Köln, am

heutiger Tag

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Gebet vor
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Diese Gravitationswellen hauen mich um

Ja, mir san mit'm
Radl da

Happy Birthday Kirche!

Shakehands

Happy wife -
happy life?

Ich geh nicht geht gar nicht!

Meine Leitkultur

"Wir sollten uns mehr an Jesus Christus orientieren"

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Kleine Sünden ...

Nennt das Mittelmeer besser Totes Meer!

Tote begraben


Flüchtlinge

MOAS bittet um IHRE SPENDE:

MOAS besteht aus internationalen Helfern, Sicherheitsexperten, Medizinern und erfahrenen Seeleuten, die sich zusammen getan haben um zu helfen weitere Katastrophen auf See zu vermeiden. Sie haben Mitgefühl für die Notlage derjenigen, die trotz der Gefahren ein gewaltfreies, besseres Leben suchen.   

Aus dem Erzbistum Köln

Aktion Neue Nachbarn - Für eine Willkommenskultur im Erzbistum Köln

Für die verfolgten Christen

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Der HERR
segne dich und behüte dich.

 

Der HERR
lasse sein Angesicht leuchten  über dir und sei dir gnädig.

 

Der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Numeri 6,24-26

Gebet der Vereinten Nationen

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.

vom 01.05.2011, dem 2. Sonntag der Osterzeit

Osterglaube

(zu Johannes 20, 19-29)

Pfarrer Matthias Schnegg
Pfarrer Matthias Schnegg

Das große Bekenntnis zu Jesus als dem von Gott Auferweckten ist gesagt. Erste Zeugin ist Maria von Magdala. Sie sagt den anderen Schülerinnen und Schülern: Jesus ist auferweckt! „Ich habe den Herrn gesehen!“ (18). Dann kommt die Schar der Schüler in den Blick. Sie sitzen aus Furcht bei verschlossenen Türen ...

 

Das Johannesevangelium hat kein Interesse daran, historische Daten zu überliefern. Es hat Interesse, die Gemeinde im Glauben zu bestärken, dafür Sorge zu tragen, dass die Glaubenden im Glauben bleiben (können). Nicht zuletzt ist die unfassliche Botschaft von der Auferstehung nicht so ohne Weiteres zu fassen. Wir dürfen unsere Perikope heute lesen als eine Erzählung mit den Schülern Jesu, die gleichzeitig Erzählung für die Frauen und Männer ist, die zur Zeit des Evangelisten gelebt haben, aber auch für die, die zu welcher Zeit auch immer als glaubende Gemeinde leben. Es geht um das Verstehen und Annehmen der Osterbotschaft für die, die das Evangelium hören.

 

Die Szene stellt uns die Schar der Schüler Jesu vor Augen, die aus Furcht vor den Juden sich verbarrikadiert haben. Wenn wir das ganze Evangelium im Blick haben, dann ist hier genau das, was in den Abschiedsreden schon gesagt wurde: „In der Welt sei ihr bedrängt...“(16,33). Schon die Abschiedsreden eröffnen die andere Perspektive: „Aber habt Mut! Ich habe die Welt besiegt!“ Diese Zusage ist so wenig zu fassen, wenn man in Bedrängnis leben muss. Das Johannesevangelium möchte aber zum Vertrauen führen, dieser Perspektive zu glauben.

 

Jesus tritt durch verschlossene Türen ein. Wir wollten vielleicht gleich fragen, wie das denn möglich sein könne. Das Evangelium hat an solchen Fragen kein Interesse. Für den Evangelisten ist klar: Jesus wirkt, ganz gegenwärtig und lebenskräftig. Das Auferstandene kommt immer wieder – gerade auch dahin, wo alles verschlossen scheint.

 

Erste wunderbare Zusage des Osterglaubens: Weder die Einzelnen noch die Gemeinde sind dafür zuständig, dass der Glaube an die Auferweckung angenommen wird. Der Herr selber schafft und wirkt den Osterglauben. Die Geschichte von der Erscheinung des Herrn deutet, wie das geschieht:

 

Der Auferstandene ist ‚einfach’ da. Er wünscht den schalom Gottes, das glückliche Leben! Das ist eine gewaltige Zusage. Nichts wünschen wir uns mehr, als dass wir ein gelingendes Leben haben dürfen. Am meisten stehen uns die Erfahrungen des Leidens dagegen – zuletzt die Not vor dem Tod.

 

Daher fügt der Evangelist den Zuspruch des ‚Friedens’ eng zusammen mit dem Vorzeigen der Wundmale Jesu. Der irdische Jesus, der gelebt und gelitten hat und am Kreuz schmerzgefüllt starb, den hat Gott auferweckt vom Tod. Der ist ‚der Herr’. Diese Aussage ist so ungemein wichtig, weil sie den Horizont öffnet für die unbegrenzte Lebenskraft Gottes! Das Leiden und der Tod sind bleibende Wirklichkeit. Die Erfahrung der Auferweckung Jesu vom Tod eröffnet uns die Wahrheit, dass Gottes Macht stärker ist als die Wirklichkeit des Todes. Dieser Macht Gottes dürfen wir trauen, weil wir am irdischen Leben Jesu diese Macht erlebt haben – in Heilungen, in der Auferweckung von Toten. Dieser Macht Gottes können wir getrost trauen, weil sie sich in der Auferweckung Jesu ein für alle Mal erwiesen hat. So wird die Auferweckung Jesu zur Hoffnung, ja zur Gewissheit, dass auch unser Leben Anteil hat an der Unsterblichkeit Gottes. Das Bekenntnis zur Auferweckung Jesu stärkt diesen Glauben.

 

Die Reaktion der Schüler Jesu ist gut zu verstehen: Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Für sie fügt sich zusammen, was nach der Kreuzigungserfahrung so entzweit und verzweifelt war. Diese Entzweiungen, diese Verzweiflungen kennen wir auch oft, wenn ungeheuere Leiden Menschen zugemutet sind. Wie wunderbar, wenn diese Verzweiflung sich überwunden weiß im Glauben an das unendliche Leben, das Gott ist. Da wird sogar die Trauer zur Freude gewandelt. Diese Entzweiung wird aufgelöst, weil das Leben und der Tod Jesu nicht abgespalten werden von der Verherrlichung. Der irdische Jesus und der auferweckte Herr, der Christus, gehören im Glauben untrennbar zusammen.

 

Der Friedensgruß wird bekräftigend wiederholt und verbunden mit dem Sendungsauftrag. Die Gemeinde, die diese Kraft des Osterglaubens inmitten der Realität von Leid und Tod in der Welt ‚begriffen’, ‚ergriffen’ hat, diese Gemeinde wird zu Zeuginnen und Zeugen dieser Lebenskraft Gottes ausgesandt. Die Gabe des Geistes wird ihnen stärkend dazugegeben. Dieser Geist ist die Lebenskraft Gottes.

 

Sündenvergebung und Geistesgabe sind seit Alters her eng miteinander verbunden. Sünde ist der Verlust der Verbindung mit dem Leben Gottes. Die Vergebung schenkt den Geist, die Lebenskraft Gottes, die Wiederverbindung mit Gott.

 

Mit der Sendung der Schülerinnen und Schüler Jesu könnte (wie bei Matthäus) das Evangelium gut enden. Wenn wir bis hierher haben lesen können, dann ist das so rund ... Wenn wir denn gerade die Kraft und die Gnade haben, im Vertrauen fest zu sein.

 

Mit der Erzählung der Thomasgeschichte greift das Johannesevangelium nun die Situation derer auf, die nicht aus erster Hand die Erfahrung mit dem auferstandenen Herrn gemacht haben. Es sind jene, die aufgrund des Zeugnisses Anderer zum Glauben kommen. Das ist die Situation der hörenden Gemeinde auch heute.

 

Dass Jesus leben soll, dass der Gekreuzigte der ‚Herr’ sein soll, das weiß Thomas nur aus den Erzählungen der Anderen. Das ist Spiegelbild der Gemeinde des Johannes: Die Kreuzigung ist eine historische Tatsache, die Auferweckung Jesu aber eine Erfahrung.

 

Die Art der Erzählung gibt wunderbare Hinweise: Die Schüler, die dem Herrn bei seinem ersten Kommen begegnet sind, die bedrängen den Zweifler nicht. Sie lassen den Thomas auch getrost in ihrer Gemeinschaft. Es gibt keinen drängenden Eifer, dass er endlich auch Bekennender ist. Dahinter steht das unerschütterliche Vertrauen, dass der Auferstandene selbst sich zu erkennen gibt. Glaube scheint geschenkt zu werden ohne die erbrachte, angestrengte Leistung – weder der bekehrenwollenden Glaubenden noch der Zweifler. Wie klein erscheint dagegen ‚Glauben’, wenn alles fest, auf immer gewusst, auf immer geglaubt und gelebt sein muss.

 

Interessant auch, was der Zweifler möchte: Er will keine exklusive Erscheinung. Er braucht kein Wunder der exklusiven Art, damit Glaube möglich ist. Thomas (und damit ‚die Zweifelnden’) will wissen, dass der Gekreuzigte, als der irdische Jesus, der auferweckte Herr ist. Dass also das Lebenszeugnis des Jesus von Nazareth die Offenbarung Gottes ist. Ein vom irdischen Jesus losgelöster verklärter Herr wäre nicht hilfreich. Es geht um die Kontinuität der Nachfolge. Thomas hatte in 14,5 gesagt, dass er den Weg, wohin Jesus ginge, nicht kenne. Nach Golgatha kennt er diesen Weg: Er ist das Kreuz und der Tod.

 

Wenn der Glaubende nun diesen Weg Jesu wirklich gehen wollte, dann sicher nicht den des Scheiterns. Der Osterglaube verkündet, dass der Weg Jesu eben nicht im Scheitern endet. Die Auferweckung bezeugt, dass dieser vermeintliche Scheiterungsweg der Weg Gottes ist. Der Weg Gottes, der – wider manchen Augenschein – Leben eröffnet. Unendliches Leben in aller Wirklichkeit von Leiden und Tod. Diesen Konflikt will Thomas geklärt haben. Es geht darum, ob man sich wirklich diesem Weg Jesu anvertrauen kann.

 

Es ist dann wieder die Initiative Jesu, des Auferstandenen selbst. Er erscheint dem Thomas. Er greift das Thema des Zweifelnden auf: Kann man diesem Jesus, dem Gescheiterten nachgehen? Daher das Zeigen der Wundmale. Die Antwort des Thomas ist ein Osterbekenntnis: Mein Herr und mein Gott!: Jesus, in dir ist mir das unendliche Leben Gottes begegnet. Natürlich hätte er auch aufgrund des Bekenntnisses der Anderen zum Glauben kommen können. Die Realität – wie oft unter Glauben Suchenden – war eine andere. Der Zweifel hat offenbar einen legitimen Platz in der Begegnung mit dem Osterglauben.

 

Die Aufforderung Jesu zu glauben bedeutet dann: Vertrau der Kraft Gottes, die auch aus dem Tod Leben schafft. Und vertrau, dass du dein Leben daher getrost dem Weg Jesu von Nazareth angleichen kannst.

 

Beglückwünscht werden am Ende der Erzählung alle – auch wir als heute hörende Gemeinde –, die dieses Vertrauen aufnehmen können. Sie können auch jetzt – im Weg des Nachgehens des Weges Jesu – diese Kraft des lebenden Gottes erfahren.

 

Ihr Matthias Schnegg