell, sondern sehr erdkonkret gemeint ist. Zum Abschluss seiner Lehre vom Berg skizziert Matthäus die Gerichtssituation und bekennt: Es reicht nicht, wenn wir mit vielen Bekenntnisworten uns Jesus zugehörig fühlen. Das doppelte Nennen des ‚Herr, Herr!’ unterstreicht die Kraft des verbalen Bekenntnisses. Matthäus hält dies seiner Gemeinde vor Augen, dass sie in selbstkritischer Prüfung auf ihre Praxis des Glaubens und der Nachfolge schauen mögen:

 

Das Kriterium der Erfahrung des Himmelreiches ist, den Willen des himmlischen Vaters getan zu haben. Eng verbunden werden hier wieder die Person des irdischen Jesus und die Erfüllung des Willens Gottes. Die Person Jesu wird in seiner Lehre und in seinem Handeln zum Maß der Zugangserfahrung zum Himmelreich. Der Wille Gottes wird da erfüllt, wo Menschen die Tora lesen und tatkräftig leben, wie Jesus sie ausgelegt und selbst gelebt hat.

 

Dann wird betont auf die Gerichtssituation angespielt: ‚An jenem Tag’ (22). Situationen werden benannt, die in einer hohen Achtung auch des Matthäusevangeliums stehen: Prophetische Rede, Kraft zur Austreibung der Dämonen und zur Heilung der Kranken. In der Aussendungsrede des 10. Kapitels werden diese Fähigkeiten herausgehoben als Befähigungen, die von Jesus weitergegeben wurden.

 

Hier in unserer Perikope werden diese Fähigkeiten benannt – und als nicht ausreichend beschrieben. Diese Fähigkeiten sind dann nichts wert, wenn ihnen die Erfüllung der Wegweisung Gottes fehlt. Mit dem Satz: ’Ich habe euch nie gekannt’ wird bezeugt, dass damit die Gemeinschaft aufgekündigt worden ist. Natürlich hat Jesus diese Schülerinnen und Schüler gekannt. So sie aber in seinem Namen wirken, aber sich nicht an die Wegweisung Gottes halten, haben sie die Gemeinschaft mit ihm verloren. Das Tun der Tora und die Erfahrung und Erfüllung des Himmelreiches sind untrennbar miteinander verbunden.

 

Matthäus setzt diese Marke hier, damit die Glaubenden sich selbst kritisch fragen: Reden und handeln wir zwar, weil der Geist Gottes sich unser bemächtigt – z.B. zu prophetischer Rede, zur Erlösung von Besetzungen, zur Heilung von Krankheiten – befolgen selbst aber die Weisung nicht? Ein hilfreiches Maß der persönlichen Bestandsaufnahme des Glaubens. Wir treffen immer wieder auf Situationen, die uns das so sehr plastisch vor Augen führen: Wo das große Wort, die heilende Tat durch uns geschieht ... und wir uns selbst so kleinmütig wieder finden in der Nichterfüllung der einfachsten Weisungen des Herrn – z.B. in der Begegnung mit dem Armen, die zur uns unpassenden Zeit uns begegnen.

 

Die Verse 24-27 bilden den Abschluss der ersten großen Rede des Matthäusevangeliums. Matthäus bedient sich der Kenntnis der Wettersituationen, die im Winter Israel heimsuchen könne: starker Regen, Sturzbäche und Stürme. Da ist es entscheidend, auf welchem Grund die Häuser stehen. Matthäus zeichnet zwei Bilder – ein positives, das bestärkt, dass das Fundament der Grund ist, nicht weggeschwemmt zu werden; ein negatives Bild schließt an, das erkennen lässt, wie die Folgen eines nicht standfesten Untergrundes sind. Die Bilder dienen der Illustration: Wer hört und danach handelt, der hat ein Fundament gefunden; wer hört, aber nicht danach handelt, ist dem Untergang zugeschrieben.

 

Die Beschreibung der tosenden Wetterverhältnisse dient auch als Bild für das Endgericht. Das bedeutende Thema der Verantwortung steht direkt vor uns.

Maß, im Gericht vor Gott mit dem eigenen Leben bestehen zu können, sind diese Worte, die es gilt, nicht nur zu hören, sondern danach zu handeln. Mit ‚diese Worte’ ist die ganze Lehre am Berg gemeint. Sie hatte begonnen mit den Beglückwünschungen – Ermutigungen, seine Lebenspraxis so einzustellen, wie Menschen selig gepriesen werden, die so handeln – an der Seite der Bettelarmen; als Menschen, die sich mit Unrechtszuständen nicht zufrieden geben; als Versöhner und Vermittler; als Menschen ohne Tricks; als Menschen voller Erbarmen; als Menschen, die um des Herrn Jesus und der Tora willen sich ausgrenzen lassen aus der Gesellschaft.

 

Dann kam die lange Aufzählung der Weisungen der Tora – und der Erklärung Jesu, wie sie unter den Bedingungen des Lebens seiner Zeit zu leben sind. Kein Jota (schriftliche Tora) und kein Strichlein (die mündliche Auslegung der Tora) sind durch Jesus aufgehoben. Er legt die Tora aus – in Wort und Tat! Der Evangelist erzählt daher nach jeder seiner großen Reden Überlieferungen von Taten Jesu, an denen die Lehre sich konkret verwirklicht zeigt.

 

Die Weisungen Jesu und die Tora sind keine Gegensätze. In der Überlieferungsgeschichte (‚Wirkungsgeschichte’) haben wir lange Jahrhunderte diesen Gegensatz konstruiert, um das Judesein Jesu zu leugnen. Die Person Jesu (natürlich vom Evangelisten immer auch aus der Perspektive des Auferstandenen betrachtet) zeigt, wie die Weisungen JHWHs zu leben sind.

 

Am Ende der großen Rede vom Berg fasst Matthäus für die Glaubenden und die Hörenden seines Evangeliums die Bedeutung dieser Lehre zusammen. Sie ist keine Rede, der man andächtig und zustimmend lauschen, über die man diskutieren kann; diese Rede ist zum Hören und zum Handeln gesagt.

 

Mit dem Blick auf die Vollendung unseres Lebens bekräftigt Matthäus, dass es sich lohnt, dieser Lehre zu trauen und sie zum Maß des eigenen Lebens zu machen. Das dient nicht allein der persönlichen Seligkeit, sondern der Welt - Salz der Erde und Licht der Welt, so hießen die Ermutigungen. Matthäus ist überzeugt, dass eine Welt, die nicht auf diesem Fundament der Wegweisung Gottes lebt, zu einem Trümmerhaufen zerfällt.

 

Das sind gewaltige Worte zum Abschluss der Rede. Sie sind vor allem Worte der selbstkritischen Frage, wie weit wir unser Leben an diesem Maß orientieren. Die Vorstellung, dass die Welt ohne diese Wegweisungen in Trümmer fällt, die wird uns vielleicht kleinmütig vorfinden. Wir wollen – im Wissen um unsere Begrenztheit – auch nicht auftrumpfen, dass wir das Heilmittel der Welt wären. Dazwischen ist viel an menschlicher Gebrochenheit, an Angst, an Selbstüberschätzung. Die ‚Bergpredigt’ hat so eine große Faszination – auch in der Weltwahrnehmung -, weil sie sehr praktische Wege zeigt, wie Leben miteinander gestaltbar sei. Ausgang ist der Glaube, dass es einen Gott gibt, der Herr und Schöpfer und Vollender allen Lebens ist. Schon in dieser Formulierung wird sich die Welt nicht einigen lassen. Bleibt, erkennbar dem zu folgen, was als mahnender Abschluss der großen Rede vom Berg aus ist: Diese Worte hören und sie im Leben zu tun.

 

Es ist kostbar, dass es diese Erfahrungen gibt, wie glücklich Menschen und Weltteile werden können, wenn sie tun, was am Anfang der ersten großen Lehrrede des Matthäusevangeliums beglückwünscht worden ist.

 

 

Ihr Matthias Schnegg